Millionenprojekt: Auf dem Brachland der Illenauwiesen könnten im neuen Jahr die Bagger anrollen. Das Unternehmen Powercloud will hier eine neue Firmenzentrale errichten, inklusive Hotel, Tiefgarage und Wohnungen. | Foto: Daniela Busam

Planungen auf Hochtouren

Neuer IT-Campus in Achern: Gespräche mit Hotelketten

Anzeige

Dieses städtebauliche Großprojekt ist in der Hornisgrindestadt bislang einmalig: Wie berichtet, investiert Powercloud-Geschäftsführer Marco Beicht 85 Millionen Euro in einen IT-Campus auf den Illenauwiesen. Dort soll ein großes Firmengebäude entstehen, daneben eine Wohnanlage und ein Hotel für Geschäftsleute und Firmenbesucher.

„Das ist die beste Lösung für alle Seiten“, betont Powercloud-Chef Marco Beicht im Gespräch mit dem Acher- und Bühler Bote und bnn.de. Erhebliche finanzielle Mittel fließen in das Projekt. Mit der Stadt Achern hat er einen um circa 1,5 Millionen Euro höheren Kaufpreis vereinbart. Mit den Einnahmen plant die Stadt den Bau nachhaltiger Sozialwohnungen und den Ausbau von Kindergartenplätzen.

Platz für 200 Powercloud-Mitarbeiter

„Der neue IT-Campus ist wichtig, um Platz für rund 200 Mitarbeiter zu haben, die wir hier am Gründungssitz benötigen“, erklärt der 35-jährige Unternehmer aus Achern. Denn die bisherige Zentrale in Mösbach platzt mittlerweile aus allen Nähten. Im ersten Bauabschnitt entsteht das Firmengebäude. Daneben folgen in einem zweiten Bauabschnitt ein Hotel und erste Wohnungen, weitere entstehen im dritten und vierten Abschnitt. Insgesamt 140 Wohnstätten werden es sein, nicht nur für Arbeitnehmer von Powercloud. „Es ist davon auszugehen, dass nicht alle Mitarbeiter auf dem Campus wohnen werden.“

Verhandlungen mit Hotelketten

Das geplante Hotel sei, so Beicht, für das Unternehmen sehr wichtig, da Besucher von Partnerfirmen vor Ort entsprechende Übernachtungsmöglichkeiten benötigen. „Diese Nachfrage müssen wir befriedigen. Ein modernes Hotel fehlt derzeit in Achern“, erklärt Beicht. „Unsere Kunden und Partner möchten sich in ihrem gewohnten Standard aus größeren Städten wiederfinden.“ Ein Hotel unter eigenem Namen traut er sich indes nicht zu, zu groß wäre die Ablenkung vom Kerngeschäft. Derzeit laufen Gespräche mit größeren Ketten und professionellen Betreibern.

Bäcker soll Angebot ergänzen

Welche Kette den Zuschlag für den Hotelbetrieb erhält, ist aber noch nicht klar. „Da sind wir noch in Verhandlungen“, erklärt der Powercloud-Chef. Auch ein Bäcker soll das Angebot auf dem neuen IT-Campus ergänzen. Beicht kann sich dabei die Zusammenarbeit mit einer regionalen Bäckereikette vorstellen.

INF_Zentrale_Powercloud
Neue Firmenzentrale will sich selbst versorgen

Unter dem Firmengebäude soll eine großflächige Tiefgarage mit mehr als 400 Stellplätzen entstehen, ein Teil davon auch öffentlich, viele auch mit Ladesäulen für die E-Mobilität. Beim Bau setzt Powercloud auf erneuerbare Energien wie Solar und Batteriespeicher: „Wir werden uns zu einem sehr großen Anteil selbst mit Strom, Wärme und Kälte versorgen“, ist Beicht überzeugt. Im Laufe des kommenden Jahres ist der Beginn der Tiefbauarbeiten vorgesehen, sollte die Stadt bis Ende 2019 die entsprechenden Genehmigungen erteilen.

Mühlbach statt Bahntrasse

Um 2021/22 könnte dann der Umzug auf das neue Areal folgen. Beicht setzt bewusst auf eine weitläufige Anordnung der Gebäude und nicht auf Verdichtung: „Der Blick in den Park und das weitläufige Design schafft eine sehr hohe Arbeits- und Wohnqualität.“ Mühlbach statt Bahntrasse: Ein Grund, warum sich Powercloud für die Illenauwiesen entschied. „Das ehemalige Glashüttenareal kam für mich weder aufgrund der Lage noch der Verdichtung in Frage. Beide Faktoren passen nicht zu meinen Anforderungen an Qualität, Nachhaltigkeit und das Gefühl vom Blick ins Grüne. Meine Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen und eine gute Work-Life-Balance vorfinden“, betont der 35-Jährige.

Tochtergesellschaften planen IT-Campus

Er selbst plant die Anlage nicht. Diese umfangreiche Aufgabe übernehmen die KAREMHA real estate GmbH als Entwicklungsgesellschaft und die KAREMHA trusted advisers GmbH, einem konzernverbundenen Beratungsunternehmen. Sie realisieren das Acherner Millionenprojekt und akquirieren entsprechende Baufirmen. Beide sind 100-prozentige Tochtergesellschaften der KAREMHA holding GmbH unter welcher Beicht seine unterschiedlichen Beteiligungen führt.

Transparentes Verfahren

Über eine Website will Marco Beicht die Öffentlichkeit über die Baufortschritte informieren, sobald es losgeht. Derzeit nimmt sein Unternehmen viele Bewerbungen entgegen, darunter nicht nur IT-Experten, sondern auch künftige Mitarbeiter für die Verwaltung. Zahlreiche Interessenten kommen aus der Region. Marco Beicht betont: „Wir glauben an unser Projekt. Sonst würden wir nicht so viel Geld in die Hand nehmen.“