Mit einem Feuerwehrschlauch pumpen Mitarbeiter des Bauhofs Wasser in den Stadtgartensee, um zu verhindern, dass das Gewässer „umkippt“. Die Hitze und direkte Sonneneinstrahlung führte in den vergangenen Woche zu starkem Algenwuchs. | Foto: Christian Schäfer

See drohte umzukippen

Stadtgartensee Achern erhält Sauerstoffkur

Anzeige

Ein trüber, grüner Film bedeckte vergangene Woche große Teile des Stadtgartensees in Achern. Das Gewässer drohte unter der prallen Sonneneinstrahlung und Frühsommerhitze umzukippen.

Nun handelte der städtische Bauhof. Am Dienstag spritzte ein an einem Baum befestigter Feuerwehrschlauch minutenlang eine Wasserfontäne in den See. „Damit versorgen wir den See mit Sauerstoff“, so ein Bauhofmitarbeiter vor Ort. Zudem förderten die stärkeren Regenfälle der vergangenen Tage einen stärkeren Zufluss aus dem Acherner Mühlbach. Dieser speist den Stadtgartensee und die kleinen Kanäle im Park. Im Sommer führt der Bach mitunter weniger Wasser, was sich negativ auf den Seespiegel auswirkt: weniger Wasser, weniger Sauerstoff. Zudem hat der knapp 2.000 Quadratmeter große See mit zwei Metern eine relativ geringe Tiefe: das Wasservolumen zur Oberfläche sei somit ungünstig, heißt es aus dem Rathaus.

Einzelne Fische könnten verenden

„Dieser Film ist höchstwahrscheinlich auf verstärktes Algenwachstum zurückzuführen“, sagt Stadtsprecherin Helga Sauer auf Anfrage dieser Zeitung. Für die Fische in dem Stadtweiher war es deshalb gewissermaßen fünf vor zwölf. So lag ein verendetes Exemplar mehrere Tage am Rand des Sees auf einem Kanalschieber. Die Stadt räumt Probleme mit der Wasserqualität des Sees ein, insbesondere in heißen und niederschlagsarmen Monaten. Sie schließt nicht aus, dass in Zeiten eines schlechten Zustands des Gewässers einzelne Fische auch verenden.

Stadtgartensee hat schlechte Wassergüte

Das Problem: Die direkte Sonneneinstrahlung begünstigt das Wachstum von Blaualgen. Wenn letztere verrotten, entzieht dieser Prozess Sauerstoff. Es ist zudem in wärmeren Wasser weniger vorhanden als in kälterem. Generell gilt der Stadtweiher wegen der schlechten Wassergüte und des geringen Sauerstoffgehalts nach Rathausangaben als artenarm. Eine 2011 veranlasste Bestandsaufnahme und Bewertung ergab, dass sich in dem See „anspruchslose Fischarten“ befinden. Konkret sind dies Weißfische und Rotaugen.

Entenfütterung setzt dem See ebenfalls zu

Ein weiterer Nachteil ist neben achtlos weggeworfenen Müll, dass Passanten trotz Verbotsschilder dortige Enten füttern: Durch Brotreste und Ausscheidungen der Enten gelangen somit noch mehr Nährstoffe in den See. Die Nährstoffe aus dem Unrat und der Nahrung bauen Bakterien ab. Dieser Prozess verschlingt dabei ebenfalls den für Fische wichtigen Sauerstoff.

Bauhof repariert Springbrunnen-Pumpe

Mittlerweile gibt die Stadt Entwarnung: „Der Zustand des Sees hat sich seit dem vergangenen Wochenende verbessert“, teilt Helga Sauer mit. Eine weitere gute Nachricht: Der Springbrunnen im See ist von diesem Donnerstag an wieder in Betrieb. Derzeit reparieren Bauhofmitarbeiter eine defekte Pumpe für die Fontäne und den Abenteuerspielplatz.

Bis zu drei Kubikmeter Müll pro Monat

Zugleich bedauert die Stadtverwaltung, dass immer wieder Müll in die zentrale Acherner Grünanlage geworfen wird. Für den Bauhof ein erheblicher Aufwand: Täglich reinigen Mitarbeiter den Stadtgarten in den Morgenstunden und leeren Mülleimer, auch an Sonn- und Feiertagen. Der Unrat gelangt zunächst in einen 1,1 Kubikmeter fassenden Container, der alle 14 Tage geleert wird. Bei Bedarf werden kleinere Mengen an Müll in der Hochsaison entfernt, wenn der Container voll ist. Monatlich sammeln die Bauhofmitarbeiter zwischen 2,5 bis drei Kubikmeter Müll auf, im Sommer teilweise mehr, erklärt Sauer.