Auf rund 800 Metern Höhe entsteht mit der Anima Tierwelt am Breitenbrunnen ein mehr als 50 Hektar großes Gelände, auf dem sich Mensch und Tier in natürlicher Umgebung begegnen sollen. | Foto: bfc

Zoo-Genehmigung erteilt

Anima Tierwelt „touristisches Leuchtturmprojekt“ in Sasbachwalden

„Die Anima Tierwelt ist ein touristisches Leuchtturmprojekt für den Ortenaukreis“. Große Erwartungen setzt Landrat Frank Scherer in die Anima Tierwelt Breitenbrunnen“. Gestern übergab Scherer die Zoo-Genehmigung an Davina Schmitz und Eckhard Wiesenthal. Beide sind neben Maria Wruck Geschäftsführer der Anima Tierwelt Stiftung gGmbH. Damit ist der Weg nun frei, die Anima Tierwelt auf dem ehemaligen Klinikgelände Breitenbrunnen der Gemeinde Sasbachwalden einzurichten.

50 Hektar großes Gelände

Vor den Toren des Nationalparks Schwarzwald entsteht auf rund 800 Metern Höhe ein über 50 Hektar großes Gelände, auf dem sich Mensch und Tier in natürlicher Umgebung begegnen sollen. Die umfangreichen Genehmigungsverfahren zur Realisierung des Projekts Anima Tierwelt laufen seit 2013. Die Bau- und Umbauarbeiten sollen zwei Jahre nach Baubeginn beendet sein.

Weitläufige Gehege

Weitläufige Gehege ermöglichen es, heimische Wildtierarten wie Hirsch, Dachs, Bär, Wolf und Luchs zu beobachten. Ein Schaubauernhof widmet sich Haus- und Nutztieren und ihrer Haltung, informiert über Probleme und Alternativen zur gängigen Massentierhaltung und ermöglicht Kontakt zu den vorwiegend alten Haus- und Nutztierrassen.

Enger Kontakt zu Natur und Tieren

Ziel der Anima Tierwelt ist es, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung, ihre Besucher in engen Kontakt zu Natur und Tieren zu bringen und ihnen zu ermöglichen, sich wieder als Teil der Natur zu verstehen. Die Tierhaltung der Anima Tierwelt orientiere sich an aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und übertreffe gesetzliche Anforderungen an artgerechte Haltung weit. Barrieren zwischen Tier und Mensch sollen zugunsten eines unmittelbaren Kontaktes minimiert werden.

Seminarzentrum und Institut für tiergestützte Therapie

Das Angebot der Anima Tierwelt wird durch zwei weitere Einrichtungen ergänzt: Ein Seminarzentrum bietet ein breites Spektrum an Vorträgen und Seminaren zu verschiedensten Themenbereichen an. Das „Ani.motion – Institut für Tiergestützte Therapie“ als Teil der „Anima Tierwelt“ wird Fachkräfte rund um das Thema tiergestützte Therapie weiterbilden.

Vor den Toren des Nationalparks

„Gerade auch im Kontext mit dem Nationalpark wird der Zoo in Sasbachwalden ein weiterer attraktiver touristischer Anziehungspunkt in unserer Region sein und so unseren ländlichen Raum stärken“, freute sich Landrat Scherer. „Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg und freue mich heute schon auf die Eröffnung.“

„Ein Meilenstein“

„Dieser Tag ist ein Meilenstein, auf den wir hinarbeiten, seit wir vor sieben Jahren die erste Idee zu unserem Projekt hatten. Jetzt sind wir gespannt darauf, die Planungen, die es bisher nur auf dem Papier gibt, vor Ort umzusetzen. Die Realisierung der Anima Tierwelt hat mit der Erteilung der Zoo-Genehmigung einen entscheidenden Schritt getan“, so Davina Schmitz bei der Übergabe der Genehmigung.

Die Zoo-Genehmigung für die „Anima Tierwelt Breitenbrunnen“ übergab Landrat Frank Scherer (Zweiter von rechts) an Davina Schmitz. Eckhard Wiesenthal (Zweiter von links) nahm die wasserrechtlichen Zulassungen aus den Händen des Ersten Landesbeamten Nikolas Stoermer (links) entgegen. Bei der Übergabe mit dabei war auch der verantwortliche Mitarbeiter vom Amt für Umweltschutz Matthias Klinger (rechts). | Foto: Landratsamt Ortenaukreis

Zunächst 16 Tierarten

Im Zoo sollen in der ersten Ausbaustufe 16 verschiedene Tierarten zu sehen sein, darunter auch streng geschützte Wölfe, Luchse und Wisente. Die Besucher können außerdem heimische Nutztiere wie Ziegen, Esel, Schafe und Schweine in einem Schau-Bauernhof erleben. „Das innovative Konzept der Anima Tierwelt ermöglicht den Besuchern im Kontakt mit Wild-, Nutz- und Haustieren in deren artgerechter Umgebung ihr Naturverständnis zu vertiefen, sich mit natürlichen Zusammenhängen zu beschäftigen und die positive Wirkung von Landschaft und Tieren zu erfahren“, erläuterte Zoo-Leiter Wiesenthal das Konzept. Durch eine offene Gehege-Gestaltung sollen Barrieren zwischen Besuchern und Tieren so gering wie möglich gehalten werden.

Weitere Ausbaustufen möglich

Für das Projekt hat die Gemeinde Sasbachwalden einen Bebauungsplan beschlossen, der weitere eventuelle Ausbaustufen umfasst. Das Landratsamt hat das Genehmigungsverfahren, bei dem neben den Fachbehörden auch die anerkannten Tierschutzorganisationen beteiligt wurden, innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen.

 

Hintergrund:

Insgesamt 20 Kilogramm Zoo-Antrag in acht prall gefüllten Ordnern hatten die Anima-Verantwortlichen, Maria Wruck, Davina Schmitz und Eckhard Wiesenthal Anfang Oktober 2017 der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Offenburg zur Genehmigung übergeben.
Zu bearbeiten hatten die Behörden

  • 28 Seiten Antragsformulierung
  • 25 Seiten ergänzende Detailangaben zu Hygiene, Ernährung und ärztlicher Versorgung der zu haltenden Tiere
  • 45 Seiten Nachweise über Sachkunde und Zertifikate des Personals
  • Übersichtstabellen zu aktuellen Haltungsnormen und Haltungsplanungen auf der Basis von mindestens 15 Gutachten zur Haltung von Wildtieren in Gehegen. Hierin enthalten sind alle notwendigen Anforderungen, damit die Tiere möglichst ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben können. Das beginnt bei den Größen der Gehege und reicht bis hin zum Sozial-, Komfort- und Ernährungsverhalten.
  • Je Ausführung zwei Pläne im DIN-A0-Format mit Lageplan, Flurkartenkataster und Planungsübersicht
    64 Pläne im Format DIN-A3 mit Gehegeplänen, Detailansichten und Querschnitten der beantragten Gehege
  • 67 weitere Pläne im Format DIN-A4 mit Gehegebeispielen und graphischen Entwürfen für attraktive Besuchereinsichten
  • 19 Seiten Zoo-Konzept mit 20 Übersichtsplänen der weiteren Bauabschnitte.