Offene Fragen: Zum Jahresende wird das Haus Hochfelden geschlossen. Was künftig mit der Einrichtung geschieht, ist noch nicht bekannt. Im November wollen sich die Franziskanerinnen zur Zukunft des Gebäudes und der gesamten Klosteranlage öffentlich äußern. | Foto: bfc

Kloster Erlenbad in Sasbach

Zukunft der Anlage noch völlig offen

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Die Zukunft des Kloster Erlenbad in Sasbach wirft Fragen auf. Fakt ist, dass das Haus Hochfelden zum 31. Dezember geschlossen wird, wie der Acher- und Bühler Bote bereits am 23. Oktober 2017 exklusiv berichtete. Der Grund: Die Erzdiözese Freiburg will ihrerseits eine Finanzierung des Bildungs- und Exerzitienhaus nicht übernehmen. Seitdem hüllen sich die Verantwortlichen in Schweigen.

Auf erneute Anfrage von bnn.de betonte Schwester Rita Eble aus der Kongregation der Franziskanerinnen, dass derzeit eine „Kommunikations- und Konzeptionsplanung“ mit inneren und äußeren Akteuren des Klosters erarbeitet werde. „Die Ergebnisse werden dann im November bekanntgegeben. Wir wissen noch nicht, wohin es gehen wird“, erklärte Eble in Bezug auf die Zukunft der gesamten Klosteranlage. Zugleich kritisiert sie mit deutlichen Worten die erneute öffentliche Debatte über das Thema. Weitere Details will sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen.

Gemeindeverwaltung fordert Dialog

Einen offenen Dialog und eine bessere Informationspolitik aus dem Kloster Erlenbad wünscht sich indes Sasbachs Bürgermeister Gregor Bühler, wie er in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats unterstrich. Denn nicht nur die Schließung von Haus Hochfelden treiben ihn und zahlreiche Sasbacher Bürger um. Auch die künftige Nutzung des Hauptgebäudes, der Außenanlage und des ehemaligen Pfarrhauses seien für die Gemeinde „kernige Themen“, wie der Sasbacher Rathauschef auf Nachfrage von bnn.de betont. Er fordert für die Bürgerschaft Klarheit: „In der Öffentlichkeit wird viel gemunkelt“, sagt Bühler. Doch er wolle nicht erst am Jahresende erfahren, was Sache ist, sondern zuvor. Es würde die Bevölkerung beruhigen, wenn sie bei der Neukonzeption des Klosterareals mitsprechen könnte. „Mit uns kann man reden“, unterstreicht Bühler.

Pläne sollten nach außen nicht polarisieren

Auch was die Außenanlage betrifft, habe die Gemeindeverwaltung planungs- und baurechtlich das letzte Wort. „Der Investor muss einen Plan ausarbeiten, der zum Gesamtbild der Gemeinde passt“, fordert der Sasbacher Bürgermeister. „Er muss mit uns sprechen und Hand in Hand mit der Gemeindeverwaltung zusammenarbeiten.“ Bühler erkennt große Herausforderung im gesamten Areal, auch in Bezug auf den Denkmalschutz, und hofft auf einen guten Käufer, dessen Pläne „nach außen nicht polarisieren“.

Wunsch, dass Kirche bleibt

Bühler wünscht sich zudem, dass sich die Kirche nicht gänzlich aus dem Kloster Erlenbad verabschiedet. „Das ist ein viel geäußertes Anliegen aus der Bevölkerung. Wenn sich die Kirche doch zurückzieht, nehmen wir das jedoch nicht persönlich“. Ein Rückzug entspreche einer einheitlichen Vorgehensweise der Kirche.
Ein Gebäude auf dem Areal ist bereits veräußert. Die Villa Erlenbad hatte der Kehler Architekt Jürgen Grossmann 2013 gekauft und zu einem Hotel mit Restaurant umgebaut. „Er hat damit eine stimmige Konzeption bewiesen“, lobt Bürgermeister Gregor Bühler. Dem Architekten attestiert er „ein gutes Händchen, wie man Bestehendes ständig weiterentwickeln kann“.

Grossmann zeigt Interesse

Grossmann selbst zeigt auf Anfrage von bnn.de Interesse an Haus Hochfelden. „Ich werde es mir sicher anschauen“, erklärt der Kehler Architekt. Genauere Informationen habe er nach eigener Aussage über das Gebäude und etwaige Verkaufsmodalitäten noch nicht. Auch, wie Grossmann es künftig nutzen könnte, ist nicht geklärt: „Da ist noch nichts spruchreif.“

Anfang Oktober 2017 sickerte durch, dass das Haus Hochfelden zum 31. Dezember 2018 geschlossen wird. Rückblende: Anlässlich des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) entschlossen sich die Erlenbader Franziskanerinnen zum Bau eines Exerzitien- und Bildungshauses und sie sahen darin eine wichtige geistliche und christliche Antwort auf die Herausforderungen der neuen Zeit.
Der charismatische Aufbruch in Hochfelden gelang, anfangs fanden fast nur Exerzitien und Besinnungstage für Ordensleute, Priester und Mitarbeiter in Pastoral und Caritas statt, die Nachfrage war sehr groß und teils kamen bis zu 80 Teilnehmern zu den Kursen. Von den 1980er-Jahren an wurde das Haus neu ausgerichtet und es erhielt ein Profil, mit dem die Einrichtung weit über die Erzdiözese Freiburg hinaus bekannt wurde. Nach 25 Jahren erfolgte eine Sanierung und eine Erweiterung durch einen Anbau mit neuen Gruppenräumen, auch inhaltlich gab es neue Ansätze, die 2007 modifiziert wurden, um den Veränderungen im Leben der Menschen und in Kirche und Gesellschaft gerecht zu werden.
Zum neuen Leitungsteam gehörten Spiritual Werner Ruschil, Schwester Erna-Maria Zimmerer und Schwester Carolin Stark, wobei 2008 etwa 70 eigene Kurse zu Lebensorientierung, Spiritualität und Exerzitien angeboten oder Veranstaltungsreihen entwickelt wurden. Seit 2011 fanden mehr als 30 Quellenwochen und -wochenenden des kfd-Diözesanverbandes statt. Das Haus hatte jährlich etwa 8 000 Übernachtungen, anfangs um 12 000, so dass sich diese Zahlen in 50 Jahren auf eine halbe Million Übernachtungen summierten. esp