Freuen sich aufs Bluegrass-Festival: (von links) Bürgermeister Wolfgang Jokerst, Patrick Fuchs (künstlerischer Leiter), Susanne Schirmann-Drescher (Kulturbüro), Geschäftsführer Stefan Oechsle, Fachgebietsleiter Klaus Dürk, Festivalinitiator Walter Fuchs. | Foto: kpm

Bluegrass-Festival in Bühl

Zwei Drittel der Karten bereits abgesetzt

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„Die Weichen sind gestellt“, freut sich Bürgermeister Wolfgang Jokerst, „die Bluegrass-Fans aus nah und fern dürfen besondere Leckerbissen erwarten.“ Am 11. und 12. Mai wird die Zwetschgenstadt Bühl wieder zum „Bluegrass-Fenster“, und das von der Stadt jährlich ausgerichtete internationale Festival wird auch dieses Mal seinem Anspruch mehr als gerecht: Ob aus dem Bluegrass-Mutterland USA, ob aus Kanada, Norwegen, Italien oder Deutschland – wahrlich international sind die Künstler und Bands dieser 16. Auflage.
„Bluegrass-Musik ist etwas Außergewöhnliches und zieht Menschen an, die das Außergewöhnliche suchen“, weiß Jokerst und verspricht den Besuchern ein absolut hochkarätiges Programm.

Einen so starken Vorverkauf hatten wir noch nie

Und die Zeichen stehen gut, dass die Fans auch in diesem Jahr zahlreich den Weg nach Bühl finden. „Zwei Drittel der Karten sind schon abgesetzt. Einen so starken Vorverkauf hatten wir noch nie“, freut sich Fachgebietsleiter Klaus Dürk, der deshalb an beiden Tagen mit vollen Häusern rechnet und zuversichtlich ist, die Besucherzahlen des Vorjahres wieder zu erreichen. Damals lockte das Festival rund 1 000 Besucher aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland.

„Bluegrass unter Hebebühnen“

Von der Qualität aller Bands hat sich Patrick Fuchs, der künstlerische Leiter des Festivals, persönlich überzeugt. „Der Live-Eindruck ist für mich entscheidend, betont er und will dem Publikum wieder eine große Bandbreite des musikalischen Genres bieten: So spannt sich der Bogen von Oldtime und traditionellem Bluegrass bis hin zu Einflüssen aus Folk, Rock und Punk.
Nach dem Erfolg im vorigen Jahr steht der Auftakt wieder unter dem Motto „Bluegrass unter Hebebühnen“ und soll auch ein jüngeres Publikum ansprechen. Die Firma Josef Oechsle, Hauptsponsor des Festivals, räumt dazu ihre Halle aus und hat die Kapazitäten erweitert: 450 Fans (im Vorjahr 300) können den Festivalstart im Industriegebiet Süd feiern. Geschäftsführer Stefan Oechsle hofft dabei auf gutes Wetter, so dass die Tore der Halle geöffnet werden können und auf dem Firmengelände gesellige Open-Air-Atmosphäre aufkommen kann.

Musikalisch wird dabei die Post abgehen. Die US-Formation „Pert Near Sandstone“ steht für Oldtime-Power aus Minnesota. Fuchs: „Da ruhig sitzen zu bleiben, ist schlecht möglich.“ Die zweiten Band des Abends heißt „Murder Murder“ und bewegt sich zwischen Bluegrass, Punk und Alternative Country. Die Kanadier sind laut Fuchs in Deutschland noch ein Geheimtipp – „wir sind da vorne mit dabei“.

Open air auf dem Johannesplatz

„Wetterfest“ sind laut seinen Angaben die beiden Formationen, die am Samstag von 11.30 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt open air auf dem Johannesplatz spielen. Als Urban Folk charakterisiert Fuchs den Stil des multinationalen, in Berlin gegründeten Trios „St. Beaufort“. Zweite im Bunde sind „Ila Auto“, laut Auskunft des künstlerischen Leiters die „unbestritten beste norwegische Bluegrass-Band“, die Lieder in ihrer Landessprache, aber auch traditionelle englischsprachige Bluegrass-Songs im Repertoire haben.
Beide Formationen sind auch im Abendprogramm zu erleben (ab 17 Uhr, Bürgerhaus Neuer Markt).

Lebende Legende gastiert im Bürgerhaus

Dass das Bühler Festival Generationen vereint, zeigt die weitere Programmfolge. Gerade mal 26 Jahre jung ist Sierra Hull. „Die ungekrönte Königin der Mandoline in den USA“ (Fuchs) verbindet im Duo mit dem Kontrabassisten Ethan Jodziewicz Bluegrass mit Folk, Pop, Weltmusik und Jazz.
Und schließlich: Peter Rowan aus Massachusetts. Die lebende Legende, einst Mitglied der „Bluegrass Boys“ des Bluegrass-Gründervaters Bill Monroe, ist mit „Red Wine“ auf Tour anlässlich des 40-jährigen Bestehens dieser italienischen Formation. „Es ist ein Geschenk für uns alle, dass Peter Rowan noch mal nach Europa kommt“, freut sich Patrick Fuchs auf das Gastspiel des 75-jährigen Gitarristen und Songwriters in Bühl.

Karten gibt’s im Bürgerhaus, Telefon (0 72 23) 9 31 67 99. An beiden Festivaltagen sind auch noch Tickets an der Abendkasse erhältlich, so Susanne Schirmann-Drescher vom Kulturbüro. Während es beim Festivalauftakt am Freitagabend nur wenige Sitzplätze gibt, sind die Konzertkarten am Samstag im Bürgerhaus platzbezogen. Internet: www.bluegrassfestivalbuehl.de

Das Bluegrass-Festival ist für viele Fans auch ein Anlass, in Bühl ihren Urlaub zu verbringen. Dies betont Walter Fuchs, der Gründer und Initiator des Festivals, der die künstlerische Leitung 2016 an seinen Sohn Patrick Fuchs weitergegeben hat.  So reisen etwa Familien aus Dresden, Berlin oder Hamburg, aber auch aus der Schweiz und Frankreich für einige erholsame Tage in die Zwetschgenstadt – „und lassen auch Geld hier“, so Fuchs mit Blick auf den Wirtschaftsfaktor des Festivals für die Stadt Bühl.

Tennessee lässt grüßen

Der US-Bundesstaat Tennessee ist beim Bluegrass-Festival übrigens erstmals mit einem Infostand vertreten und präsentiert sich „als Reiseziel für Blues, Rock ’n’ Roll, Country, Bluegrass, Gospel und Soul – sowie für atemberaubende Landschaften und grandiose Natur“. Ebenso wie der Nachbarstaat Kentucky „ist Tennessee ein Ort, in dem der Bluegrass – typischerweise mit Banjo, akustischem Bass, Gitarre und Mandoline – bis heute höchst lebendig ist“, heißt es im Internetauftritt der deutschen Vertretung von „Tennessee Tourism“.

Das Verkehrsbüro des Staates Tennessee in Deutschland ist in Berlin beim „Country Music Meeting“ auf das Internationale Bühler Bluegrass-Festival aufmerksam geworden, berichtet Patrick Fuchs, der  jedes Jahr bei dieser Veranstaltung in der Bundeshauptstadt ist und für das Bluegrass-Meeting in der Zwetschgenstadt wirbt.  Wolfgang Streitbörger, der Chef der deutschen Vertretung von „Tennessee Tourism“, besucht in diesem Jahr das Bühler Festival. In diesem Zusammenhang entstand die Idee, auch mit einem kleinen Infostand im Bürgerhaus vertreten zu sein – zumal mit Sierra Hull ja ein echter Spross des Staates Tennessee in Bühl auftritt.