Skifreuden noch ohne Skilift Ende der 1920er- Jahre. Die Hundseck war eine Wiege des Wintersports im Schwarzwald. | Foto: pr

Historische Postkarten

Neues Buch beleuchtet die Schwarzwaldhochstraße zu Großvaters Zeiten

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Die Liste ihrer Fans reicht von der österreichischen Kaiserin Sissi über Bundeskanzler Konrad Adenauer bis hin zu Boris Becker, der hier sogar seine Hochzeitsnacht verbrachte. Die Schwarzwaldhochstraße zählt bis heute zu den schönsten Touristik-Routen Europas und lockt immer noch mehr oder weniger prominente Menschen an – doch die goldenen Zeiten des Höhengebiets liegen schon viele Jahrzehnte zurück.

An die glanzvollen Zeiten der Schwarzwaldhochstraße erinnert das Buch von Roland Seiter | Foto: pr

Im ausgehenden 19. Jahrhundert gaben sich die Reichen und Schönen aus halb Europa die Klinke in den prächtigen Kurhäusern in die Hand. Kaum jemand weiß dies besser als der Baden-Badener Pressesprecher Roland Seiter, der als gebürtiger Bühler von Kindesbeinen an ein Faible für die Magie der B 500 entwickelte und sich dabei auch nicht vom fortschreitenden Zerfall der einstigen Nobelherbergen abschrecken ließ. Im Gegenteil: Seiter zählt zu den Gründervätern des Vereins Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße und präsentiert historischen Ansichten der Hochstraße auf Vorträgen in der gesamten Region.

Roland Seiter ist seit 1990 Pressesprecher der Stadt Baden-Baden und sammelt historische Postkarten | Foto: pr

„Ich sammle seit 20 Jahren Postkarten und viele Accessoires von der Schwarzwaldhochstraße“, berichtet der 61-Jährige, der seit 1990 als Sprecher der Kurstadt tätig ist. Mit dem inzwischen 120 Mitglieder zählenden Verein will er unter anderem das Kurhaus Sand vor jenem Schicksal bewahren, dass das gleichnamige Hotel auf der Hundseck ereilte: den Zerfall und Teilabriss. Mittlerweile hat das Kulturerbe-Team die alte Kirche im Forbacher Ortsteil Herrenwies gekauft und nutzt sie als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum.

Die ehemalige Waldkolonie Herrenwies mit der Kirche zeigt diese alte Postkarte aus der Sammlung Seiter. | Foto: pr

Zurück zu den historischen Postkarten, mit denen Roland Seiter die alten Zeiten wieder aufleben lassen kann. „Bei den Vorträgen haben mich viele Menschen gefragt, ob ich daraus nicht ein Buch machen kann“, berichtet der passionierte B500-Fan, der auf der Höhe jede Kurve kennt. „Ich kann die Hochstraße im Schlaf fahren“, sagt er.

37 Stationen von Geroldsau bis Freudenstadt

In seinem mittlerweile vierten Buch zeigt der Hobby-Historiker, wie seine heimliche Liebe zu Großvaters Zeiten aussah. Und zwar an 37 Stationen vom Baden-Badener Stadtteil Geroldsau als Startpunkt bis nach Freudenstadt. Er wolle das Bewusstsein und die Sensibilität für die Schönheiten „unserer prachtvollen Schwarzwald-Höhenlandschaft“ schärfen, schreibt Roland Seiter in seinem Vorwort über die fast 60 Kilometer lange Hochstraße.

„Erlebnis Schwarzwaldhochstraße … zu Großvaters Zeiten“ von Roland Seiter, Verlag Regionalkultur, 108 Seiten mit 442 Abbildungen. ISBN 978-3-95505-087-0, Euro 17,90, ab sofort im Buchhandel erhältlich.