Thomm Jutz (im Vordergrund) mit seinen Partnern Eric Brace (links) und Peter Cooper. | Foto: John Partipilo

Neues Album von Thomm Jutz

Riverland – das Leben am großen Fluss

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Das Leben am großen Fluss: 14 Songs haben Thomm Jutz, Eric Brace und Peter Cooper dem Mississippi gewidmet. Riverland heißt die neue CD, die der aus Neusatz stammende und seit 2003 in Nashville lebende Singer/Songwriter Thomm Jutz mit seinem Trio gerade auf den Markt gebracht hat. 13 eigene Songs und eine Coverversion, gekonnt instrumentiert und mit eindringlichen Texten, fügen sich zu einer facettenreichen musikalischen Hommage an den Ol’ Man River, wie der Mississippi auch genannt wird, und die Einwohner des Magnolien-Bundesstaates im tiefen Süden der Vereinigten Staaten.

Bewährte Partner an der Seite

Nach seinem dreiteiligen „1861 Project“ über den Amerikanischen Sezessionskrieg legt Jutz mit „Riverland“ jetzt ein weiteres bemerkenswertes Konzeptalbum vor. Dabei hat er wieder seine bewährten und Grammy-nominierten Partner Cooper und Brace aus Nashville an seiner Seite (Letztgenannter war mit dem Bühler Songwriter im vergangenen November auf Europatour auch in Ottersweier zu erleben). Das Trio hat 2017 bereits das Album „Profiles in Courage, Frailty and Discomfort“ veröffentlicht. Die Aufstellung ist diesmal indes größer: Mark Fain (Kontrabass), Lynn Williams (Schlagzeug), Mike Compton (Mandoline) und Tammy Rogers (Geige) sowie die Banjospieler Terry Baucom und Justin Moses runden das Klangbild der drei Gitarristen und Sänger perfekt ab.

Jeder Song bezieht sich auf ein Buch

Warum Mississippi? Sowohl Jutz als auch Cooper und Brace sind zwar nicht im Magnolia State geboren. Doch: „Die amerikanische Musik ist so stark beeinflusst durch den Staat Mississippi und durch den Fluss, dass daran keiner vorbeikommt, der sich für amerikanische Musik interessiert“, betont der Gitarrist, Songwriter und Produzent Jutz im Telefongespräch mit dieser Zeitung.
Die Idee dazu kam ihnen, als sie in Louisiana und Mississippi einige Konzerte gaben, zumal jeder von ihnen bereits einige Songs im Repertoire hatte, die im Bezug zum Mississippi standen. Je mehr gelesen und geschrieben wurde, desto konkreter wurde das Projekt. „Jeder Song auf dem Album bezieht sich auf ein bestimmtes Buch über den Mississippi oder den Staat“, sagt Jutz – Bücher beispielsweise von Mark Twain, Willie Morris oder William Faulkner. „Wir planen das nicht auf dem Reißbrett, das geht alles organisch Hand in Hand“, erläutert er. Nach rund sechs Monaten Songwriting ging es ins eigene Studio, wo die Aufnahmen relativ schnell im Kasten waren.
Die CD „Riverland“ befasst sich mit dem Mississippi. | Foto: Carol Highsmith

Versierte Musiker, grandiose Geschichtenerzähler

Mississippi ist der Staat des Blues. Die vom Staat und Fluss inspirierte Liedersammlung atmet denn auch dieses Lebensgefühl. Wehmut weht durch viele Songs, wie auch in jeder Note jene Worte mitzuschwingen scheinen, die der in Mississippi aufgewachsene Musiker Charlie Worsham in seinen Notizen zu „Riverland“ festhält: „Mississippis Zerbrechlichkeit hat eine Schönheit.“ Und weiter: „Mississippis Schmerz und Mississippis Stolz sind unwiderruflich miteinander verwoben wie Hochwasser und Delta-Schlamm.“
Jutz, Brace und Cooper sind nicht nur überaus versierte Musiker, sondern erweisen sich auch als grandiose Geschichtenerzähler. So singen sie über den Fluss, die Menschen und die Historie, über die Magie und den Wahnsinn. Sie lassen musikalisch Mike Fink, den legendären „King of the Keelboat Men“, aufleben, erinnern an die Folgen des Bürgerkriegs („Down Along the River“), als General Ulysses S. Grant, der spätere 18. Präsident der USA, die Stadt Vicksburg belagerte, die am 4. Juli 1863 kapitulierte. Sie tauchen ein in die große Flut von 1927 („Drowned and Washed Away“), und sie lassen den renommierten Bürgerrechtler und Baptistenprediger Will D. Campbell zu Wort kommen („Mississippi Magic“), der sein Leben lang für Gleichberechtigung und Rassengerechtigkeit gearbeitet hat. Thematisch ist dieser Song das Herzstück der überaus gelungenen CD.

Ein detailliertes und schön gestaltetes Booklet informiert über den Hintergrund der Songs und enthält auch die Texte, sodass beim Hören mitgelesen werden kann. Infos im Internet www.thommjutz.com und www.redbeetrecords.com