Susanne Gibs (links) und Nina Merkel trugen maßgeblich dazu bei, dass die TTF Rastatt in der Tischtennis-Oberliga Frauen ganz vorne stehen. | Foto: Collet

Tischtennis

TTF Rastatt genießen Erfolg und lassen Aufstiegsentscheidung noch offen

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Die TTF Rastatt haben nach dem Abbruch der Tischtennis-Saison 2019/20 als Tabellenerster der Oberliga Frauen die Möglichkeit, in der nächsten Runde in der Regionalliga zu spielen. Ob das Aufstiegsrecht wahrgenommen wird, ist aber noch nicht sicher.

Was für eine Erfolgsgeschichte. Als Aufsteiger in die Tischtennis-Oberliga Baden-Württemberg gestartet, sorgten die Frauen der TTF Rastatt in der neuen Umgebung für ordentlich Furore. Als die Runde am 13. März abgebrochen wurde, standen die Barockstädterinnen dort, wo sie niemand erwartet hatte – am wenigsten sie selbst.

Bei Saisonabbruch Meisterschaft

Das Team belegte nach 14 Spieltagen Rang eins. Da das Klassement zum Zeitpunkt der Aussetzung der Spielzeit als Abschlusstabelle gewertet wird, dürfen sich die TTF-Frauen um Spitzenspielerin Elisabeth Bittner als Oberliga-Meister fühlen und dies in vollen Zügen genießen.

Für Susanne Gibs, Vereinsvorsitzende und Leistungsträgerin in Personalunion, war es im ersten Moment „etwas komisch“.

Gibs: „Es wäre uns lieber gewesen, wenn wir die Runde hätten zu Ende spielen können.“ Dies trübt die Freude über das Erreichte freilich nicht, zumal der Erfolg alles andere als geplant war. „Wir sind als Neuling schon mit Respekt gestartet. Es war der dritte Aufstieg der TTF-Frauen in die Oberliga. Zuvor ging es zweimal postwendend wieder zurück in die Badenliga. Zwar fühlten wir uns diesmal stark genug für die Klasse, mehr als einen guten Mittelfeldplatz haben wir uns aber nicht ausgerechnet“, verrät Gibs.

Von Beginn an ist es extrem gut gelaufen

                   Susanne Gibs, Spielerin und Vorsitzende der TTF Rastatt

Dass das erste Saisonspiel einen 8:3-Sieg bei Titelanwärter Herrlingen brachte, war dann aber schon ein Fingerzeig, wohin es gehen könnte. „Von Beginn an ist es extrem gut gelaufen. Jede einzelne Spielerin ist an ihre Bestleistung herangekommen“, sagt Gibs. Spätestens nach der Hinrunde war klar, dass der Weg zur Meisterschaft nur über das Team der TTF Rastatt führen würde.

Saisonübergreifend 31 Siege in Folge

Neun Spiele, neun Siege: So lautete die makellose Bilanz des Aufsteigers, der unbeirrt seine Bahnen zog. Saisonübergreifend gewannen die Rastatterinnen sage und schreibe 31 Partien in Folge. Die Erfolgsserie riss, als Nina Merkel verletzungsbedingt und Jacqueline Hörig wegen eines Auslandsaufenthalts ausfielen.

Zwei Niederlagen hintereinander ließen das komfortable Polster der Rastatterinnen auf den härtesten Verfolger Sindelfingen II auf drei Punkte schmelzen. Dann kam das vorzeitige Saisonaus.

Es ist müßig, darüber zu spekulieren, ob es den TTF-Frauen, bei denen neben dem Stammquartett Bittner, Merkel, Gibs und Hörig außerdem noch Karin Huck, Valerie Kreideweis, Lilly Schmitt und das erst 13 Jahre alte Talent Angelina Credo zum Einsatz kamen, bei vier noch ausstehenden Begegnungen zur Meisterschaft gereicht hätte. Tatsache ist, dass sich das Team die Berechtigung zum Aufstieg in die Regionalliga erkämpft hat.

Sportlicher Höhepunkt in der Vereinshistorie

Ob der Sprung in die vierthöchste deutsche Klasse wirklich vollzogen wird, ist allerdings nicht sicher. „Wir sind noch in der Phase der Entscheidungsfindung“, sagt Gibs. „Es macht nur einen Sinn aufzusteigen, wenn wir auch eine wettbewerbsfähige Mannschaft stellen können.“

Druck verspürt der Oberliga-Champion deswegen nicht. „Die Meldefrist endet erst am 5. Juni, da haben wir noch etwas Zeit“, so Gibs. Ob das Aufstiegsrecht letztlich wahrgenommen wird oder nicht, eines ist auf jeden Fall klar: Platz eins in der Oberliga Baden-Württemberg ist der absolute sportliche Höhepunkt in der TTF-Vereinshistorie.