In diesem Gebäudekomplex ist der bisherige Diersheimer Jugendtreff untergebracht. | Foto: privat

Neues Konzept in Diersheim

Treff für alle Generationen

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Mit einem neuen Konzept und renovierten Räumen will der bisherige Jugendtreff im Rheinauer Stadtteil Diersheim von diesem Spätjahr an durchstarten. Der Treff soll künftig alle Generationen ansprechen. Der Grund: „Da in den vergangenen Jahren durch Social Media und Co immer weniger junge Menschen Interesse an einem Treff haben, starten wir jetzt einen neuen Versuch mit einem Mehrgenerationentreff“, sagt Kai Schertel im Gespräch mit dem ABB und bnn.de. Selbst das Einschränken der Öffnungszeiten von zweimal die Woche auf einmal wöchentlich von 18 bis 21 Uhr brachte nicht die erhoffte Wirkung, dass Jugendliche wieder vermehrt den Treff besuchen.

1998 gegründet

Das Begegnungszentrum für die jüngere Generation Diersheims wurde 1998 gegründet und galt als „reiner Jugendtreff“ für Jugendliche ab zwölf Jahren im Ort. „2018 feierten wir ganz groß das 20-jährige Bestehen unter dem Motto „Schweden“ mit einer Live-Übertragung des Fußball-WM-Spiels Deutschland–Schweden“, blickt Schertel zurück. „An dem Tag schloss sogar das im Ort ansässige Ess- und Sporthaus mit dem Hinweis auf ein Public Viewing in der Halle in Diersheim“, ist das Vorstandsmitglied noch heute auf die Aktion stolz. Trotzdem blieb das weitere Interesse aus. Zu guten Zeiten zählten die Organisatoren bis zu 80 Mitglieder. „Viele haben den Treff verlassen, andere lassen es offen“, bedauert Schertel.

Auch für Menschen bis ins hohe Alter

Die Gründer von einst wollen „ihren“ Treff jedoch nicht kampflos aufgeben, wie Schertel betont. „Daher jetzt dieser neue Versuch.“ Das neue Konzept sieht vor, Kinder bereits vom Grundschulalter an in die Begegnungsstätte miteinzubeziehen sowie Menschen bis ins hohe Alter.
Dabei stellt der Vorstand des Jugendtreffs klar, dass es keinen Jugendtreff mehr geben soll. „Lediglich Angebote für Kinder und Jugendliche, wie zum Beispiel eine Kinderdisco von 16 bis 20 Uhr an Halloween für Kinder ab acht Jahren“, erklärt Kai Schertel.

Satzungsänderung notwendig

Da in der neuen Begegnungsstätte künftig auch Abendverstaltungen stattfinden sollen, muss der Verein die Satzung ändern, damit unter anderem wieder Alkohol ausgeschenkt werden darf. Offen ist nach das Angebotsspektrum. Doch an Ideen mangelt es nicht, wie Tanzabende, Kochschule, Strick- oder Nähkurse seien denkbar.

Social-Media-Kurse für Senioren?

Auch ein WhatsApp-Kurs für ältere Generationen sei denkbar. „Doch das ist alles noch offen“, betont Schertel. In einer Vorstandssitzung nach den Sommerferien wollen die Vereinsmitglieder erste Ergebnisse aus den Ideenkonzepten sammeln.

Treff sucht Namen

Auch Freizeitangebote außerhalb des Treffs sollen für jede Generation stattfinden. Der Mehrgenerationen-Treff trägt noch keinen Namen. Der Verein habe ein „gutes Polster für Investitionen und kleinere Reparaturen“. Der Verein investierte in neue Farben und verlegte im Nebenraum einen PVC-Boden. Die Renovierungskosten seien überschaubar. Spenden erhalten die Organisatoren des Treffs von örtlichen Geldinstituten sowie von einem Kehler Unternehmen.

Neueröffnung im Dezember geplant

„Wenn alles gut läuft, öffnen wir wieder diesen November oder Anfang Dezember“, blickt Kai Schertel voraus. Die erste öffentliche Präsentation des neuen Konzepts ist am Sonntag, 8. Dezember, mit einem Informationsstand am Diersheimer Rathaus angedacht. Dort wird am begehbaren Adventskalender das erste Fenster geöffnet.