Die Zeitkapsel wurde 2018 feierlich in den Grundstein eingebracht und sollte ein langes Leben der „Anima“ überdauern. Abgeordneter Tobias Wald (links) war bei der Grundsteinlegung, jetzt bittet Sonja Schuchter (zweite von links) auch ihn um Hilfe.
Die Zeitkapsel wurde 2018 feierlich in den Grundstein eingebracht und sollte ein langes Leben der „Anima“ überdauern. Abgeordneter Tobias Wald (links) war bei der Grundsteinlegung, jetzt bittet Sonja Schuchter (zweite von links) auch ihn um Hilfe. | Foto: Archiv Roland Spether

Offener Brief nach Stuttgart

Nach dem Aus der Anima-Tierwelt: Bürgermeisterin bittet Ministerpräsident um Hilfe

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Nach dem überraschenden Aus der „Anima Tierwelt“ in der vergangenen Woche, wandte sich Sasbachwaldens Bürgermeisterin Sonja Schuchter am Mittwochnachmittag in einem offenen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Landtagsabgeordneten der Region Willi Stächele, Tobias Wald und Thomas Marwein.

Sie zeigte sich darin noch nicht bereit, das Vorhaben aufzugeben und bat deshalb das Land, die Gemeinde Sasbachwalden finanziell oder bei der Suche nach einem Investor zu unterstützen.

„Anima“ als Leuchtturmprojekt für den Schwarzwald

Für sie als Bürgermeisterin, aber auch für gesamte Region sei die Nachricht niederschmetternd gewesen. Die Gemeinde hatte große Hoffnungen in das Projekt eines zeitgemäßen Tiergartens am Breitenbrunnen gesetzt.

„Zu Recht wurde die Anima-Tierwelt als Leuchtturmprojekt für den Schwarzwald und damit auch für Baden-Württemberg bezeichnet. Naturverbundenheit, Therapie mit Tieren und ein nachhaltiges und professionelles Konzept zeichnen dieses Projekt aus“, schrieb sie in ihrem Brief an den Ministerpräsidenten.

Alle Mittel ausgeschöpft

Wie die Geschäftsführerinnen Maria Wruck und Davina Schmitz mitteilten, haben sich die ursprünglich auf 20 Millionen Euro angesetzten Kosten nach Abschluss der Planungs- und Genehmigungsphase nochmals um ein Vielfaches erhöht.

Sie hätten alle Mittel ausgeschöpft, um die Tierwelt noch zu realisieren, dann aber entschieden das Projekt noch vor größeren baulichen Eingriffen am Breitenbrunnen, der Einstellung von Arbeitskräften und der Anschaffung von Tieren zu stoppen.

Nach „Anima“ folgt Tierpark bei der Alexanderschanze

Dass das Vorhaben aufgrund einer Kostensteigerung weitere Mittel beansprucht hätte, bestätigte Schuchter in ihrem Schreiben: „Leider war es mir gemeinsam mit Frau Wruck und Frau Schmitz bis dato nicht gelungen, tatsächlich öffentliche Mittel dafür zu akquirieren, was ich außerordentlich bedaure.“

Nachdem sie nun am Montag dem ABB entnommen hatte, dass auch der Tierpark bei der Alexanderschanze in Freudenstadt auf der Kippe stehe, bitte sie den Ministerpräsidenten nun eindringlich um Unterstützung der „Anima Tierwelt“.

Vorarbeiten und Investitionen schon erbracht

Schuchter wies darauf hin, dass die wesentlichen Voraussetzungen für das Projekt bereits geleistet seien: „Neben den erforderlichen Genehmigungen für den Tierpark hat die Gemeinde bereits circa 800.000 Euro für die Neuverlegung einer Wasserleitung investiert, da dies Voraussetzung für den Betrieb war. Daneben wurden von den Geschäftsführerinnen ein hoher Betrag in die Leitungsinfrastruktur auf dem Gelände sowie eine enorme Summe in das Anlegen eines Parkplatzes finanziert.“

Angesichts all der aufgebrachten Vorarbeit sei es ihr deshalb wichtig, dass das Projekt – gegebenenfalls auch in veränderter Form – umgesetzt werde.

Ich brauche Ihre Unterstützung.

Sie appellierte deshalb an Kretschmann und die Abgeordneten: „Ich habe die eindringliche Bitte an Sie, uns bei ,Anima‘ finanziell zu unterstützen. Vielleicht kann das ,Aus‘ dann noch abgewendet werden. Sollte dies unumgänglich sein, bitte ich um Unterstützung auf der Suche nach einem Investor und bei der Gewährung von Zuschüssen. Aufgrund der finanziellen Situation unserer Gemeinde werde ich weiter alles dafür unternehmen, den Breitenbrunnen zu reaktivieren. Trotzdem brauche ich Ihre Unterstützung.“

Am Ende ihres offenen Briefes bat die Sasbachwaldener Bürgermeisterin um ein persönliches Gespräch. Sie stehe jederzeit telefonisch zur Verfügung. Für einen zeitnahen Termin sei sie auch bereit, den Weg nach Stuttgart in Kauf zu nehmen, um mit der Landesregierung zu verhandeln.