Kein Durchkommen: Noch bis Ende November bleibt die Ortsdurchfahrt der Grimmelshausenstadt wegen der Erneuerung der Renchbrücke gesperrt. Die dortigen Geschäfte verzeichnen weniger Laufkundschaft. | Foto: Sandra Neuburger

Sperrung der Ortsdurchfahrt

Unterschiedliche Auswirkungen auf Einzelhandel in Renchen

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Die Ortsdurchfahrt Renchen ist seit Anfang April aufgrund einer Brückensanierung für den Verkehr gesperrt. Bis Ende November sollen die Arbeiten an Rench- und Mühlbachbrücke noch dauern.

Besonders Einbußen bei Geschäften mit Laufkundschaft

Markus Hoefinghoff, Geschäftsführer der Werbegemeinschaft Renchen, bewertet die derzeitige Situation als unterschiedlich problematisch für die Einzelhändler, da manche von Laufkundschaft und Spontankäufen abhängig seien, während andere eher gezielt besucht werden. In seinem eigenen Geschäft stelle er bislang keine Einbußen fest, sagt er. Er sei als Handwerker ein reiner Dienstleister, den seine Kunden gezielt zur Beratung besuchen. Wie sich die Sperrung jedoch langfristig auch auf sein Geschäft auswirke, müsse sich zeigen, so Hoefinghoff.

Stadt setzt auf Werbeaktionen

Aber Werbeaktionen sollen weiterhin Kunden nach Renchen bringen, „dass Renchens Geschäftswelt nicht in Vergessenheit gerät“. Und auch die Gemeinde trage ihren Teil dazu bei, die Innenstadt zu beleben. Beispielsweise übernehme diese die Kosten zur Aktion „Sommer in der Stadt“. Generell sei es für eine Kleinstadt wie Renchen in der heutigen Zeit schwierig, einen gesunden Einzelhandel zu tragen. Das Wichtigste sei daher, dass die in Renchen lebenden Bürger ihre Geschäfte unterstützen und lokal einkaufen, um eine „leerstehende Hauptstraße zu vermeiden“.

Schließungen kosten Kunden

Friedrich Brandel, Firmenchef und Inhaber des gleichnamigen Schuhgeschäfts, findet, dass die Kundenfrequenz merklich nachgelassen hat. Wirtschaftlich sei es keine „leichte Zeit“. Aber, erklärt Brandel, man habe rechtzeitig gewusst, dass die Brückensperrung komme und er habe sich gut vorbereitet. Dass jetzt allerdings Geschäfte schließen, kostet Renchen, seiner Meinung nach, noch mehr Kunden. Auch er lobt die Bemühungen der Werbegemeinschaft im Verbund mit der Gemeinde, die Innenstadt mit Aktionen zu beleben.

Vorteile durch weniger Verkehr

„Das zieht die Leute nach Renchen“, auch wenn viele dieser Aktionen erst nach Feierabend stattfinden. Denn, so ist er überzeugt, die Kunden kommen wieder um einzukaufen. Augenoptikermeister Ulrich Schäper findet die Zeitspanne für die Bauarbeiten sehr lang. Dennoch sieht er die Sperrung für sein Geschäft als nicht ganz so kritisch. Seine Kunden kommen und daran könne auch eine Sperrung nichts ändern, sagt er. Außerdem habe der wenige Durchgangsverkehr auch Vorteile. Es gebe weniger Lärm und weniger Dreck. Probleme sehe er aber durchaus für andere Geschäfte, die auf Laufkundschaft angewiesen seien.

Zwei neue Geschäfte eröffnen in Renchen

Renchens Bürgermeister Bernd Siefermann erklärt, die Veranstaltungsreihe „Sommer in der Stadt“ sei bislang sehr gut angekommen. Ob die Einzelhändler tatsächlich wie beabsichtigt davon profitiert haben, sei im Augenblick noch nicht „verifizierbar“. Sicherlich sei es so, dass es Einbußen gebe, so Siefermann, weil die Laufkundschaft fehle. Man stelle Geschäftsschließungen aus unterschiedlichen Gründen aber auch Neuansiedelungen fest. So habe zum Beispiel ein Friseur neu eröffnet und ein Barber-Shop solle folgen.
Nach wie vor sei bei den Bauarbeiten große Sorgfalt und Präzision gefragt, so Siefermann, um keine Schäden an den umliegenden Gebäuden zu verursachen. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg dürfe man damit rechnen, dass die Fertigstellung nach Plan laufe. Er selbst sei immer wieder an der Baustelle und lasse sich persönlich über den Baufortschritt unterrichten.

Sandra Neuburger