Lückenschluss: Voraussichtlich bis Ende Mai wird die Fußgänger- und Radwegbrücke zwischen ehemaliger Grenzstation und Fischtreppe auf der deutschen Seite errichtet sein. | Foto: Christian Schäfer

Rheinübergang Gambsheim

Vollsperrung rückt immer näher

Die Baustelle auf dem Rheinübergang nimmt Gestalt an: seit Mitte Januar werden auf der deutschen Seite am Wehr Gerüste für die Konstruktion der Füße der neuen Fußgänger- und Radwegbrücke angebracht. Hierbei handelt es sich um ein Projekt des grenzüberschreitenden Vereins „Passage 309“. Auf der französischen Seite wird derzeit die Baustelle für den Abriss und Neubau der Brücken eingerichtet.

Zeitverzug wegen Hochwasser

Das Bauprojekt ist bereits zwei Wochen in Verzug. Die Hochwasserlage im Januar und das Sturmtief Friederike wirbelten den Zeitplan durcheinander. So konnte die Bahn Stahlbauteile nicht rechtzeitig aus dem ostdeutschen Stahlwerk Niesky liefern, erklärt Daniel Guldenschuh-Apelt, Projektleiter im Regierungspräsidium Freiburg (RP), bei einem Pressegespräch. „Doch wir haben einen entsprechenden zeitlichen Puffer eingeplant“, betont er. Nun werden Gerüste am Ende des Wehres vorbereitet, damit die Stützen der Stahlbrücke errichtet werden können.

Mehrere Nachtsperrungen

Zwischen dem 22. und 26. März sind vier Nachtsperrungen vorgesehen. Weitere sieben Sperrungen wird es zwischen dem 13. und 19. April jeweils von 20 bis 6 Uhr geben. Auf 38 Hinweisschildern in der Ortenau wird das RP ein bis zwei Wochen im Voraus über die genauen Zeiten informieren. Die Sperrungen auf der deutschen Seiten sind laut Guldenschuh-Apelt notwendig, um Stahlbauteile mit Kränen einzusetzen. Danach werden bis voraussichtlich Ende Mai halbseitige Straßensperrungen vor und nach den Hauptverkehrszeiten eingerichtet, aus Platzgründen für Betonmischer und Betonpumpen.

Erste Probleme mit Ampelregelung

Dass es bei der Organisation der halbseitigen Sperrung bereits zu Beginn der Bauphase zu Komplikationen gekommen ist, musste Guldenschuh-Apelt ebenfalls einräumen. Über die Fastnachtszeit sei die Baufirma personell unterbesetzt gewesen. „Da hat es mit der Handschaltung der Ampel nicht funktioniert, sodass auch der Verkehr nach 16 Uhr beeinträchtigt war“, so der Projektleiter des RP. Es habe daraufhin „deutliche Gespräche“ mit der betroffenen Baufirma gegeben, die Besserung gelobte.

Vollsperrung bis Ende August

Weitaus umfangreicher und ambitionierter ist das Bauprojekt auf der französischen Seite über die beiden Schleusenkammern und am Cerga-Kraftwerk. Wie mehrfach berichtet, werden drei marode Straßenbrücken des Rheinübergangs vollständig abgerissen und ersetzt, im Hinterland zudem die Illbrücke saniert und der Asphalt der Départementstraße zwischen der A 35 und der Grenze erneuert. Eine dreimonatige Vollsperrung von 4. Juni bis Ende August ist aus Sicht der französischen Behörden unabwendbar. Um die Sperrung so kurz wie möglich zu halten, werden die Brückenteile bereits im Straßburger Hafen montiert und dann am Rheinübergang Gambsheim eingesetzt.

Baubeginn auf französischer Seite am 26. Februar

Für Fußgänger- und Radfahrer wird bis Mitte März eine acht Meter hohe Ersatzbrücke über die Schleuse eingerichtet. „Am kommenden Montag, 26. Februar, beginnen hierfür die Bauarbeiten“, bestätigt Eric Friedrich, Projektleiter des Départements Bas-Rhin, während des Pressegesprächs. Die Ersatzbrücke werde zudem die in den alten Brücken befindlichen Leitungen aufnehmen. Vor der Vollsperrungen könnte es zuvor auf der französischen Seite von Ende April bis Mitte Mai wegen Arbeiten an Brückenstützen nachts zu halbseitigen Straßensperrungen kommen.

Ersatzbrücke wird Ende Mai freigegeben

Bereits jetzt sind die Vorbereitungen auf französischer Seite sichtbar. Unweit der Touristinformation werden Bürocontainer aufgestellt, Baugerüste und Arbeitsgeräte gelagert. Freigegeben wird die Ersatzbrücke für die Öffentlichkeit jedoch erst Ende Mai, wenn der Abriss der Straßenbrücken ansteht. Vor der Anfang September soll, so der Plan der französischen Behörden, die Vollsperrung aufgehoben sein und der Verkehr über die neuen Bauwerke rollen. Dann folgt der letzte Akt: dann wird der weitere Verlauf der Fußgänger- und Radfahrerbrücke der „Passage 309“ über die Schleuse errichtet.

Eröffnungsfeier im Frühjahr 2019

Dafür, verspricht Eric Friedrich, werden keine weiteren Vollsperrungen mehr notwendig sein. Im Frühjahr 2019 ist nach Abschluss sämtlicher Bauarbeiten eine Eröffnungsfeier geplant. Etienne Wolf, Vizepräsident des Départementrates, verspricht, während der Vollsperrung auf französischer Seite 220 Parkplätze und mehrere Fahrradständer bereitzustellen. Zudem solle nach seinen Angaben die Betriebszeit der Fähre Drusenheim ausgeweitet werden, voraussichtlich auch abends. „Da suchen wir noch nach Möglichkeiten, da es an entsprechendem Personal fehlt“, meint Wolf.

Projekt kostet zehn Millionen Euro

Das gesamte Projekt kostet zehn Millionen Euro. Hiervon übernimmt die deutsche Seite 2,6 Millionen Euro, die Stadt Rheinau beteiligt sich mit 90 000 Euro an dem Bau der Fußgänger- und Radwegbrücke.