Auch künftige Generationen können im Becken des Honauer Bades planschen und schwimmen. Der Gemeinderat billigt die millionenschwere Sanierung der Rheinauer Freizeiteinrichtung. Voraussichtlich Mitte 2020 beginnen die Arbeiten. | Foto: kec

Sanierung des Honauer Bads

Rheinauer Rat billigt umstrittenes Millionenprojekt

Anzeige

Die letzte Rheinauer Gemeinderatssitzung vor der Kommunalwahl war ein regelrechter Abstimmungskrimi. Bereits vorab: Das Gremium besiegelte vor voll besetzten Zuschauerrängen endgültig das Schicksal des Honauer Hallenbads. Eine Mehrheit von 17 der 28 Räte votierte nach intensiven Beratungen und einer emotionalen Debatte, dass die Stadt das marode Bad voraussichtlich von Mitte 2020 an sanieren lässt.

Dafür kommen auf Rheinau erhebliche Kosten zu: Mindestens 1,3 Millionen Euro werden für die Sanierung fällig. Mit einem neuen Blockheizkraftwerk und Arbeiten an den Gewerken der angebauten Mehrzweckhalle sind es gar 1,7 Millionen Euro. Den jährlichen Zuschussbedarf des Badbetriebs beziffert die Verwaltung mit 130.000 Euro. Der Bund lehnte eine Förderung der Sanierung ab.

Antrag auf Vertagung scheitert hauchdünn

Zuvor appellierte Marianne Felder, Vorsitzende des Bürgerforums Hallenbad, das mit seinem gesamten Team anwesend war: „Wir fordern den Gemeinderat auf, sich mit uns für die Sanierung einzusetzen.“
Ein Antrag der IG Handel eröffnete den Abstimmungskrimi: Der nach 25 Jahren aus dem Gremium scheidende Fraktionssprecher Achim Willems beantrage, die Abstimmung zu vertagen. Denn es sei unklar, was bei einem negativen Entscheid mit dem Gebäude geschehe, ebenso mit der Heizungstechnik für den Kindergarten und der Halle. Horst Siehl von der SPD/FW-Fraktion schloss sich diesem Antrag mit folgender Begründung an: „Wir haben keinen Zeitdruck, das Bad ist noch betriebsbereit und es sind nicht noch nicht alle Zahlen bekannt.“ Dem widersprach CDU/FWG-Fraktionssprecherin Annette Frisch-Acar vehement: Sie sei überrascht und könne doch verstehen, dass manche Räte so eine wichtige Entscheidung vor der Wahl nicht mehr treffen möchten. Bürgermeister Michael Welsche ergänzte, dass sämtliche Zahlen und Fakten auf dem Tisch lägen: „Die Sache ist entscheidungsreif, wir haben seit Monaten die Vorlage ausgearbeitet.“