Die Jugendlichen werteten die Stimmen der Jugendgemeinderatswahl selbst aus. | Foto: Carmina Esser

Jugendgemeinderatswahl

Acherner Jugendliche wählen ihre Vertreter

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Zum zweiten Mal wählten Acherner Jugendliche am Mittwoch den Jugendgemeinderat der Stadt. 27 Kandidaten standen zur Wahl, 14 von ihnen fanden letztendlich Platz im Rat. Mit 28,02 Prozent war die Wahlbeteiligung in diesem Jahr etwas höher als die von 2016 (27,1 Prozent). Am späten Nachmittag verkündete Wahlleiter Hans-Peter Vollet das vorläufige Ergebnis.

Jugendliche Wahlhelfer

Nach der Wahl, die von 9 bis 13 Uhr in den Schulen und im Jugendtreff stattfand, werteten die Schüler selbst die Wahlzettel im Rathaus Illenau aus. Pro Schule gab es vier jugendliche Wahlhelfer, die Stimmen zählten und diese in ein Computerprogramm übertrugen.

Hohe Wahlbeteiligung an den Schulen

Alle Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren mit Wohnsitz Achern durften wählen. Das waren insgesamt 1.849. „An unserer Schule wurde die Möglichkeit, zu wählen, gut angenommen“, so Lehrerin Ellen Ebner von der Robert-Schuman-Realschule. Von 212 wahlberechtigten Realschülern, die nicht schon zuvor per Brief abgestimmt hatten, gingen 180 zur Urne. Das macht eine Beteiligung von rund 85 Prozent. Ähnlich hohe Werte um 85 Prozent erzielten die Achertalschule, an der es lediglich sieben Wahlberechtigte gab, die Gemeinschaftsschule Achern mit 103 Wahlberechtigten und die Grund- und Werkrealschule Oberachern-Sasbach (32 Berechtigte). Am Gymnasium gingen 161 von 274 Jugendlichen zur Wahl (58,8 Prozent) und an den Beruflichen Schulen beteiligten sich 27 von 183 Schülern, was rund 32,5 Prozent ausmacht.

Verhältnismäßig wenige Jugendliche, die keine Schule in Achern besuchen, traten den Weg zur Wahlurne an: von 1.028 gerade einmal 29. Zehn Jugendliche aus unterschiedlichen Schulen nutzten die Möglichkeit der Briefwahl.

Schüler nehmen den Jugendgemeinderat ernst

Die Robert-Schuman-Realschule bereitete ihre Schüler auf die Wahl vor, erzählt Ebner. „Die Kollegen waren angehalten, im Unterricht zu thematisieren, warum Wahlen wichtig sind.“ Sie selbst habe mit ihrer achten Klasse in Gemeinschaftskunde über Kinderrechte und die eigene Meinung gesprochen. Zudem stellten sich die Kandidaten in der Aula allen Mitschülern vor. „Die Jugendlichen interessieren sich schon sehr, wenn es um Themen geht, die sie beschäftigen“, stellte sie fest. „Sie wollen gerne mitreden und nehmen die Jugendgemeinderatswahl auch ernst.“

Umweltschutz und Freizeitmöglichkeiten

So auch Moritz Löwe, der schon rund ein Jahr lang als Nachrücker im Jugendgemeinderat saß und dort zwei Sitzungen besuchte. „Es macht mir viel Spaß und ich engagiere mich gerne“, sagt der 15-Jährige. Deswegen wolle er in einer zweiten Amtszeit weitermachen. Seine Chancen schätzte er vor Bekanntgabe des Ergebnisses gut ein – am Ende bekam er sogar die mit Abstand meisten Stimmen. Sein Mitschüler Christopher Schemschur schaffte es nun im zweiten Versuch in den Jugendgemeinderat. „Ich möchte mich für Umweltschutz einsetzen und Achern zu einer Fairtrade-Stadt machen“, erzählt er. Außerdem wolle er mehr Freizeitangebote für Jugendliche schaffen.

Zwei Plätze pro Schule

Aus jeder Schule können zwei Jugendliche in den Rat kommen, ebenso zwei Jugendliche, die nicht in Achern zur Schule gehen. Die Gewählten sind Chan-Luca Köhl (136 Stimmen) und Yannick Reich (91) von der Achertalschule, Benjamin Avdilji (217) und Esra Nur Özlü (161) von den Beruflichen Schulen Achern, sowie Ali Muhammad (228) und Tracy Schwald (204) von der Gemeinschaftsschule und Ines Nüssel (370) und Carmen Gundelach (369) vom Gymnasium. Von der Robert-Schuman-Realschule wurden Moritz Löwe (408) und Christopher Schemschur (221) gewählt. Daniel Ott (199) und Samir Skupin (166) sind ebenfalls im neuen Jugendgemeinderat.

Da die Grund- und Werkrealschule Oberachern keine Kandidaten zur Wahl stellte, rückten Janik Lorenz (268) und Moritz Kist (266) aus dem Gymnasium Achern als Kandidaten mit den nächsthöchsten Wählerstimmen als Ausgleichssitze für die fehlenden Schüler der Werkrealschule nach.

Das endgültige Wahlergebnis gibt der Wahlausschuss am heutigen Donnerstag nach der Überprüfung der ungültigen Stimmen um 17 Uhr im Bürgersaal bekannt.