Generationenübergreifende Leidenschaft: Peter Riedinger (links) und Sohn Sven teilen eine Leidenschaft und präsentieren ihren Fuhrpark seltener und wertvoller Autos, die auch an der Oos zu sehen sein werden.

Peter und Sven Riedinger

Vater und Sohn teilen eine Leidenschaft

Von Georg Keller

Wie viele Autos er in seinem Leben bereits besessen hat, weiß Peter Riedinger nicht genau. „Ich habe immer Oldtimer gekauft und verkauft, wenn ich die alle behalten hätte“, lacht der 65-jährige Gaggenauer. Beim Oldtimer-Meeting in Baden-Baden wird er unter anderem ein seltenes Toyota Celica-Cabrio zeigen.

Auto mit Seltenheitswert

„Davon sind nur noch zwei Exemplare in Deutschland zugelassen.“ Wie viele noch in Museen oder bei Sammlern in Garagen stehen, ist unbekannt. Viele Exemplare des japanischen Sportwagens hat die Firma Schwan jedoch nicht zu Cabrios umgebaut. Auch einen Opel Olympia Rekord, Baujahr 1956, bringt Peter Riedinger mit.

Den „Auto-Tick“ hat Peter Riedinger schon lang: „Ich habe schon immer in meinem Leben Benzin im Blut gehabt, in meiner Jugend bin ich Bergrennen und Rundstrecke gefahren“. Das Schlossbergrennen in Gernsbach und der Selbach-Slalom waren in den 1970er Jahren Highlights in der süddeutschen Rennsportszene. Anfangs fuhr der Murgtäler einen NSU TT, der bei einem Gewicht von gerade einmal 750 Kilogramm 111 PS auf die Räder los ließ. „Das war der Schrecken vom Porsche 911“, meint Riedinger. Später wechselte er auf einen Simca Rally. NSU und Simca sind beides Marken, die vom Markt verschwunden sind.

Zum 14. Mal beim Oldtimer-Meeting in Baden-Baden dabei

Als es Peter Riedinger ruhiger angehen ließ, orientierte er sich in die Oldtimerszene. Beim Baden-Badener Meeting ist er bereits zum 14. Mal dabei. Unter anderem zeigte er dort einmal einen BMW 2002 Langenberg-Umbau. „Der steht jetzt im BMW-Museum in München“. Der bayerische Automobilbauer kaufte das seltene Fahrzeug auf dem Meeting spontan und nahm es mit.

Ich bin mit dem Thema aufgewachsen.

In diesem Jahr werden zwei Riedingers ihre Fahrzeuge ausstellen: „Ich bin mit dem Thema aufgewachsen“, berichtet Sohn Sven Riedinger. Dennoch entschloss sich der heute 30-jährige Gaggenauer für eine kaufmännische Ausbildung, für das Schrauben ist im Hause Riedinger immer noch Vater Peter zuständig. Ganz weg vom Thema ist aber auch der Junior nicht, er leitet den Einkauf in einem mittelständischen Reifengroßhandel in Kaiserslautern.

Nachdem er sich einige Jahre mit tiefergelegten Golfs ausgetobt hatte, erwarb Sven Riedinger vor sechs Jahren einen Mercedes 230 CE, ein Coupé aus der W123er Baureihe. Der Vorbesitzer hatte das seinerzeit als „Alte Herren Sportwagen“ titulierte Fahrzeug bereits tunen lassen, so dass es heute mit H-Kennzeichen unterwegs ist.

Autos als Wertanlage

„Den würde ich nie im Leben weiterverkaufen“, erfreut sich der Gaggenauer bei jeder Ausfahrt an der Mercedes-Qualität. Im vergangenen Jahr erweiterte sich der Riedinger’sche Fuhrpark um einen Mercedes Ponton, einen 220 S, Baujahr 1958. „Die Überlegung war, ich kaufe mir eine Wertanlage“, so Sven Riedinger.
Während es auf der Bank derzeit kaum Zinsen gibt, legen Oldtimer an Wert zu. Außerdem bietet er den Benz auch für Hochzeitsfahrten an.

Was Vater und Sohn Riedinger besonders freut: Die nächste Generation Oldtimerfans wächst nach. „Man sieht viele Junge mit Kadett D, Scirocco oder Golf 2 mit H-Kennzeichen herumfahren“. Sven Riedinger: „Das Interesse ist vorhanden“. Schließlich verbinde jede Generation viele Emotionen an die Autos ihrer Jugend.