Ein Pandemieplan liegt im Ortenau Klinikum in den Schubladen. Damit bereitet man sich auf den Ausbruch ansteckender Krankheiten vor. | Foto: Roessler

Coronavirus und Influenza

Pandemieplan für Corona und Co. liegt beim Ortenau Klinikum in der Schublade

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Das Ortenau Klinikum hat sich auf ein mögliches Auftreten des Coronavirus in der Region vorbereitet. Derzeit sehe man das Risiko einer Epidemie oder gar einer Pandemie – also einer die Kontinente überschreitenden Erkrankung – eher als gering an, sagt der Chefarzt der Klinikhygiene in Offenburg, Andreas Christian Schröder.

„Wir sind immer aus Ausbrüche vorbereitet, wir haben einen Pandemieplan, der über die einzelnen Standorte hinweg greift“, so Schröder im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Corona-Virus sei eng verwandt mit dem SARS-Erreger, so dass man auf die entsprechenden Planungen und auch auf besondere Atemschutzmasken zurückgreifen könne. Diese seien so ausgelegt, dass sie auch Viren aus der Atemluft filtern können.

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Influenza bleibt Thema

Während man im Ortenau Klinikum dem Thema Coronavirus noch gelassen entgegen blickt („wir wissen noch nicht viel über den Fall, der in Bayern aufgetreten ist“) gilt besondere Aufmerksamkeit derzeit vor allem einer möglichen Influenza-Erkrankung, nachdem das Land zuletzt vor einer Grippewelle gewarnt hatte. Dabei ist die Ortenau in den letzten Jahren vor dieser durchaus gefährlichen Viruserkrankung weitgehend verschont geblieben.

Vergangenes Jahr so erinnert sich Schröder, haben man einen „Hotspot“ in Wolfach gehabt, der Erkrankungsschwerpunkt wie aber weitgehend außerhalb des Ortenaukreises gelegen. Insgesamt sei es in Sachen Influenza bislang eher ruhig, es komme aber immer wieder zu Infektionen wie kürzlich in einer Station im Ortenau Klinikum am Ebertplatz in Offenburg. In solchen Fällen werde dann bei einer entsprechenden Häufung die Station isoliert, die Aufnahme weiterer Patienten gestoppt.

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Sind Mitarbeiter betroffen?

Eine wichtige Frage sei dann auch, ob und in welchem Umfang Mitarbeiter betroffen sind. Gegebenenfalls verlege das Klinikum dann planbare Operationen, um eine gewisse Entlastung im Krankenhaus zu schaffen. Der Umgang mit solchen Infektionen gehöre zur Routine des Klinikbetriebs.

Dabei könne man ziemlich genau vorhersagen, wann sich die Grippewellen in Deutschland aufbauen: Nach dem Oktoberfest, nach den alljährlichen Weihnachtsfeiern und zur Fastnachtszeit, also immer dann, wenn Menschen auf engen Raum bei teilweise schlechter Durchlüftung lange zusammen sind.

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Vorgehen wie bei Massenunfall

Der Pandemieplan sieht vor, dass die Notaufnahmen melden, wenn eine Häufung bestimmter Infektionskrankheiten auftritt. Dan werde sich der Arzt an seine Vorgesetzten wenden, die gegebenenfalls eine Reihe von Maßnahmen auslösen und zum Beispiel mehr Ärzte und Pflegepersonal in den Dienst rufen – ein Vorgehen ganz ähnlich wie zum Beispiel bei einem Massenunfall.

Da kranke Menschen ins Krankenhaus gehen, besteht natürlich immer die Gefahr der Übertragung von Krankheiten in den Kliniken insbesondere in den Notaufnahmen.  Zuletzt hatte der Kreis wie berichtet nach dem Auftreten von Masernerkrankungen mögliche Kontaktpersonen gesucht, die auf die infizierten in einer der Notaufnahmen getroffen waren.

Zwei neue Masernfälle

Nach Informationen dieser Zeitungen, die der Kreis offiziell noch nicht bestätigen wollte, sind inzwischen zwei weitere Masernfälle in der Ortenau aktenkundig geworden. Kreissprecher Kai Hockenjos verwies in diesem Zusammenhang auf eine geplante Pressemitteilung.

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