Endstation Haarnadelkurve: Völlig unterschätzt hat dieser Lastwagenfahrer die winterlichen Straßenverhältnisse auf der L87 zwischen Hinterseebach und der Schwarzwaldhochstraße. | Foto: Gemeinde Seebach

Zufahrten zur B500

Mehrere Lastwagen bleiben im Schnee stecken

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Die neuerlichen Schneefälle haben Lastwagenfahrer im Höhengebiet trotz des Winters kalt erwischt. Am Montag ging auf der L87 zwischen Seebach und der Schwarzwaldhochstraße nichts mehr. Der Räumdienst der Straßenmeisterei Achern war im Dauereinsatz.

Bereits morgens kurz vor sieben Uhr steckten die ersten sieben Lastwagen auf der Ruhesteinstraße fest. Nach Angaben von Seebachs Bürgermeister Reinhard Schmälzle lagen zu dieser Zeit bereits fünf Zentimeter Schnee. Deshalb regt er wiederholt an, bereits bei Achern oder Kappelrodeck die L87 für den Schwerlastverkehr bei entsprechenden Wetterlagen rechtzeitig zu sperren und Lastwagen zum Eurorastpark auszuleiten. Entsprechende Hinweise habe er am Montagmorgen nicht gesehen. Zudem sei keine Polizei vor Ort gewesen: „Dabei waren die Schneefälle bereits angekündigt“, gibt Schmälzle zu bedenken.

Ohne Schneeketten unterwegs

„Der Räumdienst tut sein Bestes“, ergänzt Hauptamtsleiter Markus Brügel. So haben die Mitarbeiter der Straßenmeisterei massiv Zeit und Ressourcen aufgewandt, um die Strecke für Lastwagen passierbar zu machen. Ein Kampf gegen Windmühlen, denn es schneite unaufhörlich weiter. Gegen halb 12 Uhr fuhr sich an der Haarnadelkurve am Wolfsbrunnen ein litauischer Brummifahrer sein Gespann ohne Schneeketten fest, wie auch das Polizeipräsidium Offenburg auf Anfrage von bnn.de bestätigt.

Räumfahrzeuge kommen zeitweise nicht weiter

„Selbst die Räumfahrzeuge kommen nicht mehr durch. Die Polizei ist dort jedoch nicht im Einsatz“, stellt ein Polizeisprecher klar. Mit vereinten Kräften, berichtet Brügel, wurde der Lastwagen aus der Kurve gezogen. Doch wenige Meter bergaufwärts ging dann endgültig nichts mehr, der Lkw stellte sich quer. Während der Fahrer in seiner Kabine wartete, räumte der Winterdienst die Strecke vor ihm frei.

Gemeinde fordert Konsequenzen

Immer wieder fordert die Seebacher Gemeindeverwaltung Konsequenzen für Lastwagenfahrer, die trotz des widrigen Wetters die L87 befahren. „Ein empfindliches Bußgeld könnte helfen. Denn die Schneekettenpflicht interessiert die Leute nicht“, so Schmälzle. Ein weiteres Problem: Umfahrungen über die B28 und B500 kosten für Lkw-Fahrer Zeit. „Sie fahren nach ihrem Navigationsgerät und nehmen die vermeintlich kürzere Strecke, da der Umweg nicht zu ihrer Arbeitszeit vergütet wird“, weiß Brügel. Die Konsequenz: reger Schwerlast-Durchgangsverkehr auf der L87 und blockierte Straßen bei starken Schneefällen.

L86 ebenfalls blockiert

Die L86 war aufgrund mehrerer Lastwagen am Montagnachmittag zwischen Sasbachwalden und der B500 ebenfalls zeitweise gesperrt.