Schöne Aussicht: Blick vom Bühlerstein in die Rheinebene. | Foto: Ulrich Coenen

Tagung Schwarzwaldhochstraße

Alle Probleme kamen auf den Tisch

Es war eine angenehme Atmosphäre!“ Hansjörg Willig, der Vorsitzende des Vereins Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße, zieht nach der Arbeitstagung zum Thema nördliche Schwarzwaldhochstraße gestern im Bühler Rathaus eine positive Bilanz. „Wir haben keine großen Pflöcke eingeschlagen, aber alle Probleme standen auf der Tagesordnung und vor allem saßen alle Beteiligten gemeinsam am Tisch.“

Hochkarätig besetzt

Die Initative für die Gesprächsrunde war vom Neusatzer Willig ausgegangen, der sich mit dem Landtagsabgeordneten Tobias Wald (Ottersweier) in Verbindung setzte. „Gemeinsam haben wir die brennenden Themen stichpunktartig notiert“, berichtete Willig. Schließlich habe Wald die Koordination der Veranstaltung übernommen, an der die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, mehrere Landtagsabgeordnete, Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, Vertreter des Landratsamts, des Nationalparks und des Naturparks teilnahmen.

Fragen an Gastronomen

Im Vorfeld der Arbeitstagung hatte Willig einen Fragenkatalog erarbeitet und sich damit an ein Dutzend gastronomischer Betriebe im Höhengebiet genannt. „Ich habe diese Fragebögen persönlich abgegeben“, sagte Willig. „Die meisten haben geantwortet.“

Die Ergebnisse sind nach Ansicht des Vorsitzenden eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit. „Natürlich sind die Bedürfnisse und Wünsche dieser Unternehmen sehr unterschiedlich“, räumte er ein. „Schließlich ist das Spektrum sehr groß.“ Im Höhengebiet gibt es Hotels, Restaurants, Cafés, Berghütten, Kiosks, das Naturfreundehaus und eine Jugendherberge.

Positiver Nationalpark

„Entsprechend individuell waren die Rückmeldungen“, konstatierte Willig. „Erkennbar ist aber die positive Wirkung des Nationalparks. Alle Befragten sprechen von einer leichten Verbesserung. Es kamen mehr Gäste.“

Die Betriebe im Höhengebiet plagen aber nach Auskunft von Hansjörg Willig auch Sorgen. In der Umfrage wurden die Verkehrsanbindung, Motorradlärm und der Wunsch nach neuen Förderprogramme genannt.
Zwei Stunden habe die Arbeitstagung im Rathaus gedauert. „Wir sind mit einem virtuellen Rundgang durch das Kurhaus Sand ins Thema eingestiegen“, berichtete der Vorsitzende. Dann ging es ans Eingemachte. Ein Thema war die Sperrung von Straßen in der Saison. Das wichtigste Beispiel ist die Sandstraße. Auch der Mangel an öffentlichen Toiletten wurde thematisiert, ebenso die Parkplatzsituation. „Am Plättig gibt es beispielsweise nur private Parkplätze“, berichtete Willig.

Kein Internet

Ein weiteres Problem ist die Wasserversorgung. Die ehemalige Post am Sand, die zum Verkauf steht und für die sich nach Auskunft von Willig bereits Investoren interessieren, hängt an der Wasserversorgung des Kurhauses. Dies gelte auch für die Bergwaldhütte.

„In weiten Bereichen des Höhengebiets gibt es keinen Mobiltelefon-Empfang“, konstatierte der Vorsitzende. „Teilweise landet man im französischen Netz. Auch Internet ist nicht annähernd flächendeckend vorhanden.“

Laute Motorräder

Ein besonderes Ärgernis ist für Willig, der „infernalische Motorradlärm“. „Früher waren die Bergwände bei Wanderungen über die Badener Höhe Reflektoren für die Rufe der Hirsche während der Brunst“, erinnerte er sich. „Heute gibt es dort den ohrenbetäubenden Krach der Motorräder, vor allem am Wochenende.“
Willig fordert eine Wiederbelebung des Kunstpfades in Herrenwies.

Sein Verein könne bei Behördenkontakten behilflich sein. Mit Bühler Künstlern hat er bereits gesprochen. An der Schwarzenbachtalsperre kann sich Willig ein ähnliches Angebot mit Solarbooten wie am Mummelsee vorstellen. „Insgesamt muss die Angebotsstruktur verbessert werden“, forderte er. „Es gibt beispielsweise fast keine Übernachtungsmöglichkeiten für Westwegwanderer, und auch die Gastronomie ist dürftig. Wir müssen mit unserem Pfund Natur mehr wuchern.“