Die Container für die Filteranlage der Grundwassersanierung stehen bereits hinter dem Rheinbischofsheimer Feuerwehrgerätehaus. | Foto: kec

CKW in Grundwasser

Rheinbischofsheim: Filteranlage geht in Betrieb

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Das lange Warten hat ein Ende: Das Landratsamt nimmt die Grundwassersanierungsanlage hinter dem Rheinbischofsheimer Feuerwehrgerätehaus am Montag, 26. August, um 14 Uhr im Beisein des Ersten Landesbeamten des Ortenaukreises, Nikolas Stoermer, in Betrieb.

Grund der Sanierungsmaßnahme ist eine durch eine ehemalige chemische Reinigung verursachte Grundwasserverunreinigung. Zwischen 1969 und 1986 gelangten chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) in das Erdreich. Seitdem hat sich in Rheinbischofsheim eine 500 Meter lange und 250 Meter breite verseuchte Grundwasserfahne gebildet, die in nordwestliche Richtung fließt. Wie berichtet, errichtet das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Landratsamt, seit April die Sanierungsanlage, wie Container, 1.000 Meter lange Wasserleitungen, 1.200 Meter lange Strom- und Steuerungsleitungen und eine Filteranlage zur Grundwasserreinigung.

Leitungsführung für die Grundwasserreinigung in Rheinbischofsheim

Ableitung in Galgenbach

Aus sieben Absaugpegeln im Zentrum des Schadensherdes wird laut Landratsamt das höchste Konzentrat an Schadstoffen entzogen. Vier Abwehrbrunnen verhindern, dass weiterhin kontaminiertes Grundwasser abströmt. Das kontinuierlich geförderte Grundwasser wird in der Anlage gereinigt und von dort in den Galgenbach geleitet. 2007 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Reinigung im Zuge einer Altlastenbearbeitung eine massive CKW-Konzentration von 5 153 Mikrogramm pro Liter festgestellt. Der Grenzwert liegt bei zehn Mikrogramm pro Liter. Im August 2016 waren es noch 4 000 Mikrogramm pro Liter. 40 Meter weiter im Abstrom ist die CKW-Konzentration bei 206 Mikrogramm pro Liter.

Sanierungsdauer bis zu 15 Jahre?

Erst 2016 wurde die Öffentlichkeit über den Schaden informiert, seitdem planten die Behörden die Reinigungsanlage. Die Standortsuche war kompliziert, weil Anlieger Container und Leitungen nicht auf ihren Privatgrundstücken haben wollten und die Platzverhältnisse beengt sind.
Das Land kommt für die bis zu zwei Millionen Euro teure Sanierung auf. Zwischen zehn und 15 Jahren könnte die Grundwasserreinigung nach Angaben des Landratsamts dauern.