Marlies Blume und Fidelius Waldvogel – alias Heike Sauer und Martin Wangler – gastierten erstmals beim „Novemberlicht“ und laden ein zum badisch-schwäbischen Familienfest. | Foto: pr

Badisch-elsässische Kulturtage

Musik und Poesie auf beiden Rheinseiten

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Die badisch-elsässischen Kulturtage unter dem Motto „Novemberlicht“ stehen vor ihrer zwölften Auflage. Musik und Poesie, Kabarett und Theater gibt es vom 10. November bis 1. Dezember  bei zwölf Veranstaltungen auf beiden Seiten des Rheins.

Musik und Poesie, Kabarett und Schauspiel – das „Novemberlicht“ spiegelt die reiche Kulturszene auf beiden Rheinseiten. Die badisch-elsässischen Kulturtage, seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Kulturkalender „hiwwe un driwwe“, bieten auch in ihrer zwölften Auflage ein facettenreiches Programm: Zwölf Veranstaltungen – davon vier auf der elsässischen Seite – locken vom 10. November bis 1. Dezember in der Region zwischen der Ortenau und dem Unterelsass.

Festival sucht am Oberrhein seinesgleichen

„Auch bei seiner zwölfte Auflage kann man sagen, dass es sich um eine Festival handelt, das etwas besonderes ist und am Oberrhein seinesgleichen sucht“, betont Bürgermeister Wolfgang Jokerst bei der Vorstellung des Programms. Das „Novemberlicht“, der Mundart verpflichtet, bezeichnete der Bühler Beigeordnete als „eines unserer wichtigsten Festivals“. Denn: „Es treten Künstler auf, die etwas zu sagen haben“, erläutert Jokerst und hebt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Kulturbereich hervor.
Das einst vom ehemaligen Aspichhof-Gutverwalter Paul Güde und vom früheren Bühler ABB-Redaktionsleiter Knut Schilling initiierte „Novemberlicht“ wird im Zweijahresturnus von der Stadt Bühl, den Umlandgemeinden Bühlertal, Lauf, Lichtenau, Ottersweier, Rheinmünster und Sasbach sowie von den elsässischen Kommunen Drusenheim, Hagenau, Lichtenberg und Marmoutier ausgerichtet.

Der elsässische Liedermacher René Egles gestaltet zusammen mit dem Bühler Kabarettisten Jörg Kräuter den Eröffnungsabend. | Foto: pr

Auftakt mit René Egles und Jörg Kräuter

Zum Festivalauftakt am Samstag, 10. November, kommt ein großer elsässischer Liedermacher und Poet ins Bühler Bürgerhaus Neuer Markt, der mit dem „Novemberlicht“ seit jeher eng verbunden ist: René Egles eröffnet zusammen mit dem Bühler Kabarettisten Jörg Kräuter die Veranstaltungsreihe.
Mit von der Partie bei dieser zwölften Auflage sind viele Gesichter, die dem „Novemberlicht“-Publikum schon bekannt sind, beispielsweise die Kabarettistin Huguette Dreikaus sowie die Liedermacher Robert-Frank Jacobi, Jean-Pierre Albrecht und Isabelle Grussenmeyer aus dem Nachbarland oder der Birsnergerd aus dem badischen Hanauerland.

„BaWü-Menü“ zum Familienfest

Die Kulturreihe wartet aber auch mit einigen neuen Namen auf, informieren Bürgermeister Jokerst sowie Martina Decker vom städtischen Kulturbüro und Petra Ewert, im Rathaus Leiterin der Abteilung Kultur, Schule und Sport. So laden Marlies Blume und Fidelius Waldvogel (alias Heike Sauer und Martin Wangler) erstmals beim „Novemberlicht“ zum badisch-schwäbischen Familienfest und servieren das „BaWü-Menü – zum Fressen gern!“. Mit einem Beitrag aus der Weitenunger Partnergemeinde Mattsee unternimmt das „Novemberlicht“ erstmals einen sprachlichen Ausflug in die Mundart des Salzburger Seenlandes: Paul Lechner, musikalisch begleitet von Maria und Alois Mösl, liest Geschichten und Gedichte über alles, „was das Leben so schreibt“.

Der Schauspieler Stéphane Jost rückt die Kultur der Jenischen in den Blickpunkt. | Foto: pr

Schauspiel auf Elsässisch

Die Kultur der Volksgruppe der Jenischen mit ihrer eigentümlichen Sprache zwischen Alemannisch und Jiddisch rückt das Théâtre de la Choucrouterie aus Straßburg in den Fokus. Der Schauspieler Stéphane Jost nimmt das Publikum mit auf eine Zeitreise unter dem Motto „Henner bei den Jenischen“.
Als ganz besondere Veranstaltung kündigt Bürgermeister Wolfgang Jokerst das Theaterstück „Ich ben a bessi Frau“ an. Francis Freyburger („ein schauspielerisches Schwergewicht“, bekannt aus vielen Filmen) führt diesen innerer Monolog ganz auf Elässisch. Jokerst: „Ich hoffe, das auch viele Interessenten aus Bühl den Weg nach Hagenau finden.“
Karten für alle Veranstaltungen gibt es im Bühler Bürgeramt, Telefon (0 72 23) 93 55 33, und im Bürgerhaus Neuer Markt, Telefon (0 72 23) 9 31 67 99. Für die Veranstaltungen im Elsass wird ein Bustransfer angeboten. Der Programmflyer ist online abrufbar: www.buehl.de

Das Programm
Samstag, 10. November:
20 Uhr, Bühl, Bürgerhaus Neuer Markt. Auftaktveranstaltung mit dem Liedermacher René Egles und dem Kabarettisten Jörg Kräuter.  Dienstag, 13. November: 20 Uhr, Scherzheim, Wasenhalle. „BA-WÜ-Menü“ mit Martin Wangler und Heike Sauer. Mittwoch, 14. November: 19 Uhr, Weitenung, Bürgersaal. Paul Lechner, Maria und Alois Mösl, „Was das Leben so schreibt …“
Freitag, 16. November: 20 Uhr, Drusenheim, Pôle Culturel. Théâtre de la Choucrouterie, Stéphane Jost. „Henner bei den Jenischen“.  Samstag, 17. November: 20 Uhr, Schwarzach, Realschule. Martin Schütt, „Es geht uff Bethlehem“.  Mittwoch, 21. November: 20 Uhr, Ottersweier, Gemeindezentrum St. Johannes. Frl. Knöpfle & ihre Herrenkapelle.  Freitag, 23. November: 19 Uhr, Lauf, Bürgersaal im Rathaus. Christophe Voltz/Gaël Siffert und Heinz Wendling. Samstag, 24. November: 20 Uhr, Bühlertal, Haus des Gastes. Huguette Dreikaus. Samstag, 24. November: 20 Uhr, Marmoutier, Gemeindesaal: Robert Frank Jacobi und Anita Pirmin. Dienstag, 27. November: 20.30 Uhr Haguenau, Théâtre municipal. „Ich ben a beesi Frau“ mit Francis Freyburger. Mittwoch, 28. November: 20 Uhr, Obersasbach, Toni-Merz-Museum. Jean-Pierre Albrecht und Otmar Schnurr. Samstag, 1. Dezember: 18 Uhr, Lichtenberg, Gemeindesaal, Isabelle Grussenmeyer, Thomas Etteré, Adrien Geschickt und Gerd Birsner.