Die Umgestaltung des Trottenplatzes in Eisental soll am 19. August beginnen. | Foto: Wilfried Lienhard

Trottenplatz in Eisental

Umgestaltung für 1,86 Millionen Euro

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Mit einem Vorstoß, die Umgestaltung des Eisentaler Trottenplatzes zu verschieben, ist die GAL im Gemeinderat gescheitert. Stattdessen hat das Kommunalparlament bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen den Auftrag an eine Baden-Badener Weiss vergeben, die bereits den Bühler Markt- und Kirchplatz umgestaltet hat und jetzt mit knapp 1,86 Millionen Euro das günstigste Angebot abgegeben hatte. Die Arbeiten sollen am 19. August beginnen, 15 bis 18 Monate dauern und aus Fördergründen Mitte Juni 2021 abgerechnet sein.

GAL scheitert mit Antrag auf Verschiebung

„Die Haushaltslage ist dramatisch“, hatte Walter Seifermann (GAL) konstatiert. Kurz zuvor hatte Oberbürgermeister Hubert Schnurr in seinem ersten Finanzbericht für das Jahr 2019 dem Gemeinderat die prekäre Lage deutlich vor Augen geführt: Statt des ursprünglich erwarteten Haushaltsüberschusses in Höhe von 3,7 Millionen Euro geht die Verwaltung in diesem Jahr von einem Fehlbetrag von 1,5 Millionen Euro aus – eine Folge des Gewerbesteuereinbruchs von prognostizierten 26 auf 16 Millionen Euro. Angesichts dessen plädierte der GAL-Fraktionssprecher dafür, die Umgestaltung des Trottenplatzes ein Eisental auf die Zeitschiene zu setzen.

Im Fokus der ersten Sitzung des neu formierten Gemeinderates stand die Vergabe der Bauarbeiten für dieses zentrale Vorhaben in dem Bühler Stadtteil. Doch vor dem Hintergrund des finanziell „dramatischen Einbruchs“ wollte Seifermann jetzt kein Geld für die Sanierung in die Hand nehmen: „Das muss verschoben werden, der Platz hält auch noch die nächsten fünf bis zehn Jahre.“ Sein entsprechender Antrag fand jedoch im Gemeinderat keine Mehrheit und wurde bei vier Ja-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt. OB Schnurr hatte vor der Abstimmung seine Aussage bekräftigt, begonnene Maßnahmen nicht zu verschieben, zumal dann der zugesagte Landeszuschuss verloren ginge.

Zugang zum Dorfladen wird gewährleistet

Die Gestaltung des Trottenplatzes ist laut Georg Feuerer (CDU) „für die innerörtliche Entwicklung Eisentals ein großer Meilenstein, damit der Ort noch schöner wird“. Erfreut zeigte sich der neue CDU-Fraktionschef darüber, dass dieses Vorhaben nicht dem Sparkurs zum Opfer fällt. Er hoffe auf einen zügigen Verlauf der Bauarbeiten, da davon auch die Existenz des Dorfladens abhänge. Dieser, versprach OB Schnurr, werde nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen.
Wie die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage ausführt, wird der Zugang zum Dorfladen, zum Dorv-Zentrum und zur Schartenberghalle während der gesamten Baumaßnahme aufrechterhalten. Feuerer lenkte auch den Blick auf die Sanierung der Kirchbergstraße – „die hat es vielleicht noch nötiger als der Trottenplatz.“ Hier wolle die Verwaltung im Frühjahr auf die Bevölkerung zugehen, kündigte Schnurr an.

Wir würden viele Bürger enttäuschen

Margret Burget-Behm (CDU) war sich einig mit der Verwaltungsspitze, begonnene Dinge weiterzuführen, und verwies auf die große Bürgerbeteiligung. „Wir würden viele Bürger enttäuschen“, meinte sie. Das sah auch Karl Ehinger (FW) so: Sehr viel Gehirnschmalz und Engagement stecke in dem Vorhaben. Die Platzgestaltung auf die lange Bank zu schieben, würde frustrierend wirken. „Es wäre fatal, wenn wir das abblasen“, meinte auch Lutz Jäckel (FDP) mit Blick auf den Zuschuss in Höhe von knapp 600 000 Euro, den die Stadt für den Eisentaler Trottenplatz erhält.
Pit Hirn (SPD) fand allerdings, dass die Aspekte von Walter Seifermann nicht von der Hand zu weisen seien. Angesichts der Bürgerbeteiligung und des Zuschusses werde die SPD aber den Antrag auf Verschiebung „mit viel Sympathie zurückweisen“ und stattdessen für die jetzige Vergabe der Bauarbeiten stimmen. Die Leute in den Stadtteilen würden ansonsten verprellt, so Hirn.