Oberbürgermeister Hubert Schnurr verabschiedete Musikschulleiter Bernd Kölmel und überreichte einen Geschenkkorb. | Foto: Maier

Abschied von Bernd Kölmel

„Multitalent mit unermüdlichem Engagement“

Musik verbindet! Der Leitspruch, für den der Name Bernd Kölmel in Bühl und der Region wie kein zweiter steht, er hätte vortrefflich auch als Motto zu dem Empfang gepasst, den die Stadt Bühl anlässlich der Verabschiedung des langjährigen Leiters der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst ausrichtete. Vom Lehrer-Ensemble bis zur Ballettgruppe, von der Erwachsenen-Jazz-Combo bis zu den Pop Juniors: Sie alle sagten vor zahlreichen Gästen im Friedrichsbau ihrem Musikschulleiter auf ihre Weise Dank für sein großes Engagement.

Ein großer Verlust für unsere Stadt und die Region

„Sie beenden jetzt eine Laufbahn hier in Bühl, die jahrzehntelang Ihren Lebensinhalt ausgemacht hat“, betonte Oberbürgermeister Hubert Schnurr in seiner Laudatio. Wie berichtet, verlässt Kölmel nach mehr als 30 Jahren die Zwetschgenstadt und leitet ab 1. April die Musikschule in Vaterstetten bei München. „Wir bedauern sehr, dass Sie uns verlassen, denn Ihr Ausscheiden ist ein großer Verlust für unsere Stadt und die Region“, so der Rathauschef.

Viele Akzente gesetzt

Mit Fachkompetenz, Aufgeschlossenheit und sehr viel Fingerspitzengefühl habe Kölmel als „Multitalent“ gewirkt und seinen Job nicht nur ausgeübt, sondern als Berufung gelebt. „Unter Ihrer Leitung hat sich der Ruf unserer städtischen Musikschule noch gemehrt, und er wurde weit über unsere Stadtgrenzen hinausgetragen.“ Schnurr erinnerte an einige markante Stationen und das „unermüdliche Engagement“ von Kölmel, der 1986 zur Musikschule kam und 2003 deren Leitung übernahm. Der OB lenkte dabei den Blick auf die vielen Kooperationen, so mit der Lebenshilfe, der Max-Grundig-Klinik sowie den Kindertagesstätten und Schulen, und hob die Gründung der Bigband „Brass & Fun“ und das Jazztival ebenso hervor wie die Partnerschaftsfeiern sowie die „wunderbaren Musiktheateraufführungen“.

Beste Wünsche für Neustart in Bayern

Schnurr bescheinigte dem Musikschulleiter Spontanität, Kreativität, Optimismus, Hilfsbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit sowie einen guten Draht zu Kindern und Jugendlichen, insbesondere auch zur Lebenshilfe. „Deshalb ist mir um Ihre Zukunft auch nicht bange“, sagte der OB, der Kölmel für den Neustart in Bayern viel Kraft und stets eine glückliche Hand wünschte.

Die Pop Juniors hatten für Bernd Kölmel eigens ein Lied komponiert. | Foto: Maier

Musik und Tanz zum Abschied

Mit dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms hatte das Lehrer-Ensemble der Musikschule (Susanne Kaldor, Katharina Hermann, Stefanie Kessler, Susanne Edler-Stoll, Kerstin Lemay, Roman Speck und Klaus Martin Kühn) den Empfang schwungvoll eröffnet. Anmut und Grazie bewies die von Christine Greim geleitete Ballettgruppe (Fiona Greis, Hannah Richter, Nadine Noth, Lea Gerstenberger, Kaja Peters und Jakob Hüttemann).
Mit „Mercy, Mercy, Mercy“ ließ die Jazz-Combo (Martina Fuß, Irina Späth-Schmatenko, Michael Neubert, Klaus-Peter Maier, Dietmar Meier) zusammen mit den Lehrkräften Wlad Larkin (Leitung) und Pirmin Ullrich aufhorchen. Einen besonders bewegenden Moment steuerte die jüngste Band der Musikschule bei: Die Pop Juniors (Sophia Kaiser, Manuel Bäuerle, Luis Huber, Tobias Löprich und Johannes Meier) verabschiedeten sich von Kölmel mit „Au revoir“ (Mark Forster) und einem eigens für ihn komponierten Lied. „Wir werden Dich vermissen, und zwar sehr“ hieß es in „Unser Lied für Bernd“ – und die Pop Juniors sprachen damit den Besuchern aus dem Herzen.

