Schöne Erinnerungen verbinden viele mit den im Vergleich zu anderen Attraktionen eher betulichen "Piraten in Batavia".
Schöne Erinnerungen verbinden viele mit den im Vergleich zu anderen Attraktionen eher betulichen "Piraten in Batavia". | Foto: Europa-Park

Nach dem Feuer

Zukunft des abgebrannten Europa-Park-Bereichs noch vollkommen unklar

Wer rettet die Piraten in Batavia? Mit dieser Frage befasst sich zwei Tage nach dem Großbrand im Europa-Park in Rust eine neu gegründete Facebook-Gruppe im Internet. Auch bei Deutschlands größtem Freizeitpark selbst laufen zahlreiche Anfragen wegen des schon mehr als 30 Jahre alten Fahrgeschäfts auf, das der Hektik eines modernen Vergnügungsparks immer ein wenig Betulichkeit entgegen gesetzt hatte.

Erinnerungen hängen an „Piraten in Batavia“

Vor allem Besucher im etwas gehobeneren Alter verbinden allerlei Erinnerungen mit der schummrigen Bootsfahrt und ihren eher harmlosen Überraschungen – eine familientaugliche Geisterbahn sozusagen. Doch dass sich alles so einfach wieder aufbauen lässt, ist weder sicher noch beschlossen.

Entscheidung über künftige Gestaltung ist noch nicht gefallen

„Das Konzept ist über Jahre gewachsen, es ist immer wieder etwas hinzugekommen“, sagt Park-Sprecherin Corina Zanger.

Das Konzept ist über Jahre gewachsen, es ist immer wieder etwas hinzugekommen.

Die Entscheidung über künftige Gestaltung des am Samstag weitgehend zerstörten holländischen Themenbereichs sei noch nicht gefallen, derzeit richte man erst einmal das Augenmerk auf die Aufräumarbeiten.

 Drei Attraktionen des Europa-Parks bleiben gesperrt

Rund 500 Mitarbeiter hatten in der Nacht zum Sonntag dafür gesorgt, dass der Park seine Pforten, wie berichtet, wieder pünktlich am Sonntag um 9 Uhr öffnen konnte, hatten die Spuren der Löscharbeiten beseitigt und die Ruinen im skandinavischen und holländischen Themenbereich hinter Sichtschutzwänden verborgen. „Da sind wir wie eine Großfamilie, wenn es so etwas gibt, ist jeder am Start“, sagt Zanger. Jetzt allerdings gilt es, den Brandschutt abzutragen.

Da sind wir wie eine Großfamilie.

Die Besucher werden auch davon vermutlich nicht allzu viel merken, die abgebrannten Bereiche unweit der Werkstatt sind über Servicewege erreichbar. Drei Attraktionen waren auch am Montag noch gesperrt, neben dem vollständig zerstörten „Piraten in Batavia“ laut Zanger auch weiterhin die Kaffeetassen im holländischen Themenbereich (Koffeekopjes) sowie das Fjord-Rafting im angrenzenden skandinavischen Abschnitt. Wann die beiden Attraktionen wieder in Betrieb gehen können, ließ Zanger offen.

Schadenshöhe erreicht zweistelligen Millionenbetrag

Hinter den Kulissen gingen unterdessen am Montag die Ermittlungen zur Brandursache weiter. Die Schadenshöhe erreicht nach neueren Informationen inzwischen einen zweistelligen Millionenbetrag, Zahlen wurden gleichwohl nicht genannt. Laut Yannik Hilger, Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg, waren auch am Montag Brandermittler des Landeskriminalamts vor Ort, Ausgangspunkt und Ursache des Feuers sind offenbar noch immer unklar.

Polizeisprecher lobt Einsatz der Rettungskräfte

Hilger lobte den Einsatz der Rettungskräfte. Dieser und das „sehr besonnene Verhalten der Besucher“ hätten dazu geführt, dass die Evakuierung von rund 25 000 Menschen aus dem Park am Samstagabend reibungslos verlaufen sei.

 „Task-Force“ begleitet Wiederaufbau

Frank Scherer, der Landrat des Ortenaukreises, richtete noch am Montag eine „Task-Force“ ein, die den Wiederaufbau der abgebrannten Parkbereiche begleiten wird. Diese soll die zahlreichen Verwaltungsbereiche koordinieren, die die Instandsetzungen und Neubauten in dem betroffenen Parkabschnitt genehmigen müssen. Man werde das Unternehmen dabei unterstützen, „schnellstmöglich mit der Planung und Umsetzung starten zu können“.