Der Künstler Henning Schwarz hat die von Vandalen beschädigte Skulptur "Rowdy" erneuert. | Foto: Maier

Kunst in Bühl

„Rowdy“ kehrt zurück auf den Europaplatz

Der „Rowdy“ kehrt zurück auf den Europaplatz. Der Bühler Bildhauer Henning Schwarz hat die von ihm geschaffene Skulptur, die in der Nacht zum 29. August vor dem Bürgerhaus Neuer Markt von Unbekannten umgeworfen und schwer beschädigt worden war, wieder instand gesetzt. Entstanden ist eine neue Version, ein „Rowdy reloaded“, der nun an diesem Samstagvormittag wieder auf seinem angestammten Platz aufgestellt wird.

Die Arbeit hat nun gänzlich einen anderen Charakter

Die Skulptur ist um drei schwere, miteinander verbundene Steinplattenfragmente an den Vorderrädern ergänzt worden, erläutert der Bildhauer in seiner Werkstatt in Affental. Zudem wurde der „Oberkörper“ durch einen anderen Stein ersetzt. „Die Arbeit hat nun gänzlich einen anderen Charakter“, sagt Schwarz: Attestierte er dem original „Rowdy“ eine martialische Eleganz, so sei er jetzt etwas brutaler und schräger geworden. „Es bleibt ein Kompromiss“, sagt Schwarz, ist aber gleichwohl zufrieden mit den jetzigen Ergebnis.
„Ich konnte erst gar nicht drangehen“, erläutert der Künstler seine Gefühlslage nach der Beschädigung der Skulptur. Anfang dieses Jahres machte er sich schließlich doch an die Arbeit. Das Hauptproblem sei gewesen, geeignetes Material zu finden. Der rund 400 Kilogramm schwere Diabas, der nun das Oberteil der 2,30 Meter hohen und rund 1,8 Tonnen schweren Skulptur bildet, wurde lediglich im Steinbruch bearbeitet. Schließlich sollte der „Rowdy“ ein „Rowdy“ bleiben – und der ist „hoffentlich noch kräftiger geworden“.

Finanzierung aus eigener Tasche

Zwei Wochen reine Arbeitszeit investierte Schwarz in die neue Version, die Kosten für die Instandsetzung des Kunstwerks belaufen sich auf mehrere tausend Euro. Obwohl die Skulptur gar nicht mehr in seinem Eigentum ist, finanziert der Schöpfer die Instandsetzung aus eigener Tasche. Denn für ihn war es keine Frage, dass der gestürzte „Rowdy“ wieder auferstehen soll.

Das Projekt Artothek bringt Kunst in die Stadt. Hier die Tafel zur Skulptur „Rowdy“. | Foto: Maier

Das Projekt Artothek

Das Kunstwerk ist Teil des Projektes Artothek, das sich für Skulpturen im öffentlichen Raum engagiert. Doch dessen finanzielle Mittel sind knapp gesteckt, weiß Schwarz, der somit selbst für die Kosten aufkommt.  Die Initiative Artothek ist eine Plattform zur Kooperation von Künstlern und Betrieben im Landkreis (der ABB berichtete). Jährlich sollen zwei Skulpturen entstehen, die an wechselnden Orten gezeigt werden. Im ersten Jahr haben Gabriele Müller-Nagler und Henning Schwarz jeweils ein Kunstwerk für Bühl geschaffen. An der Intention der Mobilität – so soll der „Rowdy“ zwei Jahre vor dem Bürgerhaus stehen – halten die Initiatoren fest. Aber: „Das ganze Projekt steht jetzt unter dem Damoklesschwert Vandalismus“, so Schwarz.
Die nächste Arbeit des Bühler Bildhauers ist eine Großplastik für den Kunstweg am Reichenbach bei Gernsbach. Im Gegensatz zum „Rowdy“ erhält diese einen Sockel. Das wäre auch bei seinem Kunstwerk für Bühl das einfachste gewesen, sagt Schwarz, hätte aber die Arbeit verfälscht.