Europawahl
Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel für die Europawahl in die Wahlurne. | Foto: Oliver Dietze/Archiv

Auswertung von Stimmzetteln

Rheinau: „Bische“ im Fokus der Statistiker

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Einen besonderen Augenmerk legen Statistiker des Bundeswahlleiters an diesem Sonntag unter anderem auf den Wahlbezirk Graf-Reinhard-Halle Rheinbischofsheim. Dort sind die Stimmzettel für die Europawahl ausnahmsweise mit Unterscheidungsaufdruck nach Geschlecht und Geburtsjahresgruppe etwas anders als sonst. Weitere Daten zur Person wie Name, Anschrift und Geburtsdatum werden nicht erhoben.

Das Rheinauer Wahlamt weist darauf hin, dass Wählerverzeichnisse und Stimmzettel zu keiner Zeit zusammengeführt werden. Deren Auszählung folgt in verschiedenen Bereichen. Ergebnisse einzelner repräsentativer Wahlbezirke veröffentlicht der Bundeswahlleiter in seiner repräsentativen Statistik nicht. Rückschlüsse auf geschlechter- und alterspezifisches Wahlverhalten der Rheinbischofsheimer sind somit ausgeschlossen. Das Gesamtergebnis liegt voraussichtlich im September vor.

Rheinauer Wahlbezirk zufällig ausgewählt

Mit der repräsentativen Wahlstatistik informiert der Bundeswahlleiter, in welchem Umfang Menschen sich bundesweit an den Urnengängen beteiligen. Ferner analysiert das Statistische Bundesamt, in welcher Form sich auch ungültige Stimmen in den Wahlurnen befinden, ob mehrere Parteien Kreuze erhielten oder der Zettel durchgestrichen wurde. Insgesamt sind bei der Europawahl 2019 bundesweit 72.000 Urnen- und 15.000 Briefwahlbezirke eingerichtet. Daraus hat der Bundeswahlleiter für die repräsentative Wahlstatistik 2.750 Stichprobenwahlbezirke nach mathematisch-technischen Methoden zufällig ausgewählt – so auch den Rheinauer Wahlbezirk Graf-Reinhard-Halle Rheinbischofsheim. Alle Wahlberechtigten in diesem Bezirk nehmen automatisch an der repräsentativen Wahlstatistik teil.

Statistisches Landesamt erhebt Landesergebnis

Wie funktioniert die Auswertung? Nach Angaben des Bundeswahlleiters wird die Wahlbeteiligung nach Geschlecht und Geburtsjahresgruppen anhand der Wählerverzeichnisse festgestellt. Nachdem das amtlichen Ergebnis feststeht, leiten die Wahlvorstände die Wählerverzeichnisse an die Gemeinden weiter. Diese zählen die Wählerverzeichnisse dahingehend aus, wie viele Wahlberechtigte nach Geschlecht und Geburtsjahresgruppen im Wahlbezirk gemeldet sind. Anhand des Stimmvermerks stellen sie fest, wie viele Personen tatsächlich wählen gegangen sind. Die Gemeinden übermitteln dies an das Statistische Landesamt, das ein Landesergebnis erhebt.

Verschiedene Unterscheidungsaufdrucke

Mit den amtlichen Stimmzettel stellen die Statistiker die Stimmabgabe nach Geschlecht und Geburtsjahresgruppen fest, nachdem die Wahlvorstände die Stimmzettel versiegelt an die Statistischen Landesämter weiterleiteten. Alle Stimmzettel eines repräsentativen Wahlbezirks wie in Rheinbischofsheim haben zusätzlich einen von zwölf verschiedenen Unterscheidungsaufdrucke wie „Mann“ oder „Frau“ für das Geschlecht und eine der sechs Geburtsjahresgruppen. Um Stimmzettelausgabe sowie Auszählung zu vereinfachen, kann außerdem ein Schlüsselbuchstabe aufgedruckt sein.