Der Grillplatz "Zum heißen Stein" ist nicht zuletzt wegen seiner großartige Aussicht beliebt, wie Ortsvorsteher Jürgen Lauten weiß. Allerdings werden auch ungebetene Besucher angezogen. | Foto: Lienhard

Am Grillplatz in Eisental

Verdruss über Müll und Vandalismus

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Jürgen Lauten schwärmt von der Aussicht, die sich am Grillplatz „Zum heißen Stein“ über das Rheintal bis hin zu den Vogesen bietet. Manches Mal aber kann sich der Eisentäler Ortsvorsteher nicht so recht daran erfreuen. Der Grund dafür sind ungebetene Besucher, die mitunter nicht nur ihren Müll hinterlassen, sondern auch so laut sind, dass es hinterher Beschwerden bei der Ortsverwaltung gibt. Und auch Vandalismus ist in den Reben zu beklagen.

Der Grillplatz ist von Mai bis September gut belegt. Von Freitag bis Sonntag sei er praktisch ausgebucht, sagt Lauten, und auch für Abende unter der Woche werde er angemietet. Die Nutzer kämen aus der ganzen Region, nicht nur aus Bühl und seinen Stadtteilen: „Der Platz ist auch wegen der Aussicht sehr beliebt.“
Wer den Grillplatz mietet, zahlt eine Gebühr von 25 Euro. Der Müll muss mitgenommen werden, und nach 22 Uhr ist die Lautstärke auf ein angemessenes Niveau herunterzufahren. So sieht es die Benutzungsordnung vor. Mit den Mietern gebe es keine Probleme, auch wenn der eine oder andere mal seinen Müll nicht mitnehme. „Aber wer hier wild eine Party feiert, interessiert sich für solche Vorgaben nicht“, weiß Lauten. Der Müll bleibe liegen, teilweise werde die Hütte als Toilette missbraucht, auch Rebstöcke in der Umgebung seien schon herausgerissen und verfeuert worden. Und immer wieder werde der Platz vermüllt zurückgelassen. „Bewusst wird er am Winzerfest nur am Sonntag vermietet. Als die Leute gekommen sind, fanden sie den Dreck vom Vortag vor“, berichtet Lauten. Die Mieter hätten das anderntags der Ortsverwaltung gemeldet und ihre Platzgebühr zurückerhalten.

Der zurückgelassene Müll ist eines der Probleme am Grillplatz „Zum heißen Stein“. Foto: pr

Beim Pavillon am Neuen Berg sehe es mitunter genauso aus: Dieser sei lediglich als Aussichtspunkt eingerichtet worden und ausdrücklich kein Grillplatz. Doch werde dort in unmittelbarer Nähe des Waldes offenes Feuer gemacht, was angesichts der immer wieder hohen Waldbrandgefahr ernste Folgen heraufbeschwören könnte; auch Schindeln seien schon vom Dach gebrochen worden. Und auch die Anlage beim Tretbecken sei schon als Partyplatz entdeckt worden: „Die Leute kommen zum Grillplatz, und wenn dort schon jemand ist, geht es weiter zum Aussichtspavillon oder zum Tretbecken“, hat Lauten beobachtet. In der Regel seien es Jugendgruppen, selbst welche mit KA-Kennzeichen auf den Autos, und wiederholt seien auch schon Abschlussklassen auffällig geworden, wie es Ende Juli wieder der Fall war.
Im vergangenen Jahr sei es besonders extrem gewesen, nicht nur an der Grillhütte. „Rebsetzlinge wurden herausgerissen, auch junge Rebstöcke, ganze Rebreihen wurden umgeknickt“, blickt Lauten zurück. „Es mangelt am Respekt vor fremdem Eigentum.“ Eine lückenlose Kontrolle sei kaum möglich, aber die Polizei fahre immer mal vorbei, und sie komme auch, wenn Anwohner sie alarmierten. Es habe in Eisental aber auch schon Stimmen gegeben, den Grillplatz einzuzäunen und den Pavillon abzubauen. Das aber kommt für den Ortsvorsteher nicht infrage: „Das wäre eine Kapitulation.“

Polizei setzt auf Prävention

Dem Bühler Polizeirevier sind die Rebhütten und Grillplätze in der Vorbergzone nur zu gut bekannt. Wenn das Schuljahr zu Ende gehe, steige dort die Betriebsamkeit, sagt der stellvertretende Bühler Revierleiter Rolf Fritz. Die Polizei reagiere mit täglichen Kontrollen. In den Abend- und Nachtstunden gebe es Sonderstreifen, die verschiedenen Örtlichkeiten zwischen dem Baden-Badener Rebland und Neusatz würden aber auch im Zuge regulärer Streifenfahrten angesteuert. Dabei sei eigentlich immer jemand anzutreffen. Die große Mehrzahl der Partys laufe problemlos ab, berichtet Fritz, aber die Einzelfälle, die aus dem Ruder liefen, seien in der Tat sehr ärgerlich; eine hundertprozentige Kontrolle sei indes kaum möglich. Die Beamten des Polizeireviers setzen auf Vorbeugung: Es werden einige Personalien aufgenommen und den Jugendlichen erklärt, dass sie dafür verantwortlich seien, dass es ruhig zugehe und der Platz aufgeräumt verlassen werde. Komme es anders, werde Kontakt mit den Eltern aufgenommen, und diese Aussicht wirke: „Das funktioniert sehr gut“, sagt Fritz.

Kontrollen in Altschweier wirken

Der Altschweierer Ortsvorsteher Manfred Müller kann das bestätigen. Bis vor zwei Jahren habe es immer wieder Probleme durch wilde Partys am Grillplatz im Sternenberg gegeben, „da sind auch mal Bierkisten durch die Gegend geflogen“. Seit die Polizei regelmäßig vorbeischaue, herrsche Ruhe. Allerdings bleibe manchmal noch der Müll liegen, berichtet der Ortsvorsteher.
Martin Gerstner von den „Freunden der Guckenhütte“, die den Grillplatz in Kappelwindeck pflegen, setzt auf Kontrolldruck: „Wir sind selbst relativ oft dort und schauen nach.“ Dass Müll liegen bleibe, komme selten vor. Wilde Partys seien auch dadurch ein Stück weit kein größeres Problem, weil der Grillplatz nahezu täglich offiziell belegt ist: „Im Juli war er nur wenige Tage nicht belegt.“ Wenn es Schwierigkeiten gebe, dann seien es eher die an- und abfahrenden Autos, was zuletzt zu einer Beschwerde einer Anwohnerin geführt habe.