Spirituelle Verbindung: Pater Innocenz bei seinem 80. Geburtstag, flankiert von Walter Scholz (links) und Costa Cordalis (rechts). | Foto: privat

Erinnerungen an Costa Cordalis

Trompetenvirtuose Walter Scholz über eine ganz besondere Freundschaft

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Mit Costa Cordalis hat sich eine Legende aus dem Leben verabschiedet. Der ABB hat mit seinem langjährigen Freund und Musikerkollegen Walter Scholz, der es als Trompetenspieler zu Weltruhm gebracht hat, über den griechischstämmigen Schlagerstar gesprochen.

„Er war ein Künstler mit enormem Charisma. Und ein wunderbarer Mensch dazu“, erinnert sich Scholz, der mit Costa Cordalis „ein halbes Jahrhundert eng befreundet“ war. Ein „Ausnahmemusiker“ sei er gewesen, sagt Scholz. Was ihn als Trompetenprofi besonders beeindruckte – „das wissen viele nicht“ – war, als Cordalis einmal auf einer Posaune spielte und dabei ein verblüffende Virtuosität an den Tag legte.

Er war ein ganz toller Familienvater

Cordalis brauchte sein „Nest“

„Die ganze Familie ist unglaublich musikalisch. Ob seine Tochter Kiki, sein Sohn Lucas oder Tochter Eva. Ich habe sie gerne griechische Lieder singen gehört“, schwärmt Scholz. Die Familie habe für Cordalis an oberster Stelle gestanden. „Er war ein ganz toller Familienvater“, und habe sein „Nest“ gebraucht, die Cordalis-Familie habe sich immer gegenseitig unterstützt.

Das war ein hochintelligenter Mensch

Immer offen für andere Kulturen

Scholz pflegte engen Kontakt zu Cordalis, tauschte mit ihm bis in die späten Lebensjahre noch „Mails und Whatsapps“ aus und besuchte ihn zusammen mit seiner Frau Silvia oft in seinem Wohnsitz auf Mallorca. Als er davon spricht, fällt Scholz eine Anekdote ein: Aus dem Jahre 2014, er und Cordalis verfolgen gemeinsam gespannt das WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien. „Kurz vor Schluss sagt Costa: Walter, pack deine Trompete aus, du musst jetzt das Deutschlandlied spielen.“ Das tat Scholz dann auch. Und von der Galerie des Hauses aus versetzte er die deutschen Nachbarn mit der Zugabe „Don’t Cry For Me Argentina“ in Entzücken. Cordalis sei immer offen, nicht nur für die deutsche Kultur, gewesen. „Das war ein hochintelligenter Mensch, er hat ja auch einen Haufen Sprachen gesprochen.“ Neben Griechisch, Deutsch und Englisch erinnert sich Scholz auch an französische und italienische Kenntnisse.

Der Gesang von Costa auf meinem letzten Album macht mich besonders stolz

Ein letztes Geschenk

Beim gleichen Aufenthalt auf Mallorca habe Scholz im hauseigenen Studio von Lucas Cordalis eine Version von Elvis Presleys „Falling In Love“ aufnehmen wollen. „Costa hat da zufällig mitgehört und sagt zu mir: du, beim Original gibt es doch einen Chor. Und dann hat er zusammen mit Kiki und Lucas in nicht mehr als einer halben Stunde, sauber und perfekt intoniert den Chorus eingesungen, der jetzt bei mir auf dem Album ist. Das macht mich ganz besonders stolz und froh.“ Auf seinem neuen Album „Trompete für dich“ findet sich übrigens auch die „Sehnsuchtsmelodie“, für die Walter Scholz von Moskau bis Mexiko bekannt ist. Eingefallen ist sie ihm übrigens bei einem Spaziergang in der Nähe der Burg Windeck.

Wir haben beide vor jedem Auftritt meditiert

Spirituelle Verbindung

Es ist auch eine spirituelle Sehnsucht, die Scholz und Cordalis verbindet. Der Grieche sei nicht nur sehr religiös gewesen, wie Scholz habe auch er vor jedem Auftritt meditiert. Diese Affinität zum Spirituellen verdichtet sich in der Begegnung mit dem Rottweiler Pater Innocenz. Wie Scholz zeigte sich auch Cordalis nach einem Gespräch mit dem Pater tief beeindruckt von dessen hellseherischen Fähigkeiten und angesteckt von der Zuversicht, mit der dieser von einem Zustand nach dem irdischen Dasein sprach. So schwer der Tod von Costa Cordalis Scholz zufolge gerade für seine Familie wiegt, so sehr nährt das die Hoffnung, dass er von aber nicht aus der Welt gegangen ist.