Ein besonderes Augenmerk der Acherner Polizei gilt den Radfahrern. Revierleiter Guido Kühn will Überwachungsmaßnahmen im Bereich der Schulen fortsetzen. | Foto: Dedert

Guido Kühn zur Sicherheitslage

„Achern nach wie vor eine sichere Stadt“

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„Mit guten Zahlen kommt man gern.“ Guido Kühn, Chef des Polizeireviers Achern/Oberkirch hatte  positive Nachrichten für die Acherner Gemeinderäte: „Achern ist nach wie vor eine sichere Stadt.“ Das gelte trotz eine gestiegenen Häufigkeitszahlen: Das Verhältnis zwischen der Zahl der Einwohner und den registrierten Straftaten liege in den anderen Großen Kreisstädten in der Ortenau deutlich höher als im Bereich Achern/Oberkirch.

Kaum Veränderungen

Belastbare Zahlen aus der Kriminal- und Verkehrsstatistik für den Bereich der Großen Kreisstadt Achern will die Polizei zwar erst in der kommenden Woche bekanntgeben – dennoch wusste Kühn, dass die Sicherheitsbilanz gegenüber dem Vorjahr kaum Veränderungen dokumentiert. Insgesamt wurden rund 1600 Straftaten registriert. Während sich die Zahlen bei Diebstählen, Einbrüchen und Sachbeschädigungen auf dem Niveau des Vorjahrs bewegen, gab es bei der Zahl der Körperverletzungen eine Steigerung. Da diese sich aber im Schnitt der vergangenen Jahre bewege, sieht Kühn keinen Anlass zur Besorgnis.

Fahrräder bei Dieben begehrt

Einen „starken Anstieg“ habe die Polizei dagegen bei den Fahrraddiebstählen registrieren müssen – und dies obwohl es Festnahmen gab. In diesem Bereich kündigte Kühn eine verstärkte Kooperation mit der unter anderem für das Bahnhofsareal zuständigen Bundespolizei an.

Gedealt wird zunehmend im Internet

Eine Steigerung gab es auch bei den Rauschgiftdelikten. Dies sei jedoch das Ergebnis einer „guten Ermittlungsarbeit“ der Polizei, die immer wieder auch Drogen sicherstelle. „Bei Haschisch und Marihuana kam einiges zusammen“, berichtete Kühn, „abgesehen von Ecstasy gibt es in Achern aber keine harten Drogen“.

Lob für die Justiz

Kühn lobte in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit der Justiz in Achern: „Hier werden Urteile gefällt, die auch Wirkung zeigen.“ Amtsrichter Michael Tröndle trage durch sein Engagement letztlich dazu bei, „dass Leute von den Drogen wegkommen“. Kühn verwies dazu auf die in Achern gängige Praxis, dass Betroffene mit Urinkontrollen und Meldungen an die Führersteinstelle rechnen müssen. Kühn verwies aber auch darauf, dass sich der Rauschgifthandel vermehrt ins Internet verlagert habe.

„Jeder Einbruch ist einer zu viel“

Ein unerfreuliches Thema bleiben die Einbrüche. „Jeder Einbruch ist einer zu viel“, unterstrich Kühn. Wie er berichtete, gab es im vergangenen Jahr die meisten Einbrüche in der Kernstadt, gefolgt von Fautenbach, Oberachern und Großweier. Bei den Menschen in Großweier „genoss“ dieses Thema nach eine Serie von sechs Einbrüchen im neuen Jahr eine besondere Aufmerksamkeit – Kühn verwies auf zusätzliche polizeiliche Maßnahmen, beispielsweise „offene“ und „verdeckte“ Streifenfahrten sowie den Einsatz zusätzlicher Kräfte der Bereitschaftspolizei. Kühn ließ allerdings auch keinen Zweifel daran, dass diesen zusätzlichen Maßnahmen Grenzen gesetzt seien – „schließlich leben 80 000 Menschen im Revierbereich“.

Radfahrer im Fokus

Zufrieden zeigte sich Kühn mit der Unfallstatistik. Ein besonderes Augenmerk gelte nach wie vor den Radfahrern. Der Revierleiter kündigte in diesem Zusammenhang die Fortsetzung von Überwachungsmaßnahmen im Bereich der Schulen an. Grundsätzlich appellierte er an alle Beteiligten, den anderen Verkehrsteilnehmern mit Rücksicht zu begegnen.
Oberbürgermeister Klaus Muttach lobte ebenso wie die Vertreter der Ratsfraktionen die Arbeit der Polizei in Achern. CDU-Fraktionschef Karl Früh freute sich über „stabile Zahlen“. „Der Bericht kann sich sehen lassen“; konstatierte Thomas Kohler (Freie Wähler), während sich Jutta Römer (ABL) erfreut zeigte, „dass es keine größeren Probleme gibt“. Markus Singrün (SPD) bewertete die Präsenz der Polizei an Schulwegen positiv und erfuhr bei dieser Gelegenheit, dass der Antrag seiner Partei auf Ausweisung zusätzlicher Tempo-30-Bereiche an den Schulwegen in der Kirchstraße oder der Berliner Straße bei der Polizei durchaus positiv gesehen wird.

Liebäugeln mit Alkoholverbot

Auch Vertreter des Jugendgemeinderats waren zur Sitzung gekommen. Sie hatten zuvor Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit dem Revierleiter. Unter anderem ging es dabei auch um die Frage eines Alkoholverbots im Stadtgarten. Oberbürgermeister Klaus Muttach verwies in diesem Zusammenhang auf einen Vorstoß des Gemeindetags, der die rechtlichen Grundlagen für Alkoholverbote in bestimmten Bereichen der Kommunen schaffen soll. „Wir würden das begrüßen“, erklärte Muttach.