Patrick Bittner (Mitte), Vorsitzender der OSG Baden-Baden, der hier bei der Grenke Chess Classic 2017 den Eröffnungszug im Spiel von Magnus Carlsen (links) gegen Maxime Vachier-Lagrave vornimmt, ist mit seinem Verein aktuell nur im Internet aktiv. | Foto: osg

Saison ruht wegen Corona

Schachspieler der OSG Baden-Baden wollen keinen kampflosen Titel

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Die OSG Baden-Baden, deren Schach-Bundesligateams in Wartestellung liegen, richtet regelmäßig Turniere im Internet aus. Der OSG-Vorsitzende Patrick Bittner möchte derweil nicht kampflos zum deutschen Meistertitel kommen.

Die Türen des Kulturhauses LA8 in der Lichtentaler Allee, Heimat der OSG Baden-Baden, sind verschlossen, die Aktivitäten beim führenden deutschen Schachclub trotz der Corona-Krise aber nicht erloschen.

Die Ooser Schachgesellschaft hat auf www.lichess.org eine Internet-Turnierserie (Gruppenname: OSG-Ponys) ins Leben gerufen, bei der Schachfreunde jeweils dienstags und freitags in Fünf-Minuten-Blitzpartien aufeinandertreffen.

Schach geht auch im Internet

Der OSG-Vorsitzende Patrick Bittner, der die Organisation inne hat, meint: „Wir Schachspieler haben den Vorteil, unseren geliebten Sport auch im Internet spielen zu können.“ Gleichzeitig lässt er aber keinen Zweifel: „Viel lieber würden wir uns natürlich wirklich gegenübersitzen.“

Dass Letzteres derzeit nicht möglich ist, trifft besonders die beiden Bundesligamannschaften der OSG Baden-Baden hart, die in Wartestellung liegen.

Der Spielbetrieb ruht und noch gibt es von offizieller Seite keine Informationen, ob und gegebenenfalls wie die Saison 2019/20 fortgesetzt wird. Zwar wurde der Termin der zentralen Endrunde, die vom 30. April bis 2. Mai in Berlin stattfinden soll, noch nicht abgesagt, für Patrick Bittner ist es aber „praktisch unmöglich, dass Ende April in der Hauptstadt tatsächlich gespielt wird“.

Zumal bei den Männern vier Begegnungen aufgrund der Zwangspause ausgefallen sind und nachgeholt werden müssten.

Werden Spiele im Herbst nachgeholt?

Bittner schildert drei mögliche Szenarien, die in Fachkreisen diskutiert werden: „Die Saison wird endgültig beendet und es gibt keinen Meister und keine Absteiger. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Saison so zu werten, wie der Stand jetzt ist. Und schließlich könnte noch zugewartet werden, um die verbleibenden Spiele dann eventuell im Herbst nachzuholen.“

Wir wollen im Falle eines Saisonabbruchs auf keinen Fall kampflos zum Titelgewinn kommen.

                 Patrick Bittner, Vorsitzender der OSG Baden-Baden

Eines stellt Bittner klar. „Wir sind bei den Männern zwar der Bundesliga-Tabellenführer, punktgleich mit Hockenheim, wollen aber im Falle eines Saisonabbruchs auf keinen Fall kampflos zum Titelgewinn kommen. Das wäre nicht gerecht und nicht in unserem Sinn.“

Gesundheit steht im Vordergrund

Während die OSG vor der Saisonunterbrechung bei den Männern um Teamchef Sven Noppes einmal mehr auf Meisterschaftskurs war, haben die Baden-Badener Frauen als Tabellenvierter unabhängig von der weiteren Entwicklung nur noch theoretische Chancen, am Ende ganz vorne zu landen.

Damit wäre das mögliche vorzeitige Rundenende für Mannschaftsführer Thilo Gubler und dessen Schützlinge nicht ganz so bitter. Derweil lässt Bittner keinen Zweifel: „Egal wie es im Sport weitergeht, die Gesundheit steht im Vordergrund. Am allerwichtigsten ist, dass die Corona-Krise überstanden wird.“