Bürgermeisterwahl Ottenhöfen: Hans-Jürgen Decker
Als einziger Kandidat stand Amtsinhaber Hans-Jürgen Decker am Donnerstag am Rednerpult. | Foto: Stefanie Prinz

Offizielle Präsentation

Bürgermeisterwahl Ottenhöfen: Amtsinhaber stellt sich als einziger Kandidat vor

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Vor allem Verkehrsfragen interessierten die Bürger bei der offiziellen Kandidatenpräsentation vor der Bürgermeisterwahl in Ottenhöfen. Obwohl sein Name als einziger auf dem Stimmzettel stehen wird, stellte Amtsinhaber Hans-Jürgen Decker sich noch einmal den Ottenhöfenern vor. Diese scheinen ihren Rathauschef nach einer Amtsperiode zu kennen – denn bei knapp 50 Besuchern blieben in der Schwarzwaldhalle zahlreiche Stühle leer.

Die Lebensqualität in Ottenhöfen werde vor allem durch den Verkehr schlechter, insbesondere Anwohner der Ruhesteinstraße würden unter dem Lärm leiden, war zu Beginn der zehnminütigen Fragezeit zu hören, und die entsprechende Frage eines Einwohners lautete, was Decker zu tun gedenke, „um diese Geisel vom Ort zu nehmen“. Bei der Einführung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen habe man den Verkehr geprüft und durchschnittlich 8 000 Fahrzeuge pro Tag in beiden Richtungen zusammen gezählt, davon neun Prozent Schwerlastverkehr.

Gute Erfahrungen mit „Smileys“

Bezüglich Motorradfahrern, die, wie Decker betonte, nicht alle lautstark durch den Ort fahren würden, müsse sich zeigen, wie zielführend Lärmdisplays seien. Gute Erfahrungen habe man mit Geschwindigkeitstafeln mit „Smileys“ gemacht. „Als Kommune haben wir wenig Spielraum, um hohe Dezibelzahlen zu verhindern“, so Decker. Eine zweite Frage betraf die Parksituation im Hasenwald, wo das Durchkommen für Rettungswagen schwer sei. Der Amtsinhaber kündigte an, dass auf der jetzigen Wiesenfläche rund 80 Parkplätze geplant seien, die Hälfte der Bausumme werde gefördert.

Seit 28 Jahren in der Verwaltung tätig

Dass er die „Verwaltung von der Pike auf gelernt“ hat, betonte Decker in seiner 15-minütigen Vorstellungszeit, die er auf die Minute ausnutzte. In 28 Jahren Verwaltungszeit sei es immer sein Ziel gewesen, „die Interessen der Bürger wahrzunehmen“. Als Beispiel für Projekte, die derzeit in der in Planung oder bereits in der Realisierung seien, nannte Decker den Breitbandausbau, bei dem man „mit der Verlegung der Glasfaserverbindung von Kappelrodeck nach Ottenhöfen im Jahr 2012 einen Quantensprung erlebt“ habe.

Ziel sind auch neue Baugebiete

Sein Ziel sei es, „möglichst viele Menschen, sofern irgendwie finanziell darstellbar, mit schnellem Internet zu versorgen. Als weiteres laufendes Projekt nannte er den Geh- und Radweg durch das Achertal, dessen erster Abschnitt kürzlich eröffnet wurde. Darüber hinaus sei es nach der Erweiterung der Betreuungsangebote in Kindergärten und Grundschule in den vergangenen Jahren wichtig, die Zusammenarbeit von Schulen und örtlichen Betrieben zu stärken. Und um die „Rahmenbedingungen für junge Familien“ weiter zu verbessern, wolle er „neben der Innenentwicklung auch neue Baugebiete anbieten können“.

2 585 Bürger dürfen am 21. Juli wählen

Ottenhöfen und Furschenbach seien „lebens- und liebenswert“, müssten aber auch weiterentwickelt werden, ebenso das Mühlendorf als touristische Marke. Zudem lobte Decker den Einsatz der Ehrenamtlichen in den 34 örtlichen Vereinen – nur mit ihnen könne das Dorf funktionieren. Genau 2 585 Wahlberechtigte dürfen am Sonntag, 21. Juli, zwischen 8 und 18 Uhr ihre Stimme abgeben. Ottenhöfens Hauptamtsleiter Klaus Kordick rief zum Abschluss dazu auf, von dem Wahlrecht Gebrauch zu machen, „von dem Millionen Menschen auf der ganzen Welt nur träumen können“.