Training im Schwarzwald: Der Baden-Badener Ultraradler Tobias Bailer hat das Race Around Austria im Blick. | Foto: pr

Trotz Corona-Pandemie

Glücksmomente beim badischen Ultraradler Tobias Bailer: Race Around Austria findet statt

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„Ich habe echt Glück gehabt“, sagt Tobias Bailer, „ich kann allein trainieren.“ Als die Corona-Krise ihre ganze Wirkmächtigkeit entfaltete und der Profi- wie Amateursportbetrieb den Stillstand verordnet bekam, konnte sich der Ultraradler aus Baden-Baden nach wie vor auf seinen Drahtesel schwingen und Kilometer machen.

Aber eines wurmte den 2019-er-Absolventen des legendären Race Across America (RAAM) dann doch. Eine ganze Reihe an Extrem-Radsport-Wettbewerben mussten wegen der Pandemie ebenfalls gestrichen werden. „Da habe ich dann gedacht, in dieser Hinsicht ist das Jahr gelaufen.“ So konzentrierte sich der 47-Jährige erstmal auf das Trainieren: Kraft in den heimischen vier Wänden und Ausdauer auf dem Velo.

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Race Around Austria im August findet statt

Und dann ging doch noch was: Bailers sportlicher Jahreshöhepunkt, das Race Around Austria mit 2.200 Kilometern und 30.000 Höhenmetern findet doch statt. Der Non-Stop-Wettbewerb gilt als härteste Herausforderung seiner Art in Europa. Die Veranstalter haben es längst auf ihren Internetseiten vermeldet. „Das Race Around Austria findet von 10. bis 16. August statt.“

Während der Sportminister am Wochenende das Go für Einzel-Zeitfahrwettbewerbe der Radler gegeben hat, wurden bereits mit dem 1. Mai  die Ausgangsbeschränkungen in Österreich aufgehoben. Somit wird das Race Around Austria (RAA) aufgrund des Rennmodus eines der wenigen Radrennen in Österreich sein, die 2020 überhaupt stattfinden können.

Wenn es um das Ultraradeln geht, muss sich der aus Ottersdorf stammende Bailer nicht extra motivieren. Aber als die Kunde kam, das RAA findet statt, gab das noch einen zusätzlichen Kick. Seine Ehefrau Stefanie steht derzeit mehr denn je als professioneller Coach zur Verfügung. Auch sie musste – als selbstständige Gesundheitstrainerin – wegen der Corona-Auflagen jobmäßig runter fahren. „Stefanie übernimmt das Coaching bei den Kraft- wie Mentaleinheiten und achtet auf die korrekte Ernährung.“

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Ex-Rennradprofi Torsten Hiekmann gibt Tipps für Training im Sattel

Bailer hat sich auch in Sachen Rad-Training einen Profi an seine Seite geholt: Torsten Hiekmann. Der ehemalige Radrennfahrer (Team Telekom und Team Gerolsteiner) vermittelt dem Baden-Badener Extremsportler Tipps und Kniffe, wie die Übungseinheiten im Sattel noch zielführender werden. „Ich merke das von der Leistung her enorm“, so Bailer, „die Zusammenarbeit mit Torsten trägt Früchte.“ Der 47-Jährige ist, wie er berichtet, „komplett auf das RAA fokussiert“.

Rund 500 Kilometer spult er derzeit pro Woche herunter, der Schwerpunkt der Fahr-Einheiten steht von Freitag bis Sonntag im Kalender. „Da bin ich vier bis fünf Stunden pro Tag unterwegs.“

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Trainingslager in Österreich geplant

Dass nun die Corona-Auflagen langsam gelockert werden, will der Ultraradler für ein Trainingslager in Österreich nutzen. Zwar schätze er den heimischen Schwarzwald ungemein, „aber in den Alpen fährst du dann doch noch mal auf ganz andere Höhen“.

Gern auf langen Strecken: Der Baden-Badener Ultraradler Tobias Bailer absolvierte 2019 das Race Across America. | Foto: pr

Ob er im kommenden Jahr seinen Traum wahr macht, um das Race Across America Solo zu fahren, steht noch in den Sternen. Entschlossen ist Bailer dennoch: „Es ist und bleibt mein Ziel, das RAAM 2021 oder vielleicht auch 2022 Solo zu bewältigen.“ Doch jetzt freue er sich erst einmal auf Österreich.