Noch ist die Stadt Achern Eigentümerin des Campingplatzes am Achernsee. Für die anstehende Modernisierung sieht man im Rathaus einen Verkauf oder eine Verpachtung als mögliche Optionen. Für beide Varianten gibt es Interessenten. | Foto: Achim Keiper

Campingplatz am Achernsee

Verkauf oder Verpachtung – das ist hier die Frage

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Verkauf oder Verpachtung – noch in diesem Monat will Oberbürgermeister Klaus Muttach die entscheidenden Weichen für die Zukunft des Campingplatzes am Achernsee stellen. Der Gemeinderat hat die Qual der Wahl: Es gibt sowohl Interessenten für den Erwerb, als auch Bewerber für ein Pachtmodell. Muttach wollte sich öffentlich noch nicht auf eine Option festlegen: „Wille der Stadt ist es, dass zeitnah Investitionen und damit eine Modernisierung des Campingplatzes auf den Weg gebracht werden“, sagte er auf Anfrage.

Nur drei von fünf Sternen

Seit 1991 steht der Campingplatz am Achernsee mit aktuell rund 350 Parzellen für Dauercamper und 200 Plätzen für Durchgangsgäste im Besitz der Stadt Achern. Die Kommune hatte die seinerzeit völlig heruntergewirtschaftete Anlage bekanntlich für 1,75 Millionen Euro aus privater Hand übernommen und führt ihn zusammen mit dem benachbarten öffentlichen Strandbad in einem Eigenbetrieb.

13000 Übernachtungen

Auf dem vom ADAC mit drei von fünf Sternen bewerteten Campingplatz gibt es jährlich rund 13 000 Übernachtungen – zu wenig, so die Einschätzung der Stadtverwaltung. Angesichts der gestiegenen Ansprüche der Camper seien Investitionen in Millionenhöhe nötig, andererseits verweist man im Rathaus auf die vergleichsweise hohen Personalkosten – die Mitarbeiter müssen nach dem öffentlichen Dienstrecht bezahlt werden.

Auch andere können mitreden

Was die Sache für die Stadtverwaltung nicht einfacher macht: Bei der Entscheidung über die Zukunft des Campingplatzes haben auch andere ein Wörtchen mitzureden. Zum Beispiel der Ortschaftsrat von Großweier, weil der Campingplatz auf Gemarkung Großweier liegt – er ist „zuständig“ für den Fall einer Verpachtung, während die Kompetenz bei einem Verkauf des Geländes dem Gemeinderat übertragen ist. Eine Rolle spielen auch private Eigentümer, die der Stadt eigene Flächen für den Campingplatz verpachtet haben.

Mehrere Interessenten

Immerhin war die Suche nach Investoren, die den Platz entweder kaufen oder pachtweise übernehmen wollen, offenbar erfolgreich. Oberbürgermeister Klaus Muttach spricht von mehreren Interessenten für beide Varianten. Eine Entscheidung will er noch in diesem Jahr herbeiführen. Die von der Stadtverwaltung in die „engere Wahl“ genommenen Bewerber haben sich, wie Muttach berichtet, im Juli im Ortschaftsrat von Großweier persönlich vorgestellt und ihr Konzept für den künftigen Betrieb des Campingplatzes dargelegt. Auf der Grundlage dieser Vorstellungen habe der Ortschaftsrat dann eine weitere Auswahl bei Pacht- und Kaufinteressenten getroffen. Die Ergebnisse der mit den „Auserwählten“ geführten Gespräche will der Oberbürgermeister dem Gemeinderat noch im September vorstellen und zu dieser Sitzung auch die Ortschaftsräte von Großweier einladen. Muttach: „Wir gehen davon aus, dass dann noch ergänzender Beratungsbedarf in den Fraktionen besteht, wollen aber in jedem Fall eine Entscheidung noch in diesem Jahr herbeiführen.“

Pachtverträge verlängert

Vorangekommen ist die Verwaltung, wie Muttach im ABB-Gespräch weiter berichtete, bei den Gesprächen mit den privaten Eigentümern auf dem Campingplatz-Gelände. Mit fünf von sechs Grundstücksbesitzern habe man bereits eine Einigung über eine Verlängerung des Pachtvertrags für die Dauer von 25 Jahren erzielt. Und bei dem sechsten Eigentümer stehe Ortsvorsteher Huber vor den finalen Gesprächen.