Hat die Offenburger Anschlagsdrohung doch einen islamistischen Hintergrund? Die Behörden ermitteln weiter. | Foto: Lukas Habura

Anschlagsdrohung in Offenburg

22-jähriger Verdächtiger im Gefängnis. Islamistischer Hintergrund?

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Nach der Anschlagsdrohung Samstagnacht in Offenburg sitzt der 22-Jährige Urheber im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe erließ Haftbefehl gegen den jungen Mann wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat“. Die Behörden prüfen anhand von Chatprotokollen aus einem russischen Sozialen Netzwerk, ob ein islamistisch motivierte Tat vorliegt. Der Verdächtige stammt aus der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Nach Angaben aus Ermittlungskreisen sei der Autor der Drohung „psychisch Auffällig“. Der Festgenommene lebte nach dpa-Informationen demnach zuletzt in Straßburg. Die Polizei wollte dies auf Anfrage nicht bestätigen.

Die Polizei kam den jungen Mann über ein Internet-Chatprotokoll auf die Spur. In den Eintragungen war er in Videosequenzen zu erkennen. Er drohte am Samstagabend in den Eintragungen, in einer Offenburger Disco einen Anschlag zu verüben und brüllte mit einem zweiten Mann angeblich „allahu akbar“ (Gott ist groß). Die Behörden lösten einen Großeinsatz aus und kontrollierten Personen vor sämtlichen Offenburger Diskotheken. So auch vor einem russischen Tanzlokal. Dort ging der Mann den Beamten aufgrund ihrer erhöhten Präsenz ins Netz. Sie erkannten den Urheber der Anschlagsdrohung anhand der Videosequenzen wieder.

Urheber der Drohung bricht sein Schweigen

Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen fanden die Ermittler keine Waffen. Der 22-Jährige wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. So lange hielten sich auch die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen mit Angaben zum Verdächtigen zurück. Am Montag hat der Mann nun sein Schweigen gebrochen. Gegen 15 Uhr wurde er dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ.

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