Zu Jahresbeginn 2019 saniert die Sparkasse Hanauerland ihre Geschäftsstelle in Freistett. Die Außenfassade bleibt erhalten, innen entstehen neue Beratungszimmer. Kommende Woche reicht das Geldinstitut den Bauantrag ein. | Foto: Keiper

Strukturreform bei Bank

Sparkasse Hanauerland setzt auf Freistett

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Die Sparkasse Hanauerland strukturiert ihr Filialnetz neu – mit Auswirkungen auf Rheinau: Zum 1. Juli 2019 gibt das Geldinstitut ihre Filiale in Rheinbischofsheim auf – neben drei weiteren Geschäftsstellen in Kork, Legelshurst und Sundheim. Ein Geldautomat bleibt in dem Gebäude jedoch erhalten. Es soll künftig gewerblich genutzt werden. „Über die Nachfolgenutzung laufen derzeit Verhandlungen“, erklärt Jutta Grandjean, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hanauerland, bei einem Pressegespräch in Kehl. Dafür setzt die Sparkasse Hanauerland auf ihren Standort in Freistett. Als letzte Filiale wird sie innerhalb eines halben Jahres für eine Million Euro kernsaniert und barrierefrei.

„Beratungsräume und Schalter kommen nach 30 Jahren auf den neuesten Stand“, erklärt Grandjean. So sollen zum Beispiel Räume mit interaktiven Beratungsmonitoren für Kunden entstehen. Auch die Geldautomaten bleiben vor Ort sowie im Einkaufszentrum „Am Glockenloch“. Grandjean blickt voraus, dass in der Freistetter Filiale „künftig sämtliche Dienstleistungen wie in der Kehler Hauptstelle angeboten werden“. Die Umbauarbeiten beginnen zum Jahreswechsel, den Bauantrag stellt das Geldinstitut in der kommenden Woche. Die Außenfassade wird sich nicht verändern. Während der Sanierung weichen Bankmitarbeiter mit ihren Dienstleistungen in die Rheinbischofsheimer Geschäftsstelle aus. Voraussichtlich zum 1. Juli zieht das gesamte Team dann von dort endgültig in die neu gestaltete Geschäftsstelle in der Freistetter Rheinstraße.

Keine Entlassungen bei Neustrukturierung

Wolfgang Huber, stellvertretender Vorstandsvorsitzender betont, dass innerhalb der Neustrukturierung keine Mitarbeiter entlassen werden. Auch die Zusammenlegung der Filialen Freistett und Rheinbischofsheim sei aus personeller Sicht unproblematisch, da bereits ein Team mit einem Filialleiter beide Geschäftsstellen betreut. Auch räumlich ergeben sich aus Sicht der Sparkasse Hanauerland für Kunden keine Nachteile: Die bisherigen Rheinauer Filialen liegen zwei Kilometer auseinander. Ziel der Sparkasse Hanauerland ist es, dass ihre Kunden in einem Radius von fünf Kilometern weiterhin die nächste Geschäftsstelle erreichen.
Die Bank reagiert nach eigenen Angaben auf den Strukturwandel und verändertes Kundenverhalten. Laut einer hausinternen Erhebung suchen Kunden die Filialen nur noch einmal pro Jahr für ein Beratungsgespräch auf. Eine deutliche Zunahme verzeichnet das Kehler Geldinstitut hingegen bei Anwendungen wie Online-Banking und digitale Dienstleistungen, wie zum Beispiel bargeldloses Bezahlen. „Unsere Berater kommen auch zu den Kunden nach Hause“, betont Grandjean.

Telefonservice und erweiterte Öffnungszeiten

Von 30. Juni 2019 an seien zwischen 8 und 20 Uhr auch Beratungsgespräche über einen Telefonservice möglich. Zudem ändern sich die Öffnungszeiten: Die Filialen sind künftig mittwochnachmittags geschlossen, an den anderen Arbeitstagen zwischen Montag und Freitag bis 17 Uhr länger geöffnet sowie nach Vereinbarung. In Legelshurst wird die Sparkasse künftig in der dortigen Ortsverwaltung einen gemeinsamen Automaten mit der Volksbank in der Ortenau betreiben. „So ein Kooperationsmodell macht besonders in kleinen Ortschaften Sinn“, meint Wolfgang Huber. In Rheinau und Lichtenau sei dieses Modell mit der dortigen Volksbank Bühl vorerst jedoch nicht geplant.