Dorfclub auf der großen Bühne: Der SV Linx unterlag dem damaligen Erstligisten 1. FC Nürnberg vor zwei Jahren im DFB-Pokal knapp mit 1:2.
Dorfclub auf der großen Bühne: Der SV Linx unterlag dem damaligen Erstligisten 1. FC Nürnberg vor zwei Jahren im DFB-Pokal knapp mit 1:2. | Foto: Thomas Steuerer

Rennen um DFB-Pokal

Südbadischer Fußball-Verband strebt sportlichen Entscheid an und plant im Notfall eine Lotterie

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Wird der südbadische Fußball-Pokalsieger der Saison 2019/20 doch noch auf dem Rasen ermittelt? Nach der neuen und ab 1. Juli gültigen Corona-Verordnung scheint dieser Wunsch des Verbands realisierbar. Aus  dem Bezirk Baden-Baden ist noch der SV Oberachern im Rennen um den DFB-Pokal. Vor zwei Jahren präsentierte sich zuletzt ein Club aus Mittelbaden auf der großen Bühne. Oberligist SV Linx unterlag dem damals gerade in die Bundesliga aufgestiegenen 1. FC Nürnberg im Kehler Rheinstadion knapp mit 1:2.

In diesem Jahr war der SV Oberachern auf einem guten Weg, es dem Lokalrivalen nachzumachen. Doch das Coronavirus stoppte auch den Pokalwettbewerb des Südbadischen Fußball-Verbands (SBFV), in dem der SVO im Halbfinale steht – mit guten Chancen auf den erstmaligen Titelgewinn.

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Meldefrist noch nicht bekannt

Ob dieser auf dem Rasen gelingt, erscheint nach der neuen und ab 1. Juli gültigen Corona-Verordnung des Landes zumindest etwas wahrscheinlicher als noch vor einigen Tagen. Der SBFV, so versicherte dessen Präsident Thomas Schmidt beim außerordentlichen Verbandstag vor einer Woche, will den Wettbewerb gerne sportlich beenden.

Dies hängt neben den politischen Vorgaben auch davon ab, bis wann dem DFB der südbadische Vertreter für den nationalen Pokal gemeldet werden muss. Noch liegen dazu keine Informationen in der Geschäftsstelle in Freiburg vor, wie SBFV-Pressesprecher Thorsten Kratzner berichtet.

Auslosung mit Gewinnchance von 25 Prozent

Falls der Verbandspokal nicht mehr rechtzeitig ausgespielt werden kann, wird der südbadische Teilnehmer gemäß einem Beschluss des Verbandstags ausgelost. Im Lotterie-Topf lägen dann neben dem SV Oberachern auch dessen Oberliga-Konkurrent FC Rielasingen-Arlen sowie Verbandsligist SC Lahr und Landesligist VfR Stockach – jeder mit einer Gewinnchance von 25 Prozent.

Forderung des SV Oberachern abgelehnt

Eine Forderung des SV Oberachern, wonach statt einer Auslosung der zum Zeitpunkt des Abbruchs in der Meisterschaft am besten platzierte Verein – also Oberachern – für den DFB-Pokal gemeldet werden soll, erhielt vom Verband und von den anderen Halbfinalisten keine Zustimmung.

Die beträchtlichen Einnahmen aus dem DFB-Pokal, im Vorjahr waren es allein in der ersten Runde etwa 175.000 Euro pro Teilnehmer, sollen im Fall einer Auslosung unter den vier Halbfinalisten aufgeteilt werden. „Wir streben dann eine gerechte Verteilung an“, sagt Kratzner.

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Beginn vor Oktober unwahrscheinlich

Klar ist, dass der DFB-Pokal der kommenden Saison 2020/21 nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt Mitte August startet. Mit Blick auf die geplanten Termine im August (Europapokale) und September (Länderspiele, Auftakt in den Bundesligen) ist ein Beginn vor Oktober unwahrscheinlich.

In diesem Fall bliebe noch etwas Zeit, um die Verbandspokalsieger auf dem Rasen zu ermitteln – eventuell sogar wie zunächst für den 23. Mai geplant im Rahmen eines „Finaltag der Amateure“ mit der vor vier Jahren eingeführten Konferenz-Übertragung in der ARD.

Württemberg plant Fortsetzung im August

Etwas weiter als in Südbaden sind indes die Nachbarn im Norden. Dort steht der FC Nöttingen bereits im Finale und wartet auf den Sieger aus der Partie ASC Neuenheim gegen Waldhof Mannheim. Andere Verbände wie Saarland, Württemberg und Hamburg sind dagegen erst im Viertelfinale angekommen. Der Württembergische Fußballverband teilte dazu am Freitag mit, der WFV-Pokal 2019/2020 werde „nach derzeitigem Stand im August fortgesetzt und zu Ende geführt“.

Der Geschäftsführer des Badischen Fußballverbands (BFV) bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass auch im nordbadischen Teil des Landes der Pokalsieger sportlich ermittelt werden soll.