Treffsicherer Erfolgsgarant: Steven Müller (Mitte) trug mit 17 Toren maßgeblich zur Bezirksliga-Meisterschaft des SV Ulm bei.
Treffsicherer Erfolgsgarant: Steven Müller (Mitte) trug mit 17 Toren maßgeblich zur Bezirksliga-Meisterschaft des SV Ulm bei. | Foto: Collet

Aufstieg in Landesliga

SV Ulm krönt seinen Aufwärtstrend mit dem Titel in der Fußball-Bezirksliga

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Von der Kreisliga B in die Landesliga – den Fußballern des SV Ulm gelangen in den vergangenen Jahren drei Aufstiege. Den Auftritt in der überbezirklichen Spielklasse sehen die Kicker aus dem Stadtteil von Lichtenau als Abenteuer. Auf teure Neuzugänge verzichten die Ulmer, die vielmehr auf einheimische Kräfte setzen.

Den vorläufigen Höhepunkt des stetigen Aufwärtstrends mussten die Fußballer des SV Ulm in Zeiten von Abstandsregeln und Hygiene-Auflagen ohne die sonst üblichen Rituale wie etwa Bierduschen feiern. Der Aufstieg in die Landesliga geht dennoch als bislang größter Erfolg ins Geschichtsbuch des 1948 gegründeten Clubs ein.

Seit die Mitte März unterbrochene Saison 2019/20 am vergangenen Samstag offiziell beendet wurde, stehen die Ulmer als Meister der Bezirksliga fest. Ein Triumph, der nicht ganz überraschend kommt.

Knapper Vorsprung vor dem Rastatter SC/DJK

Nach dem knappen Scheitern vor einem Jahr in den Aufstiegsspielen gegen den SC Offenburg (1:1 auswärts, 2:4 zu Hause) zählte das Team von Trainer Oliver Bethge zu den Titelkandidaten. Beim Abbruch hatte Ulm dann acht Punkte Vorsprung auf den Tabellendritten FV Ötigheim, der Zweite Rastatter SC/DJK lag bei einer weniger absolvierten Partie vier Zähler zurück – dies reichte den Ulmern, denen kurz vor der Winterpause wichtige 3:1-Siege gegen die Spvgg Ottenau und Rastatt gelangen, nach der Quotientenregel knapp zu Rang eins.

„Ich sehe das als verdient an, geschenkt ist da nichts“, sagt Bethge, der die Basis des Erfolgs gerade im verpassten Coup vor einem Jahr sieht. Die Mannschaft habe dieses Thema sofort abgehakt. „Wir sind nicht in ein Loch gefallen“, so Bethge.

Obwohl er den Titel als Gesamtleistung des Kollektivs betrachtet, kommt der Trainer nicht umhin, seinen Torjäger hervorzuheben. Steven Müller erzielte 17 von insgesamt 56 Toren. Ein Extralob bekommt auch Nils Helmholdt, der nicht nur hinten „den Laden dicht gehalten“ habe, sondern vorne auch siebenmal traf.

Torjäger Müller als Erfolgsgarant

Was die Ulmer auszeichnet, ist neben Kontinuität im Kader und einem ausgeprägten Teamgeist auch die hohe Identifikation der Spieler mit dem Verein. Stützen wie Müller, Oliver Ernst oder Kapitän Jonathan Wisser hielten dem SV trotz zahlreicher Anfragen stets die Treue.

Daran soll sich am Münzwald auch in der Landesliga nichts ändern. „Wir bleiben bei unseren Leisten und wollen kein Geld investieren“, sagt Günter Waffenschmidt, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Gatte von Vereins-Chefin Christa Waffenschmidt.

Wir sehen das grundsätzlich als Abenteuer. Wenn wir wieder absteigen, wäre das nicht so tragisch.

Günter Waffenschmidt, Schriftführer Öffentlichkeitsarbeit beim SV Ulm

„Wir sehen das grundsätzlich als Abenteuer. Wenn wir wieder absteigen, wäre das nicht so tragisch.“ Dennoch sei es freilich das Ziel, so viele Punkte wie möglich zu holen. Der Kader wird dafür wohl kaum verändert. Jeweils ein Ab- und ein Zugang stehen aktuell fest: Marvin Mußler kommt vom SV Sasbach, Aykut Ademogullari geht zu den Kickers Baden-Baden.

Nicht mehr an Bord sein wird in der neuen Runde der Erfolgstrainer Bethge, der vom bisherigen Assistenten Fabian Ernst abgelöst wird. „Vier Jahre sind genug. Ich habe es immer geschafft, im richtigen Moment aufzuhören“, sagt Bethge, der in Ulm je zwei Jahre für die erste und zweite Mannschaft zuständig war. Seine Zukunft im Fußball ist noch offen.

Wisser-Brüder bei allen Aufstiegen dabei

Bethge ist der dritte Trainer in Folge beim SV Ulm, der in seiner Amtszeit aufstieg. 2011 führte Benedikt Wisser den Club als Spielertrainer in die Kreisliga A, 2016 gelang unter Rolf Ernst der Sprung in die Bezirksliga. Aus der Mannschaft, die vor neun Jahren auf dramatische Weise (5:4 im Rückspiel in Illingen) aufstieg, sind noch die Brüder Benedikt und Jonathan Wisser dabei.