Vorsichtiges Zwischenfazit: Die Landwirte in der Ortenau beklagen zwar einen Schaden, aber sie scheinen glimpflich davongekommen zu sein.
Vorsichtiges Zwischenfazit: Die Landwirte in der Ortenau beklagen zwar einen Schaden, aber sie scheinen glimpflich davongekommen zu sein. | Foto: B. Spether

Ernte-Schäden

Obstbauern in der Ortenau kommen mit blauem Auge davon

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Ein wenig scheinen die Obstbauern in der Region derzeit durchatmen zu können. Nach mehreren frostigen Nächten sah es um die Ernte in diesem Jahr überhaupt nicht gut aus. Inzwischen hat sich die Lage zumindest vorübergehend beruhigt.

So lässt sich ein vorsichtiges Zwischenfazit ziehen. „Es wird – Stand jetzt – sicher keinen Totalschaden geben, aber wir haben auch keine Vollernte“, sagt Klemens Kammerer aus Renchen-Ulm. Vor allem in den tieferen Lagen auf seinem hügeligen Gelände sei der Schaden enorm. Insgesamt geht der 45-Jährige von einem Schaden von 30 bis 40 Prozent aus. Aber, und das ist die gute Nachricht: „Es gibt Obst.“

Markus Grimmig aus Oberkirch hat auch die Hoffnung, dass es nicht ganz so schlimm werde wie befürchtet. Zahlen zum Ausmaß des Schadens nennt er zwar keine, aber es gebe große Unterschiede auf seiner Anlage. „Die Bandbreite des Schadens ist extrem groß. In schlechten Lagen sieht es nicht gut aus, aber wir scheinen Glück gehabt zu haben“, vermutet der 48-Jährige.

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Schaden bei Äpfeln sind teilweise sehr stark

Wie sieht es bei den einzelnen Sorten aus? Kammerer beziffert den Schaden bei den Äpfeln teilweise als sehr stark, an manchen Plantagen auch mittelgroß. Besser sehe es bei den Kirschen aus, „die könnten noch gut werden“, meint der Obstbauer. Dagegen rechnet er bei den Zwetschgen mit einem Ernteeinbruch von 50 Prozent. Doch das könnte einen positiven Effekt haben. „Weniger Früchte beim Steinobst könnten für bessere Qualität sorgen“, hofft Kammerer.

Das Angebot beim Steinobst wird deutlich kleiner sein als in den Vorjahren.

Markus Grimmig, Obstbauer aus Oberkirch

Ziemlich ähnlich lautet die Prognose bei Grimmig. Bei Äpfeln sei ein geringer bis kleiner Schaden zu befürchten, die Zwetschgen dagegen seien am schwersten von den frostigen Nächten in den vergangenen Wochen betroffen. Da Steinobst nicht wie beispielsweise Äpfel von einer Beregnungsanlage mit Wasser bespritzt werden kann, ist es auch schwieriger zu schützen.

Auswirkungen hat die geringe Erntemenge wohl auch für die Kunden. „Das Angebot beim Steinobst wird deutlich kleiner sein als in den Vorjahren. Deswegen geht die Tendenz zu steigenden Preisen“, erklärt Grimmig. Kammerer erwartet das ebenso.

Bei weiteren frostigen Nächten leidet auch der Kunde

Noch sollten die Folgen für den Verbraucher aber nicht allzu stark spürbar sein. Dazu haben die steigenden Temperaturen beigetragen. „Wir kommen mit einem blauen Auge davon, wenn das Wetter so bleibt“, sagt Kammerer. Früchte, die jetzt nicht kaputt seien, hätten die besten Voraussetzungen.

Folgen allerdings wieder kältere Nächte, was im April keine Seltenheit ist, leiden darunter die Obstbauern mit einem weiteren Einbruch der Ernte und am Ende der Kette auch die Kunden, die tiefer in die Tasche greifen müssen. „Wir müssen weiter abwarten“, sagt Grimmig, der wie alle Landwirte in der Region nervös bleibt.

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