Gähnende Leere wird von Dienstag an auf den Schulhöfen herrschen. Im Bild die Heimschule Lender in Sasbach. | Foto: Roland Spether

Digitale Kommunikation

Acherns Schulen in Zeiten des Coronavirus: Die Aufgaben kommen per Mail

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Wegen der Schließung von Schulen und Kindertagesstätten gibt es in Achern „keine Panik“, sagt Karin Kesselburg als Geschäftsführende Schulleiterin. Das bestätigten auch Jutta Luem-Eigenmann als Vorsitzende des Gesamtelternbeirats und Oberbürgermeister Klaus Muttach.

Die am Freitag vom Kultusministerium verfügte Schließung aller Schulen und Kindertagesstätten im Land stößt bei den Acherner Schulleitern auf Verständnis: „Der Schritt ist konsequent“, sagt Stefan Weih, Direktor des Acherner Gymnasiums. „Es geht darum, möglichst gesund zu bleiben und die Gesellschaft zu schützen.“

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Jutta Luem-Eigenmann bestätigt das: „Es ist ein Akt der Solidarität: Das Gesundheitssystem muss ebenso geschützt werden wie die Gesundheit derjenigen, die besonders gefährdet sind.“ Petra Dollhofer, Schulleiterin der Heimschule Lender, ist froh über die Entscheidung: „Diese bietet die Chance, die Pandemie einzudämmen oder zumindest zu verlangsamen.“

Das sind keine verlängerten Osterferien

Die Schließung gilt vom kommenden Dienstag an bis zum Ende der Osterferien. Das heißt jedoch nicht, dass alle Schüler und schon gar nicht die Lehrer nun so etwas wie Ferien haben. „Das sind keine verlängerten Osterferien“, stellt Karin Kesselburg in ihrer Funktion als Leiterin der Robert-Schuman-Realschule klar.

Das gelte für die Lehrer als Landesbeamte ohnehin. Aber auch für die Schüler, zumindest die Älteren: Sie müssen Aufgaben erledigen, die ihnen von den Lehren auf elektronischem Weg zugeleitet werden.

Die digitale Kommunikation ist vor allem im Gymnasium Achern und in der Heimschule Lender besonders weit fortgeschritten. „Über eine spezielle Software werden unsere Schüler regelmäßig Aufgaben erhalten, die sie erledigen müssen“, sagt Stefan Weih.

Ähnliches gilt nach den Worten von Schulleiterin Petra Dollhofer auch für die Heimschule Lender. Die jüngeren Schüler erhalten ihre Wochenarbeitsprogramme per Mail über die Eltern, die älteren und die Abiturienten werden direkt kontaktiert.

Schüler sollen keine Nachteile haben

Apropos Prüfungen: Die Schulleiter sind sich mit Kultusministerin Susanne Eisenmann darin einig, dass den Schülern durch die Notsituation kein Nachteil entstehen darf. Das müsse auch für die Prüfungen der Referendare gelten.

Deshalb ist Karin Kesselburg froh, dass die Schließung nicht schon am Montag, sondern erst von Dienstag an gilt. So kann die für diesen Tag geplante Prüfung der Referendare stattfinden. Und auch die bereits im Vorfeld angesetzte dreistündige Englischarbeit für die zehnten Klassen wird am Montag geschrieben. „Das haben die Schüler so gewollt“, sagt Karin Kesselburg. An ihrer Schule stehen nach den Ferien die Hauptschul- und die Realschulprüfungen an.

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Ein Krisenstab plant die Notfallbetreuung für Kinder von Polizisten oder Krankenpflegern

Noch keine konkreten Aussagen gibt es für die von der Landesregierung beschlossene Notfallbetreuung für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen. Dazu zählen Polizisten, Feuerwehrleute, Pflegeberufe oder medizinisches Personal, aber auch Beschäftigte im Lebensmittelbereich, bei der Müllabfuhr sowie bei der Energie- und Wasserversorgung.

„Wir werden uns dazu über das Wochenende austauschen“, kündigte Oberbürgermeister Klaus Muttach an. Dafür wurde innerhalb der Stadtverwaltung ein Krisenstab gebildet. Man müsse den Kreis dieser Berufsgruppen genau definieren, erklärte Muttach – schließlich gelte es, das öffentliche Leben aufrecht zu erhalten. Mit Blick auf den für diesen Personenkreis nötigen Bedarf an Betreuungsplätzen will sich Muttach am Montag mit den Leiterinnen und Leitern der Schulen und der städtischen Kindertagesstätten kurzschließen.

Keine unlösbare Aufgabe

Die Notfallbetreuung ist nach Auffassung Muttachs etwa in den vorhandenen Kindertageseinrichtungen möglich: „Das Personal dafür steht zur Verfügung, das ist keine unlösbare Aufgabe“. Schließlich gehe es auch darum, das die Kinderbetreuung eben nicht an die Großeltern übergeben werde, die im Zeichen der Corona-Krise durch ihr Alter zu den Risikogruppen gehören.

Grundsätzlich rät Klaus Mutach dazu, einen „kühlen Kopf“ zu bewahren: „Das Leben muss weitergehen.“

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