Schwarzwaldhochstraße
Zwischen Hornisgrinde und Mummelsee könnte in der Zukunft ein autonom fahrender Shuttle-Service unterwegs sein – das stellt sich Michael Becker vor, der die Schwarzwaldhochstraße zu einer „Smarter Road“ machen will. | Foto: Archiv Spether

Konzept vorgeschlagen

Schwarzwaldhochstraße soll „smarter“ werden

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Sind zwischen der geplanten Grinde-Hütte und dem Mummelsee in Zukunft autonom fahrende Bus-Shuttles unterwegs? Michael Becker kann sich das vorstellen: Der Energieeffizienzberater aus Karlsruhe hat ein Konzept entwickelt, wie die Schwarzwaldhochstraße zu einer „Smarter Road“ werden könnte, die die Bereiche Natur, Mobilität, Technik und Nachhaltigkeit verbindet. „Die Schwarzwaldhochstraße und die Region sollen so wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken.“

Ursprüngliche Natur soll erhalten bleiben

Dem Initiator ist die Region nicht fremd: „Ich stamme aus Ottenhöfen und habe beim Skiclub Seebach Skifahren gelernt, von daher bin ich schon mit der Gegend verbunden“, sagt Becker, der unter anderem Mitglied im Verein Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße ist. „Die ursprüngliche Natur und Schönheit des Schwarzwalds soll für die nächsten Generationen in Verbindung mit neuen Mobilitätskonzepten und einer ,Digitalisierung’ der Straße erhalten bleiben“, sagt Becker, der mit dem Konzept unter anderem die CO2-Emission entlang der Route senken will.

Lärm und Umweltbelastung sollen sinken

„Die ,Smarter Road’ soll CO2-frei sein und erneuerbare Energien nutzen. Die Infrastruktur soll so verbessert werden, dass Besucher angezogen werden.“ Um übermäßigen Individual- und Schwerlastverkehr und somit große Umwelt- und Lärmbelastungen zu senken, sollen bestehende Verkehrssysteme vernetzt und vor allem an Wochenenden Alternativen zur Fahrt mit dem eigenen Auto angeboten werden. „Die große Frage ist: Wie geht man mit dem Besucherandrang künftig um“, sagt Becker.

Schwarzwaldhochstraße
Als „Straße der erneuerbaren Energie“ soll an der Schwarzwaldhochstraße über neue Technologien informiert werden. | Foto: Archiv Margull

Er stellt sich zudem vor, dass die Schwarzwaldhochstraße – gemeint ist die B 500 vom Grenzübergang Iffezheim über Baden-Baden bis nach Freudenstadt – eine Teststrecke für Elektrofahrzeuge und autonomes Fahren werden könnte. Möglich sei der genannte autonom fahrende Bus in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie und der Pilotregion „Autonomes Fahren“ Karlsruhe. „Problem dabei ist im Moment, dass sich diese Testregion eher in die nördliche Richtung erstreckt“, erklärt Michael Becker. Denkbar ist für ihn in diesem Zusammenhang auch, bei der Geroldsauer Mühle in Baden-Baden einen Fahrerlebnispark einzurichten, wo Besucher Elektrofahrzeuge testen können.

Die Wortmarke ist inzwischen geschützt

Außerdem sollen Beckers Plänen zufolge zu den Informationen, die der Nationalpark vom Ruhestein aus über die Natur bietet, auch noch Infostationen über neue Technologien kommen. Diese würden auf der B500 als „Straße der erneuerbaren Energie“ vom Wasserkraftwerk Iffezheim über das Pumpspeicherkraftwerk an der Schwarzenbachtalsperre bis zum Windrad auf der Hornisgrinde führen. Dazu sollen Veranstaltungen zu den Themen Energie und Mobilität kommen. Seit 2011 arbeitet Michael Becker an der Idee, sucht Unterstützung bei entsprechenden Institutionen und Personen und hat sein Konzept bei verschiedenen Wettbewerben als Beitrag eingereicht. Langfristig solle die „Smarter Road“ zu einer Dachmarke für Panoramastraßen weltweit werden, sagt Becker. „Die Wortmarke ist inzwischen schon geschützt.“

Ideen decken sich in großen Teilen mit Verkehrskonzept

Wie der Nationalpark Schwarzwald auf Anfrage mitteilt, decken sich die Ideen der „Smarter Road“, die sich mit dem Thema Verkehr beschäftigen, zu einem großen Teil mit dem Verkehrskonzept für den Nationalpark, das aktuell erarbeitet wird. Das sagt auch Michael Ruf, Vorsitzender des Vereins Nationalparkregion, dem die angrenzenden Gemeinden angehören. In dem Konzept seien „viele tolle Ideen dargestellt, die geeignet sind, neue Ideen der Mobilität in der Region zu verankern“. Sowohl im Tourismuskonzept als auch im Verkehrskonzept würde das Ziel von Nationalparkregion und Nationalpark formuliert, eine Modellregion für nachhaltige Mobilität zu entwickeln, so Michael Ruf weiter. Das Verkehrskonzept werde dabei die Diskussionsbasis darstellen, die Schritt für Schritt umgesetzt werden müsse. „Eine parallele Umsetzung oder Planung neben der laufenden Planung halte ich jedoch nicht für sinnvoll und zielführend.“