An exponierter Stelle, die viele Acherner wohl eher wegen des etwas oberhalb davon liegenden Aussichtspunkts bekannt ist, thront der Hochbehälter Bienenbuckel, der momentan saniert wird. | Foto: Anatol Fischer

Hochbehälter Bienenbuckel

Sanierungsarbeiten an idyllischem Ort oberhalb von Achern

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Er liegt an einem Punkt, den viele Acherner als den vielleicht schönsten Aussichtspunkt im Stadtgebiet kennen: der Hochbehälter Bienenbuckel. Seit August 2017 wird er renoviert und das wird auch noch eine Weile dauern. „Die Sanierung geht bis nächstes Jahr“, erklärt Ralf Volz – er ist Fachbereichsleiter Technische Betriebe bei der Stadt Achern – im Gespräch mit bnn.de.

Arbeiten sind umfangreich

Dabei sind die Arbeiten, wie schnell klar wird, durchaus umfangreich. „Die Betonsanierung ist gemacht, auch der Aufbau ist gemacht“, zählt Volz auf. Aktuell würden die Außenanlagen – also beispielsweise Stützmauern und Treppen – vorbereitet. Die Aufträge für die elektrotechnischen Arbeiten sowie die Rohrverlegearbeiten würden nun erteilt. Danach folgt die Innenauskleidung des Behälters mit Platten aus Polyethylen.

Zugang, Objektschutz und Arbeitssicherheit werden verbessert

Doch was relativ schnell aufgezählt ist, sind tatsächlich umfangreiche Arbeiten, um das Bauwerk auf den aktuellen Stand zu bringen. So führte bisher der Zugang über Treppenstufen hoch zum Hochbehälter, ein einzelnes Fahrzeug hätte, wie Volz sagt, den Weg dorthin schon blockiert. Nun entsteht ein neuer Weg, der von der Oberseite über Treppen dorthin führt. Noch viel wichtiger ist aber, dass der Objektschutz verbessert wird.

Es geht um das Thema Einbruch.

„Es geht hier um das Thema Einbruch“, erklärt er, ohne genauer ins Detail gehen zu wollen. Geradezu unumgänglich sind die Verbesserungen beim Thema Arbeitssicherheit, die auch durch neue Vorschriften erforderlich wurden. Gab es bisher am Hochbehälter Bienenbuckel etwas zu tun, dann musste man „reinklettern“, wie Volz es ausdrückt. Das heißt: Es gab eine Klappe, durch die man dann über eine Leiter einsteigen konnte. Das ändert sich nun: Aus dem Aufbau führt dann eine Treppe ins Innere.

Hochbehälter bekommt neue Zu- und Ableitung

Wo bisher eine Leitung von der Pumpe zum Hochbehälter führte, wird nun die alte erneuert und eine zweite gebaut. Es entstehe so eine Zu- und eine Ableitung, außerdem werde Redundanz geschaffen – wenn eine Leitung ausfällt, steht die andere zur Verfügung –, erklärt Volz. Zudem wird eine Überlaufleitung gebaut, deren Funktion man sich etwa wie beim Überlauf eines Spülbeckens vorstellen kann: Bisher wäre das Wasser, wenn zum Beispiel die Pumpe durch einen Fehler nicht aufhört zu laufen, einfach aus dem Behälter in die Reben und den Hang hinunter gelaufen. Dieses Wasser landet nun eben über diesen Überlauf in einem Kanal mit dem Oberflächenwasser aus der Straßenentwässerung.

Getrennte Druckleitungen führen künftig vom und zum Hochbehälter | Foto: Anatol Fischer

Polyethylen ersetzt Putz

Zudem geht es, erläutert Volz, darum, die „wasserhygienischen Rahmenbedingungen“ zu verbessern. Auch hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich mehr: Bisher war der Behälter, in dem sich das Wasser befindet, von innen verputzt. An undichten Stellen trat das Wasser aus. Um die alte Beschichtung zu entfernen, werden Wände und Decken sandgestrahlt. Doch was kommt dann? Vor einiger Zeit wäre eine Kautschukbeschichtung aufgebracht worden. Doch: „Die ist heute nicht mehr erlaubt“, so Volz. So standen zwei Optionen zur Wahl: Edelstahl und Polyethylen. Am Ende fiel die Entscheidung gegen die Edelstahlvariante, bei der man, wie Volz erklärt, vor Ort die einzelnen Platten hätte verschweißen müssen. Das Problem sei hier, dass man die Schweißnähte nur von einer Seite behandeln könne, nämlich von der Innenseite des Behälterbeckens. Da aber das Schweißen den Stahl verändere und die Außenseite nicht erreichbar sei, bestehe hier die Gefahr von Lochfraß. Aus diesem Grund entschied man sich schlussendlich für Platten aus Polyethylen. „Die werden angeschraubt und abgedichtet“, so Volz. Man gehe von einer Lebenszeit von etwa 80 Jahren aus.

Neue Mess-, Steuer- und Regeltechnik ermöglicht genaue Überwachung

Zudem bekommt der Behälter am Bienenbuckel noch eine neue Mess-, Steuer- und Regeltechnik: Zahlreiche Sensoren ermöglichen so eine genaue Überwachung und Steuerung. So wird im schlimmsten Fall, wenn beispielsweise erkannt wird, dass die Pumpe zu lang läuft, die Druckmesssonde ausgefallen ist und dass es eine Überflutung gibt, auch mitten in der Nacht automatisch der Notdienst alarmiert.

Der Hochbehälter Bienenbuckel ist einer von mehreren in Achern – und zudem mit 400 Kubikmetern Volumen einer der kleineren. Seine Aufgabe übernimmt während der Arbeiten der mit insgesamt 3 000 Kubikmetern deutlich größere Hochbehälter Waldsee. Ein weiterer befindet sich am Sandweg (insgesamt 1 500 Kubikmeter) sowie kleinere am Hohbühl und in Mösbach. Der Hochbehälter Illenau ist außer Betrieb.