Startschuss gefallen: Gut drei Jahre nach der Übernahme des Glashütten-Areals durch die bayerische Karl-Gruppe fiel am Dienstag mit dem symbolischen Spatenstich der Startschuss für die Erschließungsarbeiten zur Schaffung eines komplett neuen Wohnviertels. | Foto: Michael Moos

Freude über „Glücksfall“

Symbolischer Spatenstich auf dem Glashütten-Areal in Achern

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Die bayerische Karl-Gruppe bleibt im badischen Achern am Ball: Auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte soll bis 2024 ein komplett neues Wohnquartier mit bis zu 500 Wohnungen entstehen. Am Dienstag wurde mit dem symbolischen ersten Spatenstich für die Erschließungsarbeiten baulich ein neues Kapitel aufgeschlagen.

„Sehr professionell“

Oberbürgermeister Klaus Muttach sprach mit Blick auf die Entwicklung des elf Hektar großen Areals vor den Toren der Innenstadt von einem „Glücksfall“. Großes Lob galt in diesem Zusammenhang der Karl-Gruppe (Innernzell), die das Gelände im Sommer 2015 aus dem Besitz des amerikanischen Konzerns O.I.Glasspack übernommen hatte und die seitdem „sehr professionell“ die Umwandlung der Industriebrache vorangetrieben habe. Die Stadt Achern verzichtete seinerzeit bekanntlich auf das ihr zustehende Vorkaufsrecht.

Hohe Erwartungen

Muttach knüpft hohe Erwartungen an das unter der Bezeichnung „Neues Wohnen an der Acher“ entwickelte Konversionsprojekt: Zum einen verspricht man sich mit dem Zuzug zahlreicher neuer Einwohner eine weitere Belebung der Innenstadt, zum anderen setzt die Stadt Achern hier wichtige baulandpolitische Grundsatzbeschlüsse um – erstmals werde ein Investor nicht nur zum Bau preisgünstiger Wohnungen verpflichtet, sondern auch zur Übernahme sogenannter Infrastukturfolgekosten.  Dabei geht es bekanntlich um den Neubau eines Kindergartens, der ebenfalls auf dem einstigen Glashüttengelände entstehen wird.

„Werden auch in Zukunft unser Wort halten“

André Karl, Mitgesellschafter und einer der drei Geschäftsführer der Karl-Gruppe, lobte seinerseits das partnerschaftliche Verhältnis zur Stadt Achern. Man habe sich stets um Fairness bemüht: „Wir haben unsere Zusagen stets einhalten und werden auch in Zukunft unser Wort halten“, versprach Karl. „Wir freuen uns, weiterhin zügig voranschreiten und so unsere gemeinsame Vision umsetzen zu können.“

Vision wird Realität: Oberbürgermeister Klaus Muttach (rechts) mit André Karl und Stefan Gigl von der Karl-Gruppe. | Foto: Michael Moos

400 Mitarbeiter

Die 1966 von Günther Karl als kleine Baufirma gegründete Unternehmensgruppe ist heute bundesweit aktiv und gehört mit 44 Gesellschaften und rund 400 Mitarbeitern zu den wichtigsten Arbeitgebern in Niederbayern. Ihre Stärke als ein auf vielen Geschäftsfeldern tätiges Unternehmen spielt die Karl-Gruppe auch in Achern aus: Sowohl beim mittlerweile abgeschlossenen Abbruch der alten Bausubstanz, als auch bei der nun anstehenden Erschließung kann sie sich auf die eigene Karl Bau GmbH verlassen, der über die entsprechenden Arbeitskräfte und den notwendigen Fuhrpark verfügt.

Altlasten beseitigt

Als Spezialist für schwierige Fälle stellte sich die Karl-Gruppe auch der Altlastenproblematik in Achern. Bereits abgeschlossen ist die Sanierung von drei „Hotspots“ mittels Bodenaustausch, parallel dazu kommt man mit der in einem Teilbereich nötigen Grundwassersanierung mit Hilfe von Bakterien zum Schadstoffabbau gut voran. Stefan Gigl rechnet als Leiter der Projektplanung im Frühjahr 2019 mit dem Abschluss der Altlastensanierung.

„Champagnerplatz“ und „Glasplatz“

Im Zuge der Erschließungsarbeiten werden unter anderem 2,4 Kilometer Schmutz- und Regenwasserleitungen sowie eine neue Wasserleitung mit rund 1,6 Kilometern Länge gebaut. Ferner werden öffentliche Straßen, Gehwege und Plätze mit einer Gesamtfläche von 14 500 Quadratmetern hergestellt. Auszeichnen soll sich das neue Stadtquartier durch öffentliche Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität („Champagnerplatz“ und „Glasplatz“), die im Zentrum und im Bereich der ehemaligen Werkszufahrt entstehen. Eine hohen Wohnqualität bieten großzügige Grünanlagen in Kombination mit dem „Acherpark“.

Verkauf in Clustern

Die insgesamt rund 25 Bauparzellen will die Karl-Gruppe in mehreren Clustern verkaufen, die von verschiedenen Bauträgern entwickelt und realisiert werden. Mit den Hochbauarbeiten will man im Spätjahr 2019 beginnen.