Spatenstich: Von links Jürgen Müller (Müller und Huber), Markus Huber (Rendler-Bau), Oberbürgermeister Klaus Muttach, Adolf Scheck, Harald Wohlfahrt, Pierre Lingelser und Susanne Scheck-Reitz. | Foto: Michael Moos

Millionen-Projekt in Achern

Wohlfahrt und Scheck greifen mit Kulinarik-Manufaktur nach den Sternen

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Es ist ein ganz besonderes Gemeinschaftsprojekt: Zusammen mit Sternekoch Harald Wohlfahrt und weiteren ehemaligen Mitarbeitern der renommierten „Traube Tonbach“ realisiert der Acherner Unternehmer Adolf Scheck seinen Traum von einer Kulinarik-Manufaktur. Am Freitag setzte Scheck zusammen mit Wohlfahrt im Acherner Industriegebiet den ersten Spatenstich. Von Mitte des kommenden Jahres an sollen zunächst 40 Mitarbeiter kulinarische Produkte sowie komplette Gerichte kreieren.

Starkoch als „Genussbotschafter“

Harald Wohlfahrt, der von 1993 bis 2017 mit der „Traube Tonbach“ 25 Mal hintereinander je drei Michelin-Sterne geholt hat, ist seit Beginn des Jahres als „Genussbotschafter“ für die 14 Scheck-in-Supermärkte zwischen Achern und Frankfurt unterwegs. Diese Zusammenarbeit mündet nun in Achern in einer einmaligen kulinarischen Produktlinie, für die der Starkoch zusammen mit zwei seiner ehemaligen Mitarbeitern in der „Traube Tonbach“  die Verantwortung übernimmt. Mit im Boot ist Pierre Lingelser,  mehrfacher „Patissier des Jahres“. Adolf Scheck gilt in der Region als Pionier des Einzelhandels und hat bereits mit seiner „Kochfabrik“ kulinarische Akzente gesetzt.

„Marktlücke gefunden“

Scheck, als ehemaliger Aufsichtsratschef von Edeka Deutschland stets über die neuesten Trends informiert, ist überzeugt, eine Marktlücke gefunden zu haben. Als Folge gesellschaftlicher Entwicklungen und einer veränderten Berufswelt haben teilweise oder gänzlich zubereiteten Speisen für das Kochen zu Hause an Bedeutung gewonnen, sagt er. Weil er festgestellt hat, dass in dieser Hinsicht niemand seinen hohen Ansprüchen an die Qualität dieser Produkte genügt, will er sie nun selbst produzieren: „Diese Produkte sollen ausgewogen, vitalstoffreich, lecker und frei von Geschmacksverstärkern sein.“

Hoher Qualitätsanspruch

In der künftigen „Scheck-in-Manufaktur“ will Scheck Lebensmittel und Gerichte in großer Auswahl und besonders hoher Qualität herstellen – sowohl für die eigenen Gastronomiebetriebe der Scheck-in-Märkte als auch in mikrowellengeeigneten Schalen für zu Hause. Ergänzend gibt es eine eigene Pasta-Produktion für Frischteigwaren, und als „Sahnehäubchen“ kreiert Pierre Lingelser besondere Kuchen, Patisserie-Erzeugnisse, Desserts und Joghurt-Produkte. Außerdem gibt es eine eigene Produktionslinie für die Fertigung von Fleischspezialitäten.

Neun-Millionen-Projekt

Das künftige Produktionsgebäude entsteht für rund neun Millionen Euro in der Franz-John-Straße. Es wird höchsten hygienischen Anforderungen genügen, wie Jürgen Müller vom Oberkircher Architekturbüro Müller und Huber erläuterte. Eingebaut werde beispielsweise eine Lüftungsanlage, welche die Luft in den Produktionsräumen innerhalb von 52 Sekunden komplett austauschen kann. Großes Lob zollten alle Beteiligten der Stadtverwaltung für deren Unterstützung bei der Realisierung des Projekts, das in kürzester Zeit auf den Weg gebracht wurde.

Baugenehmigung innerhalb von zwei Tagen erteilt

Oberbürgermeister Klaus Muttach freute sich über das Lob: Tatsächlich hatte die Stadt Schecks Planungen mit großem Eifer begleitet: Nach einer ersten mündlichen Anfrage von Adolf Scheck im April 2018 habe der Acherner Gemeinderat nur zehn Tage später den Weg für den Verkauf des städtischen Grundstücks frei gemacht. Und der Bauantrag sei im Oktober bereits zwei Tage nach der Einreichung bereits genehmigt worden. Muttach würdigte in diesem Zusammenhang die „faszinierende Entwicklung“, die das 1946 gegründete Acherner Familienunternehmen genommen habe. Die Verbundenheit mit seiner Heimatstadt betonte auch Adolf Scheck: „Wir hätten unsere Manufaktur auch in Mannheim bauen können. Aber wir sind nun mal hier in Achern daheim.“