DIE PLANENTWÜRFE der Architekturstudenten waren bei der Bürgerversammlung zu sehen, die Önsbacher konnten ihre Meinung dazu sagen. | Foto: Peter Meier

Großprojekt in Önsbach

„Rakete Dorfzentrum ist startklar“

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Nachdem die erforderlichen Grundstücke nun zur Verfügung stehen, nehmen die Pläne zum neuen Dorfzentrum in Önsbach mit der Möglichkeit zur Ansiedlung von Einzelhändlern und den in der  jüngsten Bürgerversammlung vorgestellten Modellen von Architekturstudenten allmählich Gestalt an.

Von unserem Mitarbeiter Peter Meier

„Wir haben jetzt die einmalige Chance, den Ortsmittelpunkt von Önsbach neu zu gestalten“. Dies betonte Roland Hildebrand bei der Bürgerversammlung unter dem Thema „Wir bauen unser Dorfzentrum“ am Dienstagabend in der Turn- und Festhalle. Den Mitgliedern des Bürgervereins mit der Vorsitzenden, Ortsvorsteherin Christine Rösch, gelang es, ihre Begeisterung für das ehrgeizige Gemeinschaftsprojekt auf die Bürger zu übertragen. Das Ziel, dass sich möglichst viele Einwohner mit ergänzenden Fragen und Anregungen, Impulsen und Ideen in der künftigen Gestaltung mit einbringen, wurde erreicht, was in der intensiven Gesprächs- und Arbeitsphase deutlich wurde.

Enorme Resonanz

Bei der Begrüßung war Christine Rösch tief beeindruckt von der enormen Resonanz dieser Veranstaltung. Optimistisch hatte man mit vielleicht 200 Besuchern gerechnet, aber es kamen immer mehr, zusätzliche Stühle wurden herbeigeschafft. Schließlich war die Halle mit rund 300 Teilnehmern gefüllt. „Die Rakete Dorfzentrum ist jetzt startklar“, freute sie sich, mit der Unterstützung der Bevölkerung als „Schubkraft“ könne jetzt der Countdown für das Projekt beginnen.

Anfragen von Lebensmittelhändlern

Zunächst gab Gerold Weber einen Rückblick darauf, was bisher geschah – von der Gründung des Bürgervereins im Jahr 2015 und der Bildung der Arbeitskreise bis hin zur Bildung der Projektträger GmbH und dem Kauf des Geländes der ehemaligen Warengenossenschaft. Roland Hildebrand stellte den aktuellen Stand der Überlegungen und Zielvorstellungen vor. Nachdem die erforderlichen Grundstücke jetzt zur Verfügung stehen, sei es möglich, einen Lebensmittelmarkt als neuen Nahversorger zu gewinnen, entsprechende Anfragen von Ketten wie Norma und Penny lägen vor.

„Herzstück“ für Senioren

Die Anbindung direkt an die B3 sei grundsätzlich möglich, aber im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens noch zu genehmigen. Zum künftigen Dorfzentrum seien Fußwegverbindungen angedacht, eine gemeinsame Nutzung von Parkplätzen wäre sinnvoll. „Herzstück“ des Projekts sei das künftige Dorfzentrum, das älteren Mitbürgern Gelegenheit geben soll, ihren Lebensabend in Önsbach zu verbringen. Auf mögliche Eckdaten einer künftigen Nutzung ging Hildebrand ausführlich ein, machte aber auch deutlich, dass noch keine Entscheidungen getroffen wurden. Angedacht sei eine Senioren-Wohngemeinschaft für bis zu zwölf Personen, zwölf barrierefreie Wohnungen für je eine oder zwei Personen, ein Umzug der Ortsverwaltung in dieses Zentrum, das Ort der Begegnung für alle Generationen werden soll. Ergänzend sollen ein Café oder Bistro sowie Räume für privatwirtschaftliche Tätigkeiten hinzukommen.

Architektonische Gestaltung zentral

Andreas Braun als Geschäftsführer der Bauträger Projekt GmbH machte deutlich, dass neben der künftigen Nutzung auch die architektonische Gestaltung eine wesentliche Rolle spielen wird, da von diesem Projekt das künftige Erscheinungsbild von Önsbach nachhaltig geprägt werde. Einen Glücksfall nannte er die Bereitschaft von Dozent Hans Nungeßer, zusammen mit 17 Architektur-Studenten der Uni Karlsruhe Gestaltungsvorschläge für das künftige Dorfzentrum zu erarbeiten. Alle Modelle wurden in der Halle gezeigt, die Besucher konnte ihre Meinung dazu sagen. Drei Entwürfe wurden von einer Jury der Universität als besonders gut bewertet, Christian Fritz, Sarah Nees und Johanna Gegenbauer hatten Gelegenheit, ihre Arbeiten kurz zu präsentieren.

Ideeninseln und Austauschmöglichkeiten

Nicole Saile ist Ansprechpartnerin für das Thema „Quartiersentwicklung“ beim Gemeindetag. Sie hob das beispielhafte bürgerschaftliche Engagement beim Projekt „Wir bauen unser Dorfzentrum“ hervor und leitete in die Ideen- und Arbeitsphase der Bürgerversammlung über. An Informationstischen und „Ideeninseln“ konnten die Teilnehmer mit Mitgliedern des Bürgervereins und den Studenten ins Gespräch kommen und sich austauschen. Ergänzend gab es die Gelegenheit zu „Parkbankgesprächen“. Rund eine Stunde lang wurde intensiv diskutiert. „Es ist begeisternd zu sehen, wie dieses Thema die Bürgerschaft motiviert und mobilisiert“, fasste Bürgermeister Dietmar Stiefel zusammen. Die Stadt stehe hinter dem geplanten Dorfzentrum, ein Projekt „von Önsbachern für Önsbacher“. Ziel sei es natürlich, weiter mit den Bürgern im Gespräch zu bleiben, hatte Ortsvorsteherin Rösch schon eingangs deutlich gemacht.

Wie geht es weiter?
Während der Öffnungszeiten der Ortsverwaltung sowie diesen Samstag von 16 bis 18 und am Sonntag von 13 bis 15 Uhr sind die Modelle der Studenten im Rathaus zu sehen, Gesprächspartner stehen zur Verfügung. Weitere Infos gibt es am 16. Juli um 19.30 Uhr in der Aula der Schule. Es folgt nach Auswertung aller Ergebnisse die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs durch den Bürgerverein sowie eine Fahrt zu vergleichbaren Projekten.
Das Voting über die eingereichten Architektenentwürfe ist für Januar kommenden Jahres vorgesehen.