Innenstadt Achern
Verbesserungsbedarf sieht Rolf Bertram, Leiter des neuen Fachbereichs „Stadtplanung und Tiefbau“, in der Acherner Innenstadt | Foto: Roland Spether

Stadtplaner Rolf Bertram

„Achern hat Potenzial“

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Er will bei der Stadtplanung nichts dem Zufall überlassen: Rolf Bertram bevorzugt eine strategische Vorgehensweise und setzt dabei auf fachlich fundierte Konzepte. Dabei wird der Leiter des neuen Fachbereichs „Stadtplanung und Tiefbau“ in Achern dicke Bretter bohren müssen: Zu den Aufgaben des 50-Jährigen zählt nicht zuletzt auch die Erneuerung der Innenstadt.

Achern entwickelt sich dynamisch

In Achern sucht Rolf Bertram nach 15 Jahren bei der Stadt Freiburg eine neue berufliche Herausforderung: „Ich wollte noch einmal etwas anderes machen.“ Und er will etwas bewirken. „Die Einflussmöglichkeiten eines Planers auf die Bauentwicklung und die städtebaulichen Veränderungen sind in einer kleineren Stadt größer“, sagt er mit Blick auf die zahlreichen Möglichkeiten, die sich ihm in der Hornisgrindestadt bieten: „Achern entwickelt sich sehr dynamisch, Achern hat Potenzial. Das ist für mich eine Chance.“
Spannende Aufgaben warten auf ihn allein schon bei der Konversion von Glashütte, Lott-Areal und Süwag-Gelände planerisch begleiten wird er die städtebauliche Neuordnung des „Stadttors“ an der „Lammbrücke“ ebenso die gesamte gewerbliche Entwicklung.

Rolf Betram Stadtplaner Innenstadt
Die Zugangswege sind „suboptimal“, die Innenstadt „in die Jahre gekommen“: Der neue Stadtplaner Rolf Bertram mochte Achern attraktiver machen. | Foto: Michael Moos

Dass die Hornisgrindestadt einem Mann wie Rolf Bertram viele weitere Felder für eine interessante Tätigkeit bietet, hat er schnell erkannt: Mit dem neutralen Blick eines Außenstehenden kann er bestehende Defizite schnell erkennen. Schonungslos fällt deshalb auch sein erstes Urteil für das Stadtzentrum aus: Die in die Innenstadt führenden Verkehrswege sind gestalterisch „suboptimal“, die Ortseingangssituationen „problematisch“. Dabei ist Achern kein Einzelfall: „Das ist normal“, sagt Bertram, „man hat es mit gewachsenen Strukturen zu tun und hat oftmals nur auf den zunehmenden Verkehr reagiert.“
Als „Juwel“ betrachtet Bertram den Einzelhandel in der Innenstadt. So viele innerstädtische Parkplätze und ein so umfangreiches Spektrum inhabergeführter Fachgeschäfte, das gibt es in anderen Städten längst nicht mehr, sagt Bertram und lobt das Märktekonzept, das in Achern eine Verlagerung auf die sogenannte „grüne Wiese“ weitestgehend verhindert hat.

Einzelhandel in der Innenstadt sei ein Juwel

Natürlich sieht Bertram auch in der Innenstadt Verbesserungsbedarf: Sie ist, wie er sagt, „in die Jahre gekommen“. Für ihn gilt es, auf der Grundlage eines „integrierten Gesamtkonzepts“ Lösungsvorschläge zu erarbeiten, die letztlich die Aufenthaltsqualität auf Straßen und Plätzen im Stadtzentrum erhöhen und damit mehr Attraktivität schaffen. Unter einem „integrierten Gesamtkonzept“ versteht Bertram eine Planung, die ein schlüssiges Verkehrskonzept ebenso wie die Vorgaben des Hochwasserschutzes und die Interessen des Einzelhandels unter einem Dach vereint.

Die Innenstadt ist für Bertram „Herz und Körper der Stadt“, die Stadtteile betrachtet er als deren „Seele“. Und weil sie von zentraler Bedeutung für die Gesamtstadt ist, sieht er diese Aufgabe als besonders wichtig an: Ginge es nach ihm, würde der Gemeinde diese Aufgabe ganz oben auf den künftigen Masterplan schreiben. Wobei die Innenstadt für den Stadtplaner in Anbetracht der Umgestaltung des Glashüttengeländes bereits bei der Esso-Tankstelle beginnt und bis zum Kreisverkehr am „Wilden Mann“ auch die rechts und links der Hauptstraße gelegenen Bereiche umfasst. Dabei geht es nicht darum, die Acherner City etwas „aufzuhübschen“, sondern darum, sie qualitätsvoll neu zu gestalten – eben nichts dem Zufall überlassen.

Zur Person:
Mit Rolf Bertram hat sich Oberbürgermeister Klaus Muttach der Dienste eines ausgewiesenen Experten versichert. Der aus Northeim (Niedersachsen) stammende Familienvater hat 1993 sein Studium der Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund als Diplom-Ingenieur abgeschlossen.
Nach beruflichen Stationen im Saarland sowie in Bayreuth und Hildesheim wechselte Bertram 2002 zur Stadt Freiburg, wo er mit Aufgaben der strategischen Stadtentwicklung betraut wurde. Der aktuelle Flächennutzungsplan trägt seine Handschrift, außerdem beschäftigte er sich in der Breisgau-Metropole mit Fragen der Wohnungsprognose und der Steuerung des Einzelhandels. In Achern ist er als Leiter des neuen Fachbereichs „Stadtplanung und Tiefbau“ der Chef von neun Mitarbeitern. Zu deren Tagesgeschäft gehört die Bearbeitung von derzeit 21 Bebauungsplänen und vier Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans.