Niedrigwasser am Rhein - der Pegel Maxau könnte auf ein Rekordtief fallen. | Foto: jodo

Andauernd Niedrigwasser

Rheinpegel könnte auf Tiefststand fallen

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Der Rheinpegel Karlsruhe/Maxau könnte angesichts der anhaltenden Trockenheit in dieser Woche den niedrigsten Stand seit rund vier Jahrzehnten erreichen. In den Aufzeichnungen seit 1981 ist der 15. Februar 2006 mit 3,16 Metern als Rekord verzeichnet. Am Montag zeigte der Pegel 3,18 Meter an, Dienstagabend 3,33 Meter. Die Binnenschiffe sind schon seit einiger Zeit nur noch mit geringerer Last unterwegs.

Weiter Sonne, kein Regen

Der Goldene Oktober geht derweil weiter. „Der Herbst lässt auf sich warten“, meint Dominik Jung vom BNN-Wetterdienst Q.Met. Entsprechend gut besucht sind Ausflugsziele in der Region wie etwa die Lichtentaler Allee in Baden-Baden. Im Dahliengarten in der Kurstadt ist noch bis Donnerstag die Blütenpracht zu bewundern.

Buhnen ragen heraus

Dass der Rhein und die Nebenflüsse Niedrigwasser führen, ist schon seit Wochen deutlich. Wer entlang des Hauptstromes unterwegs ist, sieht dort die Buhnen, die einerseits dem Schutz des Ufers dienen, andererseits aber die Fließgeschwindigkeit erhöhen und für eine tiefere Fahrrinne sorgen. Je mehr man von der Buhne sieht, desto niedriger ist der Pegelstand. In Maxau war der Pegel gestern nur noch wenige Zentimeter über dem Rekordwert von 2006 – 3,16 Meter. Im Hitzesommer 2003 ging der Pegel am 22. September nur bis 3,20 Meter zurück. Auch die Nebenflüsse wie Alb oder Pfinz stehen vor einem Niedrigwasserrekord.

Regen und Grundwasser

Da nun für die kommenden zehn Tage kein, geschweige denn nennenswerter Niederschlag prognostiziert ist, dürfte der Pegel weiter sinken. In welchem Maß, das lässt sich allerdings nur schwer berechnen. Schließlich wird die Tiefe eines Flusses nicht ausschließlich vom Regen bestimmt. Darauf macht die Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg (LUBW) aufmerksam, die auch die Pegel an den Flüssen betreut. Mitentscheidend ist das Grundwasser. Vereinfacht ausgedrückt: Bei einem hohen Wasserstand gibt der Fluss Wasser ab, bei niedrigem drückt das Grundwasser nach oben. Zudem kommt Wasser aus den Nebenflüssen. Niedrigwasser ist übrigens nicht untypisch für den Herbst. Das lässt sich an den Daten der LUBW leicht nachvollziehen.

Hochwasser kommt schnell

Wenn der Rhein also jetzt ein immer noch breiter, sonst aber recht gemütlicher Fluss ist, kann sich dies schnell ändern. Eine längere Regenperiode kann aus dem gemütlichen Fluss einen reißenden Strom machen. Die historischen Höchstmarken, die die LUBW für Maxau benennt, sind 8,84 Meter am 14. Mai 1999 und 8,69 Meter am 2. Juni 2013.

Daten im Internet

hvz.baden-wuerttemberg.de/