Die Polizei suchte das Gespräch mit den Bikern.
Die Polizei suchte das Gespräch mit den Bikern. | Foto: Spether

„Lust an der Selbstgefährdung“

Motorradkontrollen bei landesweitem Aktionstag der Polizei

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Die Fakten der Polizei sprechen für sich: Motorradfahren ist 18-mal gefährlicher als Autofahren, und an jedem vierten tödlichen Unfall ist ein Motorradfahrer beteiligt. Zwischen 2016 bis 2018 gab es einen Anstieg von 75 auf 104 tödlich verletzte Biker.

Von unserem Mitarbeiter Roland Spether
Diese traurige Bilanz legte Staatssekretär Julian Würtenberger beim ersten landesweiten Aktionstag der Polizei für mehr Motorradsicherheit an der Kontrollstelle am „Seibelseckle“ an der Schwarzwaldhochstraße vor.

2019 bereits 24 tödliche Unfälle mit Motorrädern

Die Zahlen seien für das Land Baden-Württemberg und die Polizei Ansporn, „intensiv aktiv zu bleiben“. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 gab es landesweit bereits 24 tödliche Unfälle mit Motorrädern – „und die Saison habe erst begonnen“, so der Staatssekretär. Zwei von drei Unfällen seien von Motorradfahrern selbst verschuldet. Die Gesamtzahl der Motorradunfälle stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent auf 5572 Unfälle. Hierbei verunglückten rund 4 700 Motorradfahrer sowie Mitfahrer. Das entspricht einem Anstieg von 4,8 Prozent.

Ursache oft Geschwindigkeit

Die Ursachen für Motorradunfälle seien vielfältig, doch oft werde zu schnell gefahren, das eigene fahrerische Können überschätzt oder die Straßensituation wie etwa auf der kurvenreichen B500 falsch eingeordnet. Deshalb müsste es nach Auffassung von Julian Würtenberger einen Mix aus Regeln, Kontrolle und Bewusstseinsbildung geben, um die „Lust an der Selbstgefährdung“ zu entschärfen.