Anmut und Grazie bewies die Ballettgruppe der Musikschule. | Foto: Maier

Ich werde der Region treu bleiben

„Es muss uns hier in der Region um Musiker nicht bange sein, wenn man solche phänomenalen Nachwuchstalente hat“, freute sich Kölmel und umarmte nach dem Auftritt spontan seine „Juniors“.
Es falle ihm unglaublich schwer, die Musikschule zu verlassen, bekannte er und bedankte sich für die Möglichkeit, sich hier zu verwirklichen und vieles ins Leben zu rufen. „Alles haben wir gemeinschaftlich erreicht, ich alleine hätte das nicht geschafft“, sagte Kölmel bescheiden, herzte stellvertretend für alle Weggefährten die Musikschul-Sekretärin Doris Früh und versicherte: „Ich werde der Region treu bleiben.“

 

Bernd Kölmel hat am Freitag, 23. März, seinen letzten Arbeitstag in Bühl. Am Tag darauf wird er auch bei der Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen des Musikschul-Fördervereins gebührend verabschiedet. Sein Nachfolger Bernhard Löffler wird laut Auskunft der Stadtverwaltung am 1. Juli seinen Dienst antreten. Bis dahin übernimmt der Gesangslehrer Christoph Stengel die pädagogisch-künstlerische Leitung der Schule für Musik und darstellende Kunst, der aktuell 1 100 Schülerinnen und Schüler angehören. Für die Verwaltung sind der stellvertretende Musikschulleiter Klaus Martin Kühn und Christoph Stengel gemeinsam zuständig.

 

Deine Spuren bleiben in Bühl

Im Namen des Lehrerkollegiums würdigte der stellvertretende Musikschulleiter Klaus Martin Kühn das Engagement von Bernd Kölmel, dessen größtes Anliegen es sei, Kinder und Jugendliche an die Musik heranzuführen. „Musik prägt“, sagte Kühn mit Blick auf die Persönlichkeitsentwicklung. Dabei sei Kölmel nicht nur Ideengeber, sondern bringe sich aktiv mit voller Kraft und Energie ein. „Deine Spuren werden in Bühl bleiben“, betonte er zu dem Musikschulleiter und überreichte als Dank für die jahrelange Zusammenarbeit eine DVD mit Glanzlichtern der Musikschule. Kühn: „Du warst immer für uns da und hattest nicht nur am ,Tag der offenen Ohren’ ein offenes Ohr für uns.“
„Danke mit einer kleinen Träne im Knopfloch“ sagte auch die Geschäftsführende Schulleiterin Brigitte Neubert und erinnerte an die vielen Projekte und Kooperationen mit den Schulen. Freundschaftlich, wertschätzend und wertvoll, so hätten alle Pädagogen die Zusammenarbeit mit Bernd Kölmel gelobt. Gewöhnungsbedürftig, so weiß Neubert aus eigener Erfahrung, sei der bayrische Dialekt. Aber auch dies werde Kölmel mit Bravour meistern, wünschte sie viel Kraft, Erfolg sowie eine Riesenportion Glück und Zufriedenheit an der neuen Wirkungsstätte. Einen bunten, peppigen Schal zu Kölmels meist schwarzem Outfit übergab sie mit der Bemerkung: „Du hast uns weiterhin am Hals.“
Barbara Laskowski hatte für ihren „langjährigen Weggefährten und Herzensfreund“ eigens ein Gedicht verfasst. „Von mir für dich“ überbrachte sie dem scheidenden Musikschulleiter eine kleine poetische „Wegzehrung“.