Weitgehend abgebrochen sind die Gebäude auf dem ehemaligen „Süwag-Areal“. Hier plant ein Acherner Investor den Bau von zehn Mehrfamilienhäusern mit 158 Wohnungen sowie insgesamt 320 Parkplätzen.
Weitgehend abgebrochen sind die Gebäude auf dem ehemaligen „Süwag-Areal“. Hier plant ein Acherner Investor den Bau von zehn Mehrfamilienhäusern mit 158 Wohnungen sowie insgesamt 320 Parkplätzen. | Foto: ug

Bauboom in Achern

158 Wohnungen auf dem „Süwag-Areal“ geplant

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Zwei Jahre nach dem Verkauf der Grundstücke des ehemaligen „Süwag“-Standorts an der Kapellenstraße wurden nun die ersten Pläne für die Bebauung des Areals bekannt. Das städtebauliche Konzept sieht den Bau von zehn Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 158 Wohneinheiten vor. Es ist Grundlage für einen Bebauungsplan, den jetzt der Bau- und Umweltausschuss als Empfehlung an den Gemeinderat auf den Weg gebracht hat.

Fläche mehr als 22.000 Quadratmeter groß

Die mehr als 22.000 Quadratmeter große Fläche steht im Besitz der Acherner Intensivbau – die Stadt Achern hatte Anfang vergangenen Jahres bekanntlich auf das ihr zustehende Vorkaufsrecht verzichtet. Das einstige viergeschossige Betriebsgebäude sowie andere Bauwerke sind mittlerweile nahezu vollständig abgebrochen.

„Planung angemessen“

Die in Kooperation mit dem Bauherrn und dessen Architekten sowie einem von der Stadt beauftragten Büro entstandene Planung ist aus der Sicht der Stadtverwaltung „angemessen“: Das neue Quartier erfülle von der baulichen Dichte, der Anzahl der Wohneinheiten und insbesondere von den Freiräumen her „die Anforderungen an eine moderne innerstädtische Wohnlage“.

Das Bebauungskonzept weise ein gutes Verhältnis von Nettobauland zur Gesamtfläche auf. Überbaute Flächen, Straßen, Wege und Parkplätze benötigen 9.350 Quadratmeter Boden – Grünflächen, Hochwasserschutzstreifen und Spielplätze beanspruchen 12.960 Quadratmeter Boden.

Grünstreifen an der Acher

„Mehr als die Hälfte ist grün“, brachte es Carlo Frohnapfel (Fachgebiet Stadt- und Umweltplanung) auf eine griffige Formel. Dazu gehört auch ein zehn Meter breiter Geländestreifen entlang der Acher, der als Bestandteil des städtischen Hochwasserschutzkonzepts als öffentliche Grünfläche frei von einer Bebauung. Hier wird der von Oberachern kommende und bislang am Schwimmbad endende Rad- und Fußweg eine Fortsetzung in Richtung Martinstraße finden.

320 Parkplätze vorgesehen

Die geplanten Gebäude mit drei Geschossen und einem zurückversetzten Penthouse orientieren sich bezüglich der Größe und Höhe (rund zwölf Meter) an den Gebäuden der Umgebung. Geplant sind Häuser unterschiedlicher Größe mit sieben bis 17 Wohnungen. Laut Carlo Frohnapfel entstehen 64 Zwei-Zimmer-Wohnungen, 59 Drei-Zimmer-Wohnungen, 26 Vier-Zimmer-Wohnungen und neun Fünf-Zimmer-Wohnungen.

Die Erschließung des Baugebiets erfolgt über die bestehende Kapellenstraße und die Spitalstraße. Vorgesehen ist eine zentrale Tiefgarage mit 240 Plätzen, hinzu kommen 80 oberirdische Parkplätze, die auch Pflegediensten und Kurzzeitbesuchern zur Verfügung stehen.

„Gelungener Entwurf“

Die Reaktionen auf das vorgelegte Konzept waren durchweg positiv: CDU-Fraktionschef Karl Früh sprach von einem „gelungenen Entwurf“, Gebhard Glaser drückte die Hoffnung auf ein „attraktives Wohngebiet“ aus. Sowohl Karl Früh, als auch Gebhard Glaser und Jutta Römer (ABL) formulierten mit Blick auf die aktuelle Diskussion in der Hornisgrindestraße die Erwartung, dass der Verkehr in der Kapellenstraße nicht durch sogenannte „Parktaschen“ behindert wird.

Städtebaulicher Vertrag Voraussetzung

„Ohne Vertrag kein Bebauungsplan“. Oberbürgermeister Klaus Muttach verwies darauf, dass nicht nur ein rechtsgültiger Bebauungsplan, sondern auch der Abschluss eines städtebaulichen Vertrags mit dem Investor eine Voraussetzung für die Realisierung der Pläne auf dem ehemaligen Süwag-Gelände sein wird. Dabei werde die Stadt auch auf die Einhaltung der vom Gemeinderat beschlossenen Vorgaben zur Schaffung von preisgünstigen Wohnraum bestehen. Die Sozialklausel liegt bekanntlich bei 15 Prozent.