Neujahrsempfang in Achern: Landtagsabgeordneter Willi Stächele, Anja Bauer, Dietmar und Angelika Stiefel sowie Roswitha und Klaus Muttach (von links). | Foto: Roland Spether

Agenda 2030

OB Muttach sagt zehn gute Jahre für Achern voraus

Anzeige

Was wird sein im Jahr 2030? Mit dieser Frage befasste sich Oberbürgermeister Klaus Muttach am Freitagabend beim Neujahrsempfang in der Großweierer Schloßfeldhalle. Dazu hat er Frank König eigens einen Film drehen lassen, in dem er Menschen aus Achern die Frage beantworten lässt, wie sie persönlich die Zukunft ihrer Stadt sehen. Er selbst zeigte sich davon überzeugt, dass die nächsten zehn Jahre „gute Jahre für unsere Stadt werden“ und forderte die Menschen dazu auf Achern „gemeinsam, engagiert, achtsam und leidenschaftlich zu gestalten“.

Acherner Agenda 2030

Vor mehreren hundert geladenen Gästen spannte der Oberbürgermeister den Bogen vom Weltgeschehen über den Klimawandel bis hin zur Acherner „Agenda 2030“. Dabei sparte Muttach auch nicht mit deutlichen Worten. Vor dem Hintergrund der bei einer Reise nach China gewonnenen Eindrücke zeigte er sich davon überzeugt, dass „wir in Deutschland für unsere Ideale von Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen müssen“. Gleichzeitig prangerte er eine „schreiende Ungerechtigkeit“ an: „Es darf doch nicht sein, dass die 80 reichsten Menschen der Welt zusammen so viel haben wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit zusammen“. Das werde „die Weltgemeinschaft eines Tages zerreißen, wenn wir nicht den Willen und die Kraft haben dies zu ändern“.

Digitalisierung ist nicht alles

Getreu dem Motto „Das nächste Jahrzehnt wird digital sein“ sprach Muttach aktuelle Acherner Themen an. Doch die Versorgung aller Acherner Bürger mit schnellem Internet und der Ausbau digitaler Lernmöglichkeiten für die Schüler ist für den Oberbürgermeister nicht alles: „Trotz Digitalisierung gibt es ein großes Bedürfnis der Menschen nach Begegnungen, persönlichen Gesprächen und gemeinsamen Aktivitäten.“ Während die Illenau dafür gute Voraussetzungen biete, sieht Muttach Defizite im Stadtzentrum. Deshalb warb der Oberbürgermeister für die Neugestaltung der Flächen rund um das Rathaus Am Markt ebenso wie für den auf den „Illenauwiesen“ geplanten Park am Mühlbach: „Das schafft Lebensgefühl und stärkt die Innenstadt“. Darüber hinaus will er mit dem Kultur- und Tagungszentrum bis zum Jahr 2023 das „Jahrhundertprojekt Illenau“ abschließen. Angesichts der guten Finanzlage sei die Stadt in der Lage, diese Ziele auch zu verwirklichen. Die Stadt habe im Jahr 2019 mit 23,9 Millionen Euro die höchsten Gewerbesteuereinnahmen der Geschichte erzielt.

2024 Baubeginn für Klinik

Und schließlich erwartet Muttach für das Jahr 2030 auch die Fertigstellung des neuen Klinikums im Brachfeld. Den Gegnern des Projekts warf er „Effekthascherei“ und „Oberflächlichkeit“ vor. Sie würden nicht „zum Stolperstein auf dem Weg in die Zukunft, sondern bleiben als Randnotiz der Geschichte zurück“. Er ist optimistisch, dass bereits im Jahr 2024 mit dem Bau begonnen werden kann.

Geballte kommunalpolitische Erfahrung: Für jahrzehntelanges Engagement im Gemeinderat und in den Ortschaftsräten zeichnete Oberbürgermeister Klaus Muttach verdiente Bürgervertreter aus. | Foto: Roland Spether

Engagement gewürdigt

Der Neujahrsempfang bot nicht nur Raum für ein humorvoll-hintergründiges Zwischenspiel im Wagshurster Dialekt (Rolf Walter sowie Markus und Thorsten Ell) und einen Auftritt der Garde der Narrhalla Achern, sondern auch den Rahmen für zahlreiche Ehrungen. Mit der Verdienstmedaille des Städtetags in Silber für 20-jährige Tätigkeit als Ortschaftsrat oder Stadtrat wurden Gerold Bahls, Andreas Federle, Rudi Meyer, Hans Jürgen Morgenstern (alle Gamshurst), Thomas Beck (Großweier) und Markus Schindler (Önsbach) geehrt. Das goldenen Verdienstabzeichen für 30-jährige kommunalpolitische Tätigkeit erhielten Jutta Römer, Thomas Kohler, Helmut Huber, Gebhard Glaser sowie Alois Berger-Köppel. Ferner erhielt Michael Denu (DLRG) die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, Marie Bühler und die in Achern beheimatete Deutsche Hilfsaktion für Missionskrankenhäuser (DHM) wurden mit der Bürgermedaille der Stadt Achern ausgezeichnet.