Hoch hinaus geht es mit dem „Sky-Shooter“: Das Lieblingsgerät des Euroviva- Geschäftsführers katapultiert die Springer 25 Meter hoch in die Luft. | Foto: Euroviva

Euroviva Achern baut Eventmodule

Per Gummiseil zum Nervenkitzel

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Mancher Adrenalinkick hat seinen Ursprung in Achern: Sprungturm, Riesentrampolin oder Hochseilgarten – die Firma Euroviva entwickelt und baut sogenannte Eventmodule. Seit 25 Jahren gibt es das Unternehmen, das seinen Sitz zunächst in Karlsruhe hatte und nun seit elf Jahren in Achern nahe der Illenau ansässig ist. Mit ihren Angeboten will Euroviva „emotionale Erlebniswelten“ schaffen.

Da steckt viel Technik drin

Während nebenan das geschäftige Rattern einer Nähmaschine zu hören ist, zeigt Thomas Mezger das Modell eines dieser Eventmodule: ein sogenanntes Bungee-Trampolin. Mehrere Püppchen sind links und rechts an Gummiseilen festgemacht, die die echten Springer später besonders hoch hüpfen oder sogar Salti schlagen lassen. Mezger ist gemeinsam mit seiner Frau Alessandra Crisafulli-Mezger Geschäftsführer der GmbH.

Euroviva Thomas Mezger Bungee-Trampolin
Am Anfang steht das Modell: Thomas Mezger zeigt die Miniatur-Version des Bungee-Trampolins. | Foto: Stefanie Prinz

Sein Lieblingsgerät? Das ist ein rund 20 Meter hohes kranartiges Gerüst, das Springer an Gummiseilen befestigt 25 Meter hoch in die Luft katapultiert. „Da steckt viel Technik drin, und er ist sehr schnell aufgebaut“, sagt Mezger. Dass die Geräte möglichst schnell einsatzbereit sind, sei eines der Merkmale des Angebots. Der „Sky-Shooter“ kann auf einem Anhänger für den Transport klein verpackt und in einer Stunde aufgebaut werden. Die Module werden aber nicht nur mobil, sondern auch stationär für Parks hergestellt.

Ein Patent ist ein enormer Aufwand

Entwickelt werden die Produkte nach Kundenwünschen oder eigenen Vorstellungen, produziert und montiert wird bei der Heckelfabrik, manche Teile kommen von auswärtigen Firmen. Zudem hat Euroviva eine eigene Polsterwerkstatt und eine Näherei. Dann folgt die TÜV-Abnahme und eventuell eine Patentanmeldung – allerdings nicht immer: „Das ist ein enormer Aufwand für ein kleines Unternehmen“, sagt Thomas Mezger. Zehn fest angestellte Mitarbeiter hat Euroviva, dazu kommen zahlreiche Hilfskräfte. Die Module werden hauptsächlich verkauft, aber auch vermietet – in den ersten zehn Jahren war der Anteil noch umgekehrt. Zudem ist das Unternehmen auf Messen vertreten, zuletzt zum Beispiel auf der Oberrheinmesse in Offenburg.

Trampoline und Kinder-Hochseilgärten

Angefangen habe alles in seiner Universitätszeit, erklärt Thomas Mezger: Bereits während seines Maschinenbaustudiums habe er Bungee-Jumping angeboten, sagt der heute 50-Jährige, der aus Stuttgart stammt. Dann hätten die Kunden nach weiteren Produkten gefragt, das Geschäft wuchs. Heute macht er im Unternehmen die Konstruktionen. Die Hauptprodukte sind inzwischen die Bungee-Trampoline sowie Hochseilgärten speziell für Kinder – die meisten Nutzer der Module sind allerdings zwischen 16 und 30 Jahre alt. Auch Hüpfburgen und Rutschen stellen die Mitarbeiter in Achern selbst her.

Unternehmen betreibt auch Sprunghallen

Als eine Besonderheit im Katalog nennt Mezger außerdem einen zehn Meter hohen mobilen Eiskletterturm – nach eigenen Angaben der ersten weltweit, der zum Patent angemeldet sei. Zudem ist Euroviva Ausstatter und Betreiber von Sprung- und Trampolinhallen: im Sommer in Waldbronn, im Winter in Offenburg zusammen mit der Messe und seit Neuestem in Remchingen. Das „Euro“ im Firmennamen komme dabei nicht von ungefähr: Euroviva habe sich als Produzent deutscher Qualität im In- und Ausland einen Namen gemacht, sagt Thomas Mezger. „Und die Ideen gehen uns nicht so leicht aus.“