Reinhard Renter leitet seit diesem Dienstag auf offiziell das Polizeipräsidium in Offenburg.
Reinhard Renter leitet seit diesem Dienstag auf offiziell das Polizeipräsidium in Offenburg. | Foto: Archiv/slr

Nach langer Hängepartie

Reinhard Renter wird Chef im Polizeipräsidium Offenburg

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Nach monatelanger Vakanz durch die Erkrankung von Michael Gehri ist der Chefsessel im Polizeipräsidium Offenburg seit Dienstagabend wieder besetzt: Staatssekretär Martin Jäger hat im Innenministerium in Stuttgart die Ernennungsurkunde an Reinhard Renter überreicht, der damit zum zweiten Mal Chef in Offenburg ist – er leitete die frühere Polizeidirektion von 2005 bis 2014.

Seit der Polizeireform hat sich der Aufgabenbereich allerdings deutlich vergrößert, weil der Landkreis Rastatt und der Stadtkreis Baden-Baden hinzu kamen und die Zahl der Mitarbeiter auf rund 1500 wuchs.

Innenminister Thomas Strobl würdigte den in Hofstetten bei Haslach im Kinzigtal lebenden Renter in den höchsten Tönen: „Reinhard Renter ist ein absoluter Spitzenbeamter, der national und international anerkannt ist.“ Mit der Berufung Renters stehe nun ein Mann an der Spitze des Polizeipräsidiums Offenburg, „der über herausragende Fähigkeiten verfügt“, so der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister.

Es hat Konkurrenz gegeben

Renter war nicht der einzige Kandidat, wie aus einer Mitteilung des Innenministeriums hervorgeht. Die Wahl sei nach einer landesweiten Stellenausschreibung mit anschließendem Personalauswahlverfahren auf Renter gefallen. Damit tritt der bisherige Polizeivizepräsident die Nachfolge des zum 1. September 2017 in den Ruhestand verabschiedeten Polizeipräsidenten Michael Gehri an.

Zuletzt hatte Renter das Offenburger Präsidium kommissarisch geleitet. „Der neue Polizeipräsident bringt eine riesige Spannweite an Erfahrungen mit. Er kennt aufgrund seines dienstlichen Werdegangs den Bereich der Polizei Offenburg aus dem Effeff, ist im Land bestens vernetzt und hat sich auch bei internationalen Missionen einen Namen gemacht“, so Minister Strobl.

Blick auf eine schwere Zeit

Mit der Ernennung zum Polizeipräsidenten schließt sich für Reinhard Renter nicht nur ein Kreis, es kann auch endgültig ein Schlussstrich unter eine Zeit gezogen werden, die für ihn persönlich nicht einfach war. Wie mehrfach berichtet sah sich Renter, der schon 2014 Polizeipräsident in Karlsruhe hätte werden sollen, aufgrund von anonymen Anzeigen langwierigen Ermittlungen ausgesetzt, die sich letztlich allesamt als haltlos erwiesen.

Einst Revierleiter in Achern

Reinhard Renter wurde am 8. Mai 1957 in Herbolzheim geboren und wuchs in der Ortenau-Gemeinde Grafenhausen (heute Kappel-Grafenhausen) auf, wo seine Eltern als Wirtsleute das „Rheintal“ führten. 1975 trat er als 18-Jähriger in den Polizeidienst ein. 1986 folgte der Aufstieg in den in den gehobenen, 1993 in den höheren Polizeivollzugsdienst, eine Zeitlang leitete er auch das Revier in Achern. Von 1993 bis 1994 unterrichtete er an der Akademie der Polizei in Freiburg, bevor er von 1994 bis 1995 Leiter der Schutzpolizei bei der Polizeidirektion Lörrach wurde.

Nach einer Station beim Innenministerium/Landespolizeipräsidium (1995 bis 1996) war Reinhard Renter bis 2003 Leiter der Schutzpolizei und des Führungs- und Einsatzstabs der damaligen Polizeidirektion Offenburg. 2003/2004 folgte ein internationaler Einsatz bei der EU-Mission „Mission Proxima“ in Mazedonien als „Chief of Personnel“.

Renter baute Polizeipräsidium Karlsruhe auf

Von 2004 bis 2005 arbeitete er im Regierungspräsidium Freiburg als Leiter des Referats 64/Polizeiliche Aufgaben, bevor er von 2005 bis 2014 Chef der Polizeidirektion Offenburg wurde und zuletzt im Rahmen der Polizeireform das neue Polizeipräsidium Karlsruhe aufbaute. Nach einer Station im Innenministerium wurde Renter am 1. Dezember 2016 Polizeivizepräsident in Offenburg – seit diesem Dienstagabend ist er Präsident